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Zahlen in Bilder verwandeln – Merktechniken im Überblick

Zahlen sind eine sehr widerspenstige Form von Fakten. Während ein Gedicht mit hundert Wörtern leicht zu lernen ist, würde sich niemand zutrauen, auf die schnelle eine hundertstellige Zahl auswendig zu lernen. Aber auch Zahlen lassen sich leicht merken, wenn Sie in Bilder verwandelt werden. In diesem Artikel lernen Sie fünf solche Verfahren kennen…

Es gibt sogar eine wissenschaftliche Erklärung dafür, warum sich das Gehirn Zahlen schlecht merken kann: Wenn wir zum Beispiel die Ziffer 5 betrachten, regt das nur eine Stelle im Gehirn an. Sehen wir dagegen eine ausgestreckte Hand (was ja prinzipiell die gleiche Information nur in anderer Form ist), dann werden über 20 Regionen im Kopf angeregt.

Was liegt also näher, als Ziffern und Zahlen in Bilder zu verwandeln. Aber was sind die besten Methoden dafür?

Aussehen

Ein relativ bekanntes Verfahren ist das Verwandeln von Ziffern in Dinge, die der Ziffer ähnlich sehen. Kerze, Schwan, Gabel… Wenn Sie sich nur wenige Ziffern einprägen wollen, kann das eine gute Methode sein. Für Telefonnummern und andere, längere Zahlen ist das Verfahren nicht unbedingt geeignet. Dafür können die Symbole auch als Loci-Route eingesetzt werden.

Wirklich gut funktioniert diese Methode, wenn die Zahlen als Bilder direkt mit den übrigen Fakten verbunden werden. Schauen Sie sich die Eselsbrücken für die Ermordung Caesars, den Ausbruch des Vesuvs und die Hinrichtung der Johanna von Orleans an. Besser lassen sich Jahreszahlen kaum behalten.

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Bedeutung

Wenn auch etwas um die Ecke gedacht, ist das Verwandeln von Zahlen über Ihre Bedeutung. Wenn Sie eine 13 behalten wollen, können Sie in Ihrer Vorstellung den Blitz einschlagen lassen.

Diese Methode hat aber durchaus seine Grenzen. Probieren Sie es selbst aus: Für welche Ziffern fallen Ihnen passende Bilder ein? Einzelkind, Musik-Duett, die drei Musketiere, Allradantrieb…

Aber genauso wie das Verdenken der Ziffern in ähnliche Gegenstände ist dies kreatives und phantasievolles Gehirnjogging – auch wenn Sie das Verfahren nicht zum Merken von Zahlen benutzen.

Reime

Und noch eine Spielart neben den oben bereits beschriebenen Möglichkeiten – nur dass Sie diesmal auf die Suche nach Dingen gehen, die sich auf die Aussprache von Ziffern und Zahlen reimen.

Das bekannteste praktische Beispiel dieser Technik ist wohl der historische Merksatz: 333 bei Issos Keilerei! Aber dieser zeigt gleichzeitig ein Problem auf, denn der Satz könnte genauso gut mit 222… beginnen. Das ist ein Nachteil bei Zahlen: Ungefähr merken geht nicht!

Muster

Eher eine Hilfe als eine vollständige Merktechnik sind Muster und Reihen. Gerade bei längeren Zahlenfolgen lohnt es sich, erst einmal in Ruhe genau hinzuschauen, ob nicht die ganze Zahl oder ein Teil davon einem Muster folgt.

Schauen Sie mal genau hin: 1234, 24812, 113355… Wenn das Gehirn ein Muster oder eine Regel entdeckt, dann ist es wie bei einem Gedicht: Der Kopf tut sich leichter beim Behalten.

Das Majorsystem

Das genialste System, um Zahlen in praktisch unbegrenzter Menge im Kopf zu behalten, ist das so genannte Majorsystem. Dabei werden Ziffern zunächst in Konsonanten verwandelt. Durch hinzufügen von Vokalen werden dann Wörter gebildet.

Das hat zwei Vorteile: gleiche Zahlen können in unterschiedliche Bilder verwandelt werden (Dame, Dom, dumm = 13) und es können unterschiedlich viele Ziffern in einen Begriff gepackt werden (Tee = 1, Gemüsegarten = 7307412). Außerdem ist das Majorsystem nicht anfällig gegen die oben erwähnten Übersetzungsfehler.

Auch wenn das Majorsystem etwas Zeit braucht, bis man es beherrscht, lohnt sich der Aufwand, denn es ist eine der genialsten Mnemotechniken überhaupt. In diesem Video wird das Prinzip in zehn Minuten verständlich erklärt.

Dieser Artikel ist Teil des Blog-Books "Der Merkzeugkasten - Mnemotechniken für Anfänger und Fortgeschrittene". Wenn Sie mehr lesen wollen, schauen Sie sich das Inhaltsverzeichnis an.

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