BIRU-WP-7.jpeg

Mails bei Abwesenheit löschen – Entspannt im Urlaub durch weniger Druck aus dem Büro

Es ist wie die Sucht nach einer harten Droge: Nur ganz schnell die Mails checken, ob ich nicht doch etwas wichtiges vom Chef eingetrudelt ist – obwohl man für die nächsten zwei Wochen Entspannung am Strand gebucht hat.

Eigentlich völliger Blödsinn, denn zur Urlaubszeit ist kaum jemand im Büro. Trotzdem lesen immer mehr Deutsche in ihrer Freizeit die elektronische Firmen-Post. Dieses Man-könnte-ja-was-verpassen-Gefühl ist alles andere als wertvoll: Es hält davon ab zu entspannen. Es hält den Kopf ständig bei der Arbeit. Es erzeugt das Gefühl, es geht nicht mehr ohne mich im Büro.

Aber das Gehirn davon zu überzeugen, dass nach 23 Uhr ganz sicher keine wichtige E-Mail mehr eintreffen wird, ist nahezu unmöglich. Viele können nicht mehr ohne – und sind damit in der elektronischen Sucht angekommen. Der schnelle Blick ins Postfach ist dabei nicht unverfänglich, denn er kann den Kopf an einem ruhigen Sonntag durchaus beunruhigen. Oder späte Gedanken an kommende Aufgaben verkürzen die Nachtruhe um ein paar Stunden.

Der Stuttgarter Autohersteller Daimler bietet seinen Mitarbeitern jetzt die Möglichkeit, dass alle E-Mails gelöscht werden, die in der Urlaubszeit eintreffen. Das klingt radikal, hat aber durchaus Vorteile:

  • Man liest im Urlaub keine Mails und kann so richtig abschalten. Wenn nichts im Postfach landet, schaut man auch nicht rein.
  • Nach der Rückkehr ins Büro ist man nicht damit beschäftigt, hunderte von Nachrichten lesen und löschen zu müssen – eine der schrecklichsten Tätigkeiten überhaupt.
  • Man wird von Kollegen nicht als Zettelkasten und Erinnerungskiste missbraucht (manche Chefs neigen dazu, spontane Einfälle rund um die Uhr an ihre Mitarbeiter zu mailen und damit oft unüberlegte und unnötige Aufgaben zu verteilen).

Damit die Mailbox nicht zur Müllbox wird!

In Amerika schaffen manche Firmen E-Mail mittlerweile sogar wieder ab, weil Prozesse zu langsam laufen, der Kontakt der Mitarbeiter untereinander auf mühseliges Getippe reduziert ist und zu viel Zeit beim Lesen von CC-Mail vergeudet wird. Wenn man es mal in Ruhe überlegt: Es ginge auch ganz gut ohne – vielleicht sogar besser!

Hier ein paar Vorschläge, wie der tägliche Firmen-Mailverkehr entspannter gestaltet werden könnte;

  • E-Mails bei Abwesenheit löschen (und an den Vertreter weiterleiten) – so können Mitarbeiter in der Freizeit wirklich mal nicht ans Büro denken.
  • Mail-Server von sechs bis sechs Uhr abschalten – in dieser Zeit kommen garantiert keine wichtigen Nachrichten mehr an (und sollte das Büro abfackeln, gibt es schließlich Mobiltelefone).
  • E-Mail freie Tage einrichten – bewusst an bestimmten Tagen intern auf elektronische Post verzichten und direkt mit den Kollegen sprechen. Das verbessert den persönlichen Kontakt untereinander, und vielleicht geht es ohne Mail ja doch besser!
Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+Share on TumblrEmail this to someone