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Eselsbrücken selber bauen! Oder: Die Kunst geistiger Kreativität

Fraglos erleichtern Eselsbrücken das Merken von Fakten. Bei Google & Co. wird viel nach Stichwörtern wie Merkspruch, Eselsbrücke und Merkhilfe gesucht. Die wahre Kunst besteht aber eigentlich darin, eigene Brücken zu bauen, denn im Internet gibt es nicht unbedingt für alle Fakten-Fälle eine Brücke…

Umgekehrt gilt es genauso: Eselsbrücken sind die einfachste Ausführung der so genannten Mnemotechniken und bestens geeignet, um Fakten-Kleinigkeiten in Gehirn-gerechte Form zu bringen. Für mehr – also Mengen von Fakten – ist diese Merktechnik aber nicht gemacht.

Woraus lassen sich Brücken bauen?

Ein komplettes Buch in eine Eselsbrücke zu verwandeln ist sicher kein praktischer Ansatz zum Lernen. Aber für die kleinen, gemeinen Fakten, die nicht im Kopf bleiben wollen, ist die Eselsbrücke hervorragend geeignet.

Besonders gut können ähnliche Informationen mit akuter Verwechslungsgefahr von einer Eselsbrücke voneinander getrennt werden – so zum Beispiel bei den Eselsbrücken für Sommer- und Winterzeit, Tundra und Taiga, konvex und konkav und viele andere mehr.

Komplexere Brücken weisen im Idealfall auf eine Handvoll Fakten hin – mehr lässt sich darin nicht unterbringen. Das sind meistens Merksprüche, bei denen die Anfangsbuchstaben die Hinweise auf die Fakten darstellen – wie die Sprüche für die Stimmung der Saiten einer Gitarre, die Planeten des Sonnensystems oder die ostfriesischen Inseln.

Wahl der Waffen

Ein Patentrezept zum Konstruieren von Merkhilfen gibt es nicht. Einerseits sind die Möglichkeiten zahlreich (schauen Sie sich die Liste mit Typen von Eselsbrücken an) und andererseits hilft die kreativste Merkhilfe nichts, wenn Sie Ihrem Kopf nicht gefällt und damit die Fakten nicht hängen bleiben.

Wie bei allen anderen Merktechniken auch, folgt die Wahl der Waffen der Form und Beschaffenheit der Fakten. Wobei eine Eselsbrücke immer einen kreativen Einfall braucht (mit dem das Problem dann meistens schlagartig erledigt ist).

Bauen statt Lernen

„Jedes Problem lässt sich lösen, wenn man nur lange genug darüber nachdenkt.“ – so hat es ein griechischer Philosoph formuliert. Wer sich eine Eselsbrücke ausdenkt, arbeitet anders als jemand, der durch Wiederholen dumpf auswendig lernt.

Das ist der wichtigste Punkt bei dieser Methode überhaupt: Wenn Sie auf der Suche nach einer passenden Merkhilfe sind, denken Sie tausendmal kreativer als beim herkömmlichen Lernen. Es lohnt sich also, eine gewisse Zeit nach einer passenden Brücke zu suchen.

Viele Brücken, gleicher Fluss…

Also nicht gleich nach zwei Minuten aufgeben, denn: Mit einer guten Merkhilfe sparen Sie leidvolles Wiederholen. Und je mehr Eselsbrücken Sie sich ausdenken, desto einfacher wird Ihrem Kopf diese Art zu denken fallen.

Eine gute Übung ist, nicht nach einer, sondern nach so vielen Brücken wie denkbar zu suchen. In einem meiner Trainings haben die Teilnehmer über 40 Lösungen für ein einziges Problem gefunden: In der Dusche steht das Shampoo links und das Duschgel rechts.

Probieren Sie aus, wie viele Lösungen Ihnen dazu einfallen! Viel Spaß beim Knobel-Merken!

Dieser Artikel ist Teil des Blog-Books "Der Merkzeugkasten - Mnemotechniken für Anfänger und Fortgeschrittene". Wenn Sie mehr lesen wollen, schauen Sie sich das Inhaltsverzeichnis an.

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