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Wie viel kann man merken? Mnemotechniken als Speichererweiterung für den Kopf…

Lernen lässt sich lernen! Fakten optimal im Gehirn speichern – das beherrschen nur sehr wenige Menschen. Mit Mnemotechniken ist genau das möglich. Lernen und Merken wird zum Kinderspiel, sogar wenn es um Mengen von Zahlen oder andere abstrakte Fakten geht. Aber wie viel kann sich der Kopf tatsächlich merken?

Technisch – oder eigentlich biologisch – gesehen kann sich das Gehirn vemutlich unendlich viele Informationen merken. Zwar hat die Wissenschaft immer noch eine sehr grobe Vorstellung davon, wie ein Gehirn funktioniert, aber sicher ist: Wer mit Mnemotechniken arbeitet beziehungsweise Gehirn-gerecht lernt, kann sich beliebig viele Fakten merken.

Alles merken?

Unter Hypnose erinnern sich Menschen detailliert an Ereignisse, die sie bewusst längst vergessen haben. Die gespeicherte Videoaufzeichnung des ganzen Lebens – und der bewusste Zugriff darauf – scheint auf den ersten Gedanken reizvoll, entpuppt sich aber als trügerisches Paradies: Es gibt tatsächlich wenige Menschen, die sich an wirklich alles erinnern (Brad Williams und Jill Price), aber damit drückt jeder Schmerz und jedes negative Erlebnis ständig auf das Bewusstsein.

Vergessen ist Selbstschutz! Und manchmal braucht sich der Kopf auch nicht alles merken: Der Hirnforscher Manfred Spitzer nennt gerne die Tomate als Beispiel. Während unser Kopf genau weiß, was eine Tomate ist, braucht er sich keineswegs an jede Tomate erinnern, der er in seinem Leben begegnet ist.

Wissen ist überall

Dank digitaler Helfer scheint Wissen unnötiger zu werden. Wir können ja immer und überall mit dem Smartphone bei Wikipedia nachschauen. In Zukunft werden Fakten auf dem digitalen Zifferblatt der Uhr erscheinen oder sogar per Datenbrille auf die Netzhaut projiziert.

Aber wollen Sie von einem Arzt operiert werden, der mit dem Messer in der Hand in einem Online-Lexikon stöbert? In Prüfungen werden die kleinen digitalen Helfer wohl niemals erlaubt sein und wie langweilig sind Millionärs-Quizshows mit dem Laptop auf dem Schoß und Google auf dem Schirm.

Selbst bestimmen

Wenn es um Mnemotechniken geht, dann teilen sich die Vorstellungen in zwei Lager: Einmal die scheinbaren Freaks in den Medien, die sich Telefonbücher, tausendstellige Zahlen und die Reihenfolge von Spielkarten ins Hirn schaufeln. Zum anderen Fragen viele Interessierte nach dem mysteriösen Gedächtnispalast, um sich ein ganzes Studium mühelos einzuprägen.

Das alles geht mit Merktechniken! Den Maßstab sollten Sie sich jedoch immer selbst setzen: Sie sollten sich alles merken können, das Sie im Kopf behalten wollen. Mehr werden Sie sich freiwillig kaum merken, aber bei vielen ist der Wunsch größer als die Lernleistung.

Merktechniken machen es leicht und lustig

Und genau dabei helfen Merktechniken. Sie drehen dieses Verhältnis um (in meinen Aufbau-Trainings haben Teilnehmer tatsächlich das Problem, dass sie nicht mehr wissen, was sie sich noch merken können).

Auch scheinbar hoch komplizierte Fakten kann das Gehirn behalten – und wenn Sie wollen, in hoher Zahl. Manche Merk-Aufgaben, wie das Behalten eines ganzen Telefonbuchs, sind mit herkömmlichen Methoden wohl kaum machbar. Mit Hilfe von Mnemotechniken wird das tatsächlich möglich. Aber: Sie entscheiden, ob diese Kopf-Übung wirklich nötig ist, oder ob es spannendere Fakten gibt, die es zu behalten lohnt.

Ohne Ende

Mühelos und mit Spaß merken – das allein macht es schon Wert, sich mit Mnemotechniken zu beschäftigen. Falsch sind oft die Erwartungen hinsichtlich der Lern-Geschwindigkeit. Das Behalten eines Telefonbuchs wird zwar möglich, braucht aber genauso Zeit wie normales Lernen auch. Verkürzt wird die Arbeit dennoch, weil mit Mnemotechniken das Wiederholen entfällt.

Alles kann und nichts muss – das ist wohl der beste Grundsatz, wenn um die Frage nach der Menge geht. Sie entscheiden natürlich, was im Kopf bleiben soll und was nicht. Aber: Wenn Ihr Gehirn mit Merktechniken umgehen kann, dann sind Ihnen und Ihrem Kopf keine Grenzen mehr gesetzt…

Dieser Artikel ist Teil des Blog-Books "Der Merkzeugkasten - Mnemotechniken für Anfänger und Fortgeschrittene". Wenn Sie mehr lesen wollen, schauen Sie sich das Inhaltsverzeichnis an.

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