8 Allergieausweise in 8 Minuten auswendig lernen (MedAT)

Die Universitäten in Österreich haben einen einheitlichen Aufnahmetest für Studierende entwickelt (MedAT). Eine Aufgabe besteht darin, sich die Fakten von 8 Allergieausweisen in 8 Minuten einzuprägen und diese 30 Minuten später anhand eines Multiple-Choice-Tests wiederzugeben. Dieser Artikel erklärt, wie eine solche Merkaufgabe fehlerfrei und schnell zu meistern ist.

Auf einem Allergieausweis stehen folgende Informationen: Name (nur Nachname), Geburtstag (Tag und Monat), Medikamenteneinnahme (ja/nein), Blutgruppe (A/B/AB/0), bekannte Allergien, Ausweisnummer (fünfstellig) sowie das Ausstellungsland.

Auswahl der Merktechniken

Für diese Merkaufgabe ist keine komplexe Merktechnik erforderlich. Zwar könnten Sie diese Aufgabe mit Hilfe der Routenmethode lösen, aber da die Daten nicht in der richtigen Reihenfolge wiedergegeben werden müssen, benötigen Sie nicht einmal eine Route dafür. Eine Technik ist jedoch nötig: Grundlage für das Einprägen der Zahlen ist dabei das Majorsystem (weitere Links in der Kategorie „Basistechniken“ unten).

Meine Empfehlung: Bauen Sie für jeden Ausweis eine kleine Geschichte oder ein merkwürdiges Bild, das alle Daten enthält. Was sich hier anbietet, ist die so genannte Schneiderpuppe – eine eher selten benutzte Technik, bei der gleiche Informationen immer an der gleichen Stelle in ähnlichen Bildern abgespeichert werden (diese Technik ist eine Art Mini-Gedächtnispalast).

Sie merken die Daten zum Beispiel in Tiergehegen. Das Tier selbst wird mit dem Namen der Person verknüpft, die Allergien mit dem Futter, die Ausweisnummer mit den Zuschauern und so weiter. Das hilft Ihnen vor allem dann, wenn Fakten sich in der Art ähneln (Ausweisnummer und Geburtsdatum) und verhindert so die Gefahr der Verwechslung.

Alles auf die Schneiderpuppe

Für diese Aufgabe werden wir uns statt im Zoo zu merken, Restaurants ausdenken, in denen die Fakten geschickt mit unterschiedlichen Dingen verknüpft werden. Hier die Verknüpfung zwischen Fakten und dem jeweiligen Teil des Merkbilds:

  • Name (nur Nachname) – Form und Eigenschaften des Gebäudes
  • Geburtstag (Tag und Monat) – Eigenschaften der Gäste
  • Medikamenteneinnahme (ja/nein) – Gibt es lebende Tiere im Restaurant?
  • Blutgruppe (A/B/AB/0) – Musik und Unterhaltungsprogramm
  • Bekannte Allergien – Spezialitäten des Hauses
  • Ausweisnummer (fünfstellig) – Alles in der Küche
  • Ausstellungsland – Eigenschaften der Kellner

Mit diesem Schema können Sie beliebig viele Ausweise in Merkbilder verwandeln. Wenn Sie sich später daran erinnern wollen, dann müssen Sie sich nur in das jeweiligen Restaurant denken und die gesuchten Fakten im Bild vor dem inneren Auge sehen.

Klingt kompliziert, aber mit ein wenig Übung wird Ihnen das viel leichter fallen, als die Fakten einfach nur so auswendig zu lernen…

Test der Technik

Wichtigster Teil des Lernens ist es, gut und in Ruhe zu probieren, ob die geplante Technik auch tatsächlich funktioniert. Wenn nicht, dann gehen Sie zurück auf Start und feilen Sie solange, bis Sie ein wirklich geeignetes Verfahren zum Merken ausgetüftelt haben.

Für die Prüfung ist es wichtig, dass die das Schema beherrschen und ein paarmal geübt haben. Vergeuden Sie beim bauen der Bilder nicht zu viel Zeit. Gehen Sie pragmatisch vor – schließlich müssen Sie sich die Fakten nur einprägen und kein Kunstwerk erschaffen.

Lassen Sie uns also folgenden Ausweis in ein phantasievolles Restaurant verwandeln:

  • Name: Müller
  • Geburtstag: 6. Juni
  • Medikamenteneinnahme: ja
  • Blutgruppe: AB
  • Bekannte Allergien: Katzenhaare / Erdnüsse
  • Ausweisnummer: 170161
  • Ausstellungsland: Deutschland

Das Bild für diesen Ausweis könnte so aussehen: Das Restaurant ist eine riesige Windmühle. Hier kocht der Chef – der Müller – noch selbst (eine kleine Ergänzung, um den Namen auch wirklich zuverlässig zu merken). Beim Geburtstag (06.06.) verzichten wir auf die Anwendung des Majorsystems, denn es geht in diesem Fall einfacher: Es sind nur zwei Gäste anwesend, die Sex (lautverwandt mit der Ziffer 6) miteinander haben – und um diese mit der Mühle zu verbinden, stellen wir uns obendrein vor, dass sie mit Mehl bestäubt sind.

Durch die Mühle streunen Katzen (Tiere vorhanden, also nimmt die Person Medikamente ein), die am liebsten in den Korn- und Mehlsäcken spielen. Die Blutgruppe wird über das Majorsystem codiert (A = 1, B = 2, AB = 3, 0 = 0). Also spielt in der Ecke eine Oma an der Orgel das Lied „Das Wandern ist das Müllers Lust“. Und was das Essen betrifft (die Allergien), so gibt es als Tagesgericht „Katzenhaare Müller Art mit frischen Erdnüssen“ – was auch sonst, bei den vielen Katzen im Restaurant. Die Erndüssen werden nicht geknackt, sondern gemahlen – auch das lässt sich hervorragend merken.

Die Ausweisnummer platzieren Sie auf der „Theke“ zwischen Küche und Gästeraum. Dort liegt ein Hemd aus „Seide“ und obendrauf ein Haufen „Schutt“. Theke, Seide, Schutt – das sind die Majorbegriffe für die Ausweisnummer. Und zu guter Letzt tragen alle Kellner in dem Betrieb Lederhosen, um einen guten Hinweis auf das Ausstellungsland des Ausweises zu haben.

Alles drin?!

Das soll ich jetzt alles im Kopf haben? Wenn Sie sich alles so gut und lustig wie möglich vorgestellt haben, dann sollten Sie tatsächlich alle Fakten behalten und später richtig decodieren und wiedergeben können. Sie können nach dem Konstruieren auch ein paar Stunden warten und erst dann probieren, ob alles richtig sitzt.

Hier ein paar Fragen, mit denen Sie testen können, ob Sie sich richtig erinnern:

  • Wie lautet die letzte Stelle der Ausweisnummer?
  • Welche Allergien hat Herr Müller?
  • Wann wurde er geboren?
  • Welche Blutgruppe hat er?

Anstatt sich „nur“ zu erinnern, sollten Sie sich Schritt für Schritt zu den jeweiligen Fakten denken: Die Ausweisnummer hat etwas mit der Küche zu tun. Also denken Sie an die Theke zwischen Küche und Restaurant. Darauf liegt ein Hemd aus Seide und ein Berg Schutt. Also ist die letzte Ziffer der Nummer eine 1. Das Tagesgericht waren Katzenhaare (von frischen Katzen) mit gemahlenen Erdnüssen. Das Geburtsdatum liegt mit Mehl bestreut irgendwo zwischen den Tischen: Sex mal zwei, also der 6 Juni. Und die Blutgruppe ist die Oma auf der Bühne (3 = AB).

Merken Sie sich mit dieser Technik zehn bis zwanzig fiktive Ausweise! Dabei geht es darum, die Technik zu beherrschen – nicht um die Menge der Fakten…

Je mehr Sie trainieren, desto leichter wird es Ihnen fallen, weitere Ausweise zu behalten. Während der Prüfung sollten Sie rasch und pragmatisch vorgehen. Vertrauen Sie Ihrem Gedächtnis, denn gut-gedachte Bilder kann sich der Kopf mühelos und fehlerfrei merken!

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