Bester Schachzug aller Zeiten? Gibt es so etwas überhaupt?

Im Königsspiel entscheidet vor allem die Strategie – ein kompliziertes Zusammenspiel verschiedener Züge, Figuren und natürlich auch das Vorgehen des Gegners, dem das eigene Spiel geschickt angepasst werden muss. So scheint es keinen einzelnen, genialen Zug zu geben, oder doch?

Der amerikanische Schachspieler Frank Marshall ist niemals Weltmeister geworden, obwohl er ein genialer Stratege war, bekannt für sein leidenschaftliches Spiel. Am 20. Juli 1912 trat Marshall gegen den russischen Schachmeister Stepan Levitsky an. In dieser Partie kam es zum legendärsten Zug in der Geschichte des fast 2.000 Jahre alten Spiels.

Nach etwas über 20 Zügen opferte Marshall völlig unerwartet seine Dame – was ein guter Spieler eigentlich niemals tun würde. Aber dieser Zug war alles andere als ein schwerer Fehler, denn Marshall konnte dadurch die Partie gewinnen. Er zerstörte damit nicht nur Levitskys aufgebaute Positionen, sondern brachte den Russen so durcheinander, dass dieser keine Chance mehr hatte und das Spiel aufgab.

Dieser Schachzug ging als „Marshall-Schwindel“ in die Geschichte ein. Obwohl Frank Marshall ein außergewöhnlicher und vor allem ungewöhnlicher Schachspieler war, schaffte er es nur einmal auf Platz zwei der Weltrangliste. Der Zug wurde bekannt durch die Hollywood-Komödie Aushilfsgangster mit Eddie Murphy und Ben Stiller.

Quellen:

Nachtrag: Auf YouTube können Sie sich die gesamte Partie ansehen.

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