Archiv der Kategorie: Leistungsfähigkeit

Das größte Problem der Schule: Lehrer lehren lernen nicht

„Schüler sind Zwangsabnehmer“, schreibt das Zitat aus der Sendung Scheibenwischer die Schule ab. Das Problem ist länger bekannt: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ Dieser Satz vom römischen Gelehrten Seneca ist (leider) falsch übersetzt: „Nicht für das Leben lernen wir, sondern für die Schule“ (Non vitae, sed scholae discimus). Vermutlich war Senecas Ausspruch trotzdem so gemeint, wie wir ihn heute verstehen.

Politiker sind durch die PISA-Studie (und vor allem durch kritische Berichte der Medien) aufgeschreckt und fürchten mehr um Wählerstimmen als um die Bildung nachwachsender Generationen. Sie schicken Lehrer hordenweise zu Fortbildungen und führen in panischer Rekordgeschwindigkeit das Zentralabitur ein. Aber Schule ist immer noch Schule. Der bittere Geschmack bleibt, denn statt die Methoden zu betrachten, mit denen Schüler (immer noch nicht) arbeiten, wird schlicht die Menge gemessen, die ihnen zu verdauen vorgesetzt wird.

Mnemotechnik würde Schule müheloser machen

Es ginge anders: Mit Merktechniken würde die Schule leichter und müheloser werden. Das tägliche Lernen ließe sich verkürzen. Oder es würde sich mehr Wissen mit weniger Anstrengung im Kopf anhäufen. Außerdem fehlen beim Lernen mit Merktechniken negative Etiketten, die am stinkigen Pauken kleben. Lernen kann Spaß machen! Dafür muss doch eine Lücke im Stundenplan zu finden sein?  Das ist vergleichbar mit jemanden, der versucht, aus einem Fels mit der Hand eine Figur zu meißeln und gar nicht auf die Idee kommt, sich ein Werkzeug zuzulegen.

Voller (Lehr-)Plan, nichts dahinter

Stattdessen leiden Schüler unter 50 und mehr Arbeitsstunden pro Woche. Lehrer schütten ihre Schützlinge konsequent mit abschreckend langweiligem Lernstoff zu (damit sie keine Zeit haben, auf dumme Gedanken zu kommen). Die letzten Zentimeter von Schulbuchseite zum Gehirn müssen die Schüler alleine schaffen. Sie bleiben häufig ratlos auf dem Hosenboden sitzen, wenn sie Namen von Einzellern, Länder und Hauptstädte auf entfernten Kontinenten und das gefürchtete Latein lernen sollen. Wenn es darum geht, wie gelernt wird, hängt der pädagogische Wissensstand an Methoden fest wie der scheinbar hoch-modernen Lernkartei. Aber die ist eine Erfindung aus den 70er Jahren. Schlimmer noch, denn das Prinzip der alten Schachtel ist Büffeln per Dauerwiederholung – nur geschickt verpackt in einen bunten Karteikasten für teure 14,99 Euro. Moderneren Rat kann der Lehrapparat oft nicht erteilen. Aber wer hört schon auf Lehrer?

Kunterbunter Schaukampf: Mit Technik gegen die Unwissenheit vorgehen

Warum wird das Lernen in der Schule nicht gelehrt? Angeblich sind die Lehrpläne planlos überfüllt. Lehrern fehle die Zeit. Stattdessen wird das Problem mit Geld statt mit Methode gelöst: In Klassenräumen werden Tafeln gegen Videobeamer ausgetauscht, jedem Schüler sein Laptop spendiert und der Schulhof um ein pädagogisch wertvolles Diskussionsforum erweitert. Das sieht gut aus! Mehr nicht!

Vielleicht ist es gerade die Schwäche von Merktechniken, dass sie nicht bunt und leuchtend in den Klassenräumen herumstehen und dass sie keine Unmengen von Geld verschlingen. Was unter Anwendern von Mnemotechnik schon lange bekannt ist, in das hat die Schule noch keinen einzigen Gedanken investiert:

Wenn Sie das Telefonbuch von Hamburg auswendig lernen wollen, werden Sie das mit konventionellem Lernen vermutlich gar nicht schaffen, oder es wird extrem frustrierend sein oder Sie werden verdammt lange dafür brauchen. Mit Hilfe von Mnemotechniken wird so etwas überhaupt denkbar. Und: Je mehr Sie sich merken wollen, desto besser muss die von Ihnen benutzte Technik sein. Der Merkmeister kennt die Grenzen des Gehirns und er arbeitet bei so einer Aufgabe an seiner Technik – ähnliches gilt übrigens auch für Hochleistungssportler. Während die Biologie Grenzen hat, schafft das gezielte Training und die richtige Technik den Raum für neue Rekorde.

Der Lehrer denkt kaum über den ersten Schritt nach und erklärt den Schülern am Anfang nicht einmal, wie er zu lernen hat. Schade!

 

Leserbrief: Komplexe Themen mit Hilfe von Mnemotechniken lernen?!

Hier ein Leserbrief über das Potenzial von Mnemotechniken: 

Hallo,

ich würde gern wissen, ob es auch möglich ist sich mittels Mnemotechniken komplexere Informationen zu merken? Ich habe den Eindruck, dass sich diese Techniken lediglich zum Auswendiglernen von Fakten eignen. Oder gibt es mittlerweile in dieser Hinsicht Weiterentwicklungen?

Vielen Dank!

Und hier die Antwort:

Hallo E.,

prinzipiell können mit Hilfe von Merktechniken alles lernen. Die Basistechniken fokussieren zunächst auf das Verarbeiten von Einzelinformationen. Fortgeschrittene Verfahren ermöglich durchaus das Merken komplexer Themen (und das weitaus effektiver als mit herkömmlichen Lernverfahren).
So können Sie zum Beispiel mit Hilfe der Routenmethode tausende Fakten in Reihenfolge merken (und die gleiche Technik zum Beispiel benutzen, um sich den Text für ein Drehbuch, eine Rede oder den Inhalt eines Buchs einzuprägen). Eine Abwandlung sind die so genannten Römischen Räume, in denen sich ebenfalls sehr viele Fakten ablegen lassen – allerdings ist hier keine Reihenfolge nötig. Beide Techniken mit ein paar kleineren Erweiterungen ergeben schließlich einen Gedächtnispalast – eher eine Art zu denken als eine Merktechnik, mit dessen Hilfe prinzipiell das komplette Wissen organisiert und leichter gemerkt werden kann.
Ich hoffe, damit Ihre Frage zu beantworten!
 

Gehirnjogging-Special auf GesuenderNet – Lese-Tipp

Was ist eigentlich Gehirnjogging? Und worin besteht der Unterschied zwischen Gedächtnistraining und Gehirnjogging? Die neue Reihe über Brainjogging auf GesuenderNet will den Lesern dies und vieles mehr erklären. Denn unter dem Schlagwort wird seit einigen Jahren einiges Geboten: Von Rätseln und Spielen bis zu ganzen Büchern, die verbesserte Leistungen des Gehirns versprechen.

Aber was verbirgt sich tatsächlich hinter dem Leistungssport für die grauen Zellen? Kann man das Gehirn tatsächlich trainieren? Es kreativer, schlauer und schneller im Denken machen? Finden Sie es heraus! Unter anderem gibt der Gedächtnistrainer und Autor Ulrich Bien ein paar gute Tipps, wie Sie Ihr Gehirn fit machen und Ihre Kreativität gezielt trainieren können.

Viel Spaß beim Lesen!

Quelle: GesuenderNet.de

 

Mnemo-System für das Medizinstudium – Leserbrief

Hier ein Leserbrief für alle Medizinstudierenden, die sich im Studium mit dem Auswendig-Lernen von Stoff herumquälen müssen:

Hallo,

ich studiere in I., wo wir jedes Jahr ein Abschlussexamen haben und in einer Prüfung mit 160 Multiple-Choice-Fragen zu dem ganzen Stoff des ganzen letzten Jahres geprüft werden. Wie die beiden Jahre zuvor stehen jetzt  wieder drei lange Monate an, wo ich in der Bibliothek haufenweise dicke Bücher durcharbeite und am Schluss vor Verzweiflung fast sterbe, da ich das ganze in der Schlussphase zum größten Teil wieder vergessen habe!

Ich selber habe mich mit der Thematik Mnemo-Techniken oder Speedreading schon beschäfftigt, wo ich aber nur beim Speedreading große Erfolge für mich nutzen konnte, da ich beim Verständnis-Lesen komplexe Texte besser und schneller verstanden habe. Jedoch haben mir  Merkbilder für die Zahlen 0-99 oder die Routen-Methode, also Mnemo-Techniken, nicht wirklich weitergeholfen um das Faktenwissen auch mit meinem Verständniswissen zu verbinden.

Und genau hier wende ich mich an euch, weil ich es leid bin so viel zu vergessen und auf der anderen Seite zu wissen, dass ich bestimmt was dagegen tun kann.

Ich hätte gerne ein System, dass wie ein riesiger Aktenschrank alle meine Infos aufräumt und bei bedarf schnell und einfach ausspuckt… Ich betrachte die einzelnen Mnemotechniken als Werkzeuge jedoch nicht als Methode um Dinge langfristig abzuspeichern…

Ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt, oder mir zumindest einen Rat gebt, wie ich dieses Problem besser anpacken kann.

Danke im Voraus,

A.

Und hier die Antwort:

Hallo Herr A.,

ich trainiere seit einigen Jahren Jurastudierende und das beste Mittel gegen (oder für) die Unmengen Stoff ist aus meiner Erfahrung der Gedächtnispalast – eine verhältnismäßig aufwändige Technik (die mit verschiedenen Merktechniken kombiniert wird), die allerdings den Vorteil hat, dass Sie sich Unmengen von Stoff präzise merken können.
Als Einstieg in das Thema kann ich Ihnen die Artikel dazu auf meinem Blog empfehlen unter http://www.denkreich.com/wiki/techniken-fur-profis/ und http://www.denkreich.com/wiki/zielgruppen/.
Viel Spaß beim Lernen und viele Grüße,
Ulrich Bien
 

Leserbrief: Gedächtnistraining für Fortgeschrittene

Hallo Herr Bien,

ich habe mich durch einige Bücher gearbeitet und im Rahmen meiner Möglichkeiten versucht, mir die verschiedenen Techniken anzueignen.

Nun würde ich gerne etwas ‚professioneller‘ weiterarbeiten. Was würden Sie mir empfehlen?

Mit freundlichen Grüßen,

D. S.

Und hier die Antwort:

Hallo Herr S.,

meine Erfahrung ist, dass intensive Nutzer von Merktechniken im Laufe der Zeit einen eigenen Denkstil entwickeln (und damit automatisch die Techniken weiter vertiefen).

Vor allem ist der Einsatz von Merktechniken jedoch davon abhängig, was und wie viel Sie sich merken müssen / wollen. Mit jeder neuen Herausforderung entwickeln Sie sich weiter. Die meisten Menschen brauchen für alltägliche Probleme zum Beispiel nicht gleich einen Gedächtnispalast anzulegen. Dafür müssen Sie schon eine harte Nuss zum Merken haben – dann greifen aber viele wie von selbst zu dieser Technik.

Sie sollten ohne fremde Hilfe schon ganz gut weiterkommen. Auch die Zusammenarbeit und den Austausch mit anderen Anwendern von Merktechniken würde ich empfehlen. Da findet man eine Menge gute Ideen (auch im Internet, zum Beispiel bei Brainboard).

Seminare vermitteln eher Grundlagen – es gibt in Deutschland so gut wie keine Aufbaukurse für erfahrene Denktechniker. Lediglich Top-Manager in den USA und Japan, die absolute Höchstleistungen von sich abverlangen, lassen sich in Einzeltrainings schulen.

Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter. Und sollten Sie spezielle Fragen haben: Einfach melden!

Ganz viele Grüße,

Ulrich Bien

Weiterführende Links: Brainboardhttp://www.brainboard.eu

 

Produktivität steigern und Internet abschalten

Computer sollten die Produktivität steigern – und scheinbar ist genau das Gegenteil passiert. E-Mail und Internet lenken von den wichtigen Aufgaben ab und kosten die Wirtschaft mittlerweile Milliarden – ganz abgesehen von allen, die sich wieder voll und ganz auf die wichtigen Dinge konzentrieren wollen.

Das Ergebnis: Viele Firmen (und Berufstätige) rudern zurück und greifen zu drastischen Mitteln, um endlich wieder Ruhe zu haben. Und es gibt mittlerweile zahlreiche kleine Programme, mit denen die Versuchung, mal schnell bei Ebay und Google zu schauen, einfach abgeschaltet wird, ohne gleich die Stecker aus der Wand zu reißen.

Mit der kostenlosen Erweiterung StayFocused für Google Chrome können Sie bestimmten Webseiten Zeitbudgets zuweisen. Ist die Zeit aufgebraucht, wird die Seite für den Rest des Tages gesperrt. Etwas anders funktioniert LeechBlock für Firefox: Dort können Sie präzise und detailliert einstellen, auf welchen Webseiten Sie wann und wie lange surfen wollen – oder eben auch nicht.

Solche kleinen Helfer sind nützlich für alle, die der Versuchung nicht widerstehen können und eben nicht schnell mal auf der einen oder anderen Webseite schauen wollen, um sich nicht mehr in den Weiten des Netz zu verlieren.

Quellen: Lifehacker / StayFocused / LeechBlock

 

Präsidentin mit Migräne? Krankheiten als Tabu in Wirtschaft und Politik

Die amerikanische Politikerin Michele Marie Bachmann wird bereits als Präsidentschaftskandidatin gehandelt. Wie in den USA üblich, werden die Anwärter auf das wichtigste Amt den Landes extrem kritisch unter die Lupe genommen.

Und genau das ist Bachmann bereits jetzt zum Verhängnis geworden, denn politische Gegner haben in die Medien gebracht, dass die Politikerin unter Migräne leidet – ein riskantes Thema, gerade weil sie angeblich auch noch Medikamente gegen die quälenden Kopfschmerzen einnimmt (lesen Sie die ganze Geschichte von Michele Bachmann bei BrainLogs).

Der Perfektionismus-Wahn wird in den obersten Ebenen von Wirtschaft und Politik schon lange gepflegt. Ein Manager muss leisten – koste es, was es wolle!

Die Migräne von Bachmann ist sicher kein Einzelfall – auffällig ist dabei nur, dass es der Dame angelastet wird und dass dies bekannt gemacht wurde. Die Dunkelziffer von Managern, die sich mit Drogen leistungsfähig halten, wird gleichzeitig als extrem hoch eingeschätzt. Sogar im Deutschen Bundestag sind Spuren von Kokain gefunden worden.

Schwächen zu zeigen ist keine Stärke der Führungseliten!

Quellen: BrainLogs / Tagesspiegel

 

Elf Mails am Tag sind noch kein Drama, oder? Studie über Produktivität und E-Mails in Deutschland

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (kurz BITKOM) hat eine Studie veröffentlicht, nach der jeder deutsche Berufstätige im Schnitt elf E-Mails am Tag bekommt – eigentlich kein Problem, aber mittlerweile sind über 90 Prozent aller Berufstätigen permanent und täglich online.

Die Klagen über Ablenkung von der Arbeit durch E-Mail und Telefon scheinen lauter zu sein, als die tatsächliche Belastung. Oder?

Mit den Ergebnissen kann aber etwas nicht stimmen – auch nicht, obwohl über 50jährige sogar 13 Nachrichten erhalten. 43 Prozent der unter 30jährigen lesen Ihre (elf) Nachrichten permanent (was auch immer das bedeuten mag). Mit elf durchschnittlichen Nachrichten wird ein Arbeitstag aber nicht in winzige Teile zerlegt – es sei denn, diese Nachrichten sind unzählige Seiten lang.

Zwar neigen wir dazu, die Belastung einer Nebensache (in diesem Falle E-Mails) über zu bewerten und mehr Zeit zu investieren als nötig, aber aus meiner Erfahrung erhalten viele Angestellte in Unternehmen teilweise 50 und mehr Nachrichten am Tag – und davon eine Unmenge nur zur Kenntnisnahme (CC) – und das stört konzentriertes Arbeiten und vor allem das Ausfiltern wichtiger Themen immens.

Prüfen Sie also kritisch, wie viele Nachrichten Sie tagtäglich bekommen, filtern Sie unwichtige Meldungen konsequent aus und vor allem: Schalten Sie das E-Mail-Programm ab und schauen Sie nicht alle zwei Minuten nach, ob neue Post da ist. Dann klappt es auch mit dem konzentrierten Arbeiten!

Und: Eine wunderbare Satire über die Studie hat Jochen Mai auf seinem Blog die karrierebibel veröffentlicht – lesenswert!

Quelle: BITKOM / Karrierebibel

 

Alle Gehirne sind gleich! Und alle Gehirne sind nahezu gleich leistungsfähig! – Interview mit Ulrich Bien auf Gesuendernet.de

Zu welchen (Spitzen-)Leistungen ist unser Kopf in der Lage? Warum können wir mehr merken, als wir glauben? Wo liegt der Unterschied zwischen ziemlich dumm und total genial? Maria Poursaiadi von Gesuendernet.de hat ein Interview mit dem Gedächtnistrainer Ulrich Bien über sein Buch Einfach. Alles. Merken. geführt.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Interview:

„Der Abstand zwischen Vollidiot und Nobelpreisträger ist gar nicht so groß, denn unser Gehirn ist zum Beispiel für die Steuerung des gesamten Körpers verantwortlich – und das ist schon eine gigantische Aufgabe. Und wir glauben, dass ein Computer mehr leistet, als der eigene Kopf, weil er ein paar Zahlen schneller zusammenzählen kann. Stellen Sie sich vor, eine Maschine zu bauen, die Spiegeleier braten kann: Geld einstecken, in den Supermarkt gehen, Eier kaufen und bezahlen – schon das ist kaum zu konstruieren. Die Technik wird die Leistungsfähigkeit unseres Kopfes niemals übertreffen!“ (Ulrich Bien)

Lesen Sie den kompletten Text bei Gesuendernet.de!

Viel Spaß beim Fremdlesen – und kommen Sie zurück…

Quelle: Gesuendernet.de