1wPopaMYTVwOpOWv.jpg

Verbildern, Verbinden, Verorten – Die Grundlagen aller Mnemotechniken

Eigentlich ist es keine große Kunst mit Mnemotechniken viel mehr und so viel leichter zu lernen. Wer genau hinsieht, der entdeckt hinter dem eindrucksvollen Begriff ein paar einfache Regeln, anders zu denken. Und wenn der Kopf diese Grundlagen beherrscht, ist er für den richtigen Umgang mit komplexen Fakten bereits sehr, sehr gut gerüstet.

Der passende Rahmen – Verbildern

Während die Aufnahmefähigkeit des Kopfes bei harten Fakten enorm begrenzt ist, kann sich das Gehirn praktisch unendlich viele Bilder merken. Machen Sie dazu auch das Experiment in diesem Video.

Was liegt also näher, als alles, was Sie sich merken wollen, in bildhafte Vorstellungen zu verwandeln? Das mag auf den ersten Gedanken seltsam klingen, aber auch Zahlen und chemische Formeln lassen sich in Bilder verwandeln. Die Phantasie von Kindern ist ein Grund, warum junge Menschen angeblich leichter und schneller lernen als Erwachsene. Sie stellen sich Dinge einfach anders vor!

Kreativität, Phantasie uns Vorstellungskraft sind damit die wichtigsten Tugenden beim Lernen. Jegliche Form von Büffeln steht dagegen weit zurück. Und auch wenn manche Menschen behaupten, sie könnten nicht in Bildern denken: Kreatives Denken lässt sich tatsächlich lernen. Man muss es nur tun…

Binden und biegen – Verbinden

Was gemalt an der Wand hängt, dass lässt sich nur schwerlich verändern. Mit unseren Erinnerungen ist das anders: Was wir im Kopf haben, sind tatsächlich lebendige Vorstellungen. Wir können sie beliebig verdenken und verbiegen: Setzen Sie in Gedanken einfach mal Ihr Mobiltelefon in Brand. Kein Problem, oder?

Statt alle Fakten ordentlich und einzeln zu denken, merkt der Kopf es sich besser, wenn es geschickt miteinander verbunden wird. So können Sie zum Beispiel Ihren Einkaufszettel in eine lustige Mixtur verwandeln: Schneiden Sie die Paprika auf und füllen Milch hinein. Dann rühren Sie mit einer Kerze um und wickeln alles in Klopapier um es schließlich mit Honig und Nudeln zu bekleben.

Statt auswendig zu lernen, haben Sie gerade mit Hilfe kreativer Vorstellungen gemerkt. Wie viele Artikel enthält das Bild? Zählen Sie einfach nach… Und Sie können sicher sein: Das hält um ein vielfaches besser im Hirn!

Wo merken Sie denn? Verorten

Überlegen Sie einmal, WO Sie Ihr Geburtsdatum abgespeichert haben? Sie wissen es einfach, oder? Und erinnern Sie sich an den Grundriss Ihres Elternhauses? Um die Leistung des Gedächtnisses zu verbessern, können Informationen quasi außerhalb des Kopfes abgelegt werden.

Der Orientierungssinn ist eine der großen Stärken unseres Kopfes – und das können wir zum Merken tatsächlich nutzen, indem wir Fakten – natürlich in Bilder verwandelt – mit Orten verbinden. So kann der Kopf sich im wahrsten Sinne des Wortes zu den Informationen hin-denken.

Die Loci-Routen und der Gedächtnispalast nutzen diese Denk-Stärken gezielt aus. Damit wird das Gehirn zum Merk-Meister und kann unvorstellbare Fakten-Mengen behalten.

Mix-Mix

Ihre wirkliche Stärke spielen diese drei Denkweisen in Kombination aus. Wenn Sie harte Fakten konsequent in Bilder und diese in lebendige Szenen verwandeln, die Sie gezielt an Merk-Orten ablegen, dann beherrschen Sie genau genommen nicht nur die Grundlagen aller Mnemotechniken, sondern nutzen Ihr Gehirn bereits bis an die Grenzen des Denkbaren.

Dieser Artikel ist Teil des Blog-Books "Der Merkzeugkasten - Mnemotechniken für Anfänger und Fortgeschrittene". Wenn Sie mehr lesen wollen, schauen Sie sich das Inhaltsverzeichnis an.

Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+Share on TumblrEmail this to someone