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Immer langsam! Oder: Sind Sie zu alt zum Lernen?

Kinder haben keine Mühe, sich etwas zu merken. Sie lernen schneller, während Erwachsene oder gar Senioren so gut wie nichts mehr im Kopf behalten. Oder? Stimmt es tatsächlich, dass Erwachsene schlechter lernen als Kinder und Jugendliche?

Biologisch gesehen unterscheidet sich ein altes Gehirn kaum von einem jungen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der einzige Unterschied im Kopf zwischen einem alten und einem jungen Menschen das Tempo ist, mit dem das Gehirn arbeitet.

Tempo, Tempo!

Ältere Menschen denken langsamer, aber keineswegs schlechter. Und wenn man sich die Reaktionszeiten von älteren Zeitgenossen ansieht, das ist klar: Im Alltag macht die reduzierte Denk-Geschwindigkeit keinen großen Unterschied. Schließlich leben Senioren nicht in Zeitlupe.

Auf dem Hosenboden

Lernen ist vor allem ein sehr großes Klischee: Da sitzt jemand Stunden über Stunden auf seinem Hosenboden und starrt Buchseiten mit fachlich hochtrabenden Fakten an, bis heftigste Kopfschmerzen einsetzten. Wer dieses Verständnis von Lernen hat, lernt nicht freiwillig. Das Nicht-Lernen hat vor allem seine Ursache darin, dass wir etwas vermeiden wollen, dass uns nicht unbedingt gut gefällt.

Nur zu oft wird das Pauken den Kindern zugeschoben. Über Alternativen macht sich kaum jemand Gedanken. Selbst Lehrer vermitteln hauptsächlich Lehr-Stoff. Das Lernen lehren sie nicht. Und die Eltern denken: Wir haben die Schule ja genauso hingekriegt. Warum nicht auch unsere Kinder?!

Wir lernen alle, immer!

Dabei ist Lernen so einfach (und muss den Hosenboden gar nicht strapazieren). Denken Sie einen Moment nach: Ist Ihnen klar, dass Sie jeden Tag jede Menge Dinge lernen und im Kopf behalten?! Dinge, die Sie einkaufen wollen, die Wegbeschreibung zum Arzt, den Witz des Kollegen, die Präsentation für die Geschäftsführung oder die technischen Daten der neuen Digitalkamera, die Sie sich kaufen wollen. Aber Sie büffeln das nicht!

Unser Gehirn speichert jeden Tag massenhaft neue Informationen. Wir lernen, ohne dass es uns bewusst ist – und auch ohne Mühe. Jedenfalls so lange, bis wir denken, dass wir uns hinsetzen und wirklich lernen müssen. Dann geht scheinbar gar nichts mehr rein in den Kopf.

Mnemotechniken machen es leichter

Hier kommt das Lernen mit den so genannten Mnemotechniken ins Spiel. Nicht, weil Sie das Lernen überhaupt möglich machen (Ihr Kopf kann lernen), sondern weil Sie es mühelos machen und uns vom stumpfsinnigen Pauken befreien. Man sogar so weit gehen zu sagen, dass Lernen im herkömmlichen Sinne damit überflüssig wird.

Das schlimmste am „normalen“ Lernen ist das Wiederholen und die Hilflosigkeit, dass es keine Anleitung gibt, wie man sich die erschlagend vielen Fakten am besten merken kann. Mnemotechniken beseitigen diese Nachteile, weil Sie den Lernstil komplett verändern.

Strategisch im Vorteil

Und noch etwas unterscheidet den aktiven, älteren Lerner: Überlegen Sie einmal, wie lange ein Kind braucht, um die Muttersprache zu erlernen. Erste Worte spricht ein Kleinkind ab etwa einem Jahr. Bis es sich fließend und flüssig ausdrücken kann, vergehen vier bis fünf Jahre.

Und nun schätzen Sie, wie weit Sie es als Erwachsener in einer Sprache bringen, wenn Sie jeden Tag rund um die Uhr eine fremde Sprache von fürsorglichen und rücksichtsvollen Menschen beigebracht bekommen? Sie werden wohl kaum weniger lernen, sondern eher viel weiter kommen, weil Sie das Lernen bewusster angehen werden als ein Kleinkind.

Mut zu lernen

Nein, Erwachsene lernen nicht schlechter, langsamer oder gar weniger als die Jugend. Wir machen es uns meistens selbst am schwersten und haben Hemmungen, neue Dinge zu beginnen. Dabei ist lernen gar nicht mühevoll, wenn man es nur richtig anstellt: Sowohl durch eine sorgfältige Planung als auch mit guten Lernwerkzeugen für den Kopf!

Dieser Artikel ist Teil des Blog-Books "Der Merkzeugkasten - Mnemotechniken für Anfänger und Fortgeschrittene". Wenn Sie mehr lesen wollen, schauen Sie sich das Inhaltsverzeichnis an.

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