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Vokabeln und Genus zusammen merken… – Eine Erweiterung der Schlüsselwort-Methode

Hier ein Leserbrief zum erweiterten Merken von Vokabeln – nämlich inklusive Genus:

Sehr geehrter Herr Bien,

ich finde ihr Buch „Vokablen lernen“ sehr hilfreich und benutze es zum Lernen von jiddischen, hebräischen und arabischen Vokabeln.

Allerdings hat sich mir, unter anderen, ein Problem aufgetan, das viele wahrscheinlich auch aus dem Französischen kennen. Wie merkt man sich am besten die Geschlechter von Substanitven (der, die, das). Dies ist vor allem im Jiddischen ein Problem, da es dem Deutschen sehr (oder auch zu) ähnlich ist. Grundsätzlich muß man für alle Substanive den Genus neu lernen. Beispiel die Nummer (Deutsch) = der numer (Jiddisch).

Wie kann man sich den Genus am besten merken? Haben Sie vielleicht dazu eine Idee?

Und hier die Antwort:

Hallo Frau H,

Ihre Frage ist interessant, da es sich dabei um eine erweiterte Form des Vokabel-Lernens handelt.

Ich würde für den Genus die so genannte Attribution benutzen. Vorraussetzung dafür ist, dass Sie mit Hilfe von Schlüsselbildern lernen (schauen Sie sich dazu die Artikel auf unserem Blog an). Das Geschlecht wird dann mit Hilfe eines weiteren Bildes mit eingebaut. Damit das Zusammensetzen einfacher wird und nicht ständig die gleichen Objekte in den Merkbildern auftauchen, sollte für jeden Genus eine Kategorie vergeben werden. Zum Beispiel:

  • maskulin = Thema „Jagen“
  • feminin = Thema „Kochen“ (entschuldigen Sie bitte das Klischee)
  • neutrum = ein technisches Gerät

Das lateinische „stabulum“ ist ein Neutrum (zwar zu erkennen an der Endung, aber trotzdem lässt sich der Genus mit in ein Merkbild einbauen). Das Schüsselwort dazu ist „stabil“ und wir stellen uns einen stabilen Stall vor, der aus soliden Balken zusammen-gezimmert ist. Um den Genus mit einzubauen, stellen wir uns statt eines normalen Pferdes ein Roboter-Pferd (also einen technischen Gegenstand) vor. Dieser Hinweis führt uns zur Kategorie „technisches Gerät“ und ist damit ein Hinweis auf den Genus der Vokabel.

In Ihrem Beispiel braucht man kein Schüsselwort (da beide Begriffe weitgehend identisch sind), allerdings kann man sich vorstellen, wie ein Jäger das „m“ erschiesst, dass obendrein einem Hirsch mit drei Beinen ähnelt. So wird aus „Nummer“ durch das fehlende „m“ zunächst „numer“ und dann durch den Jäger die Vokabeln zum maskulin.

Ich hoffe, diese Erklärung hilft Ihnen weiter!

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