Archiv der Kategorie: Merk-Praxis

Musikstücke und Noten auswendig lernen – Leserbrief

Hier ein Leserbrief zum oft gefragten Thema „Musik und Noten auswendig im Kopf behalten“: 

Hallo Herr Bien,

habe gerade Ihr ausgezeichnetes Buch „Einfach. Alles. Merken.“ gelesen.

Da ich Musikerin bin, muss ich ganze Musikstücke auswendig spielen.

Gibt es hier eine Technik sich die Stücke leichter zu merken? Können Sie mir evtl. ein Beispiel geben?

Vielen Dank,

K.

Und hier die Antwort:

Hallo Frau K,

die Frage bekomme ich häufig gestellt. Ja, Sie können Musikstücke vielleicht einfacher und schneller merken als bisher, aber gerade dabei kommt es darauf an, wie Sie die Stück üben und selbst wahrnehmen. Manche Musiker zerlegen ein Stück in einzelne Melodieteile (Komponisten variieren gerne ähnliche Motive oder Sequenzen).

Andere Musiker schauen sich die Anordnung der Harmonien in einem Stück an: Ein Großteil der Populärmusik basiert auf einfachen Harmonie- oder Akkordfolgen, die sich einfach merken lassen (und die Melodietöne sind ein Teil davon). Die meisten Hits dürften auf der Folge C, F, G oder C, Am, F, G beruhen – auch Mozart hat sich dieser Konstruktionen bedient.

Mit diesen beiden Ansätzen haben Sie ein gutes Gerüst, in das sich die Feinheiten der Stück hineindenken lassen.

Einen weiteren Tipp, den ich aus eigener Erfahrung geben kann: Warten Sie nicht zu lange mit dem Spielen eines Stücks aus dem Kopf. Wir haben beobachtet, dass es Musiker gibt, die zwar die Noten nahezu auswendig kennen, aber ohne das Blatt vor der Nase ein Stück nicht spielen können. Der psychologische Aspekt (Sicherheit durch Sichtbarkeit) kann schnell zum Hindernis werden – dass sich der Kopf komplett weigert, ohne die Anwesenheit der gedruckten Fassung das Stück spielen zu können.

Hoffentlich konnte ich Ihnen mit dieser schnellen Antwort ein wenig helfen!

Ulrich Bien

post scriptum:

Vielen Dank, Herr Bien, für die rasche Antwort! Noch eine Frage, wenn ich mir Teile von Stücken merke, sollte ich das mit der Raummethode lernen? Oder haben Sie da einen anderen Tipp?

post post scriptum:

Hallo Frau K,

wie bereits geschrieben: Das hängt ganz davon ab, wie Sie sich Noten vorstellen. Wenn Sie die Folgen als Buchstaben im Kopf haben, können Sie Routen daraus bilden – das würde ich eher empfehlen als den Römischen Raum!

Ganz viele Grüße,

Ulrich Bien

 

Bibelstellen merken und Zitate einprägen – Leserbrief

Hier ein sehr interessanter Leserbrief zu zwei Themen, die auch in den Trainings sehr oft nachgefragt werden: Dem merken von Zitaten und ganzen Büchern – hier am Beispiel von Bibelstellen! Herr V. schrieb:

Hallo Herr Bien,

vor einiger Zeit habe ich bereits eine Frage gestellt, bei der es um das Merken von Gesetzestexten ging. Diesmal habe ich ein recht ähnliches „Problem“, wo ich aber keine passende Lösung finde.

Es geht um das Merken von Bibelstellen.

Generell habe ich da schon Ansätze, die es mir erleichtern. Eine Überlegung meinerseits war, die Bücher nach ihrer Reihenfolge zu nummerieren und dann mit dem Majorsystem in gängigere „Bilder“ umzuwandeln. So wäre das Buch Ephesser beispielsweise Europa. Europa bot sich an, da ich mir als erstes aus Ephesser 3:5 merken wollte wo steht, dass „es geoffenbart worden ist“ (mir kommt es nicht auf den 100%igen Wortlaut an!). So merkte ich mir, das geoffenbart worden ist, dass Europa (49. Buch) im (Kapitel 3)  Öl (Vers 5) schwimmt.

Die Methode mit dem Nummerieren ist aber doch zu kompliziert, da ich dann noch mehr nachdenken muss, bevor ich zur Lösung komme. Passender fand ich dann, dies nur bei manchen Büchern zu machen, mit deren Name ich sonst keine Geschichte bauen kann. Bücher, deren Name sich da einfacher handhaben lässt, wollte ich so nehmen wie sie sind (beispielsweise Matthäus).

Manche Stellen merkte ich mir auch anders. Beispielsweise habe ich ein Bild vor Augen wo ich das erste Mal sehe, dass 2 Johaniter einem Menschen helfen (1.Johannes 2Vers 1 → „wir haben einen Helfer beim Vater – Jesus). An diesem Beispiel ist (für mich) alles sehr gut beinhaltet und auf diese Art kann ich mir auch einige Stellen gut merken.

Aber eigentlich würde ich das Ganze gern etwas katalogisieren. Vielleicht in verschiedene Themen – wie alle Stellen über Jesus, oder über Gebote. Aber ich weiß nicht, wie ich das am Besten realisiere. Ein Gedächtnispalast wäre das bestimmt hilfreich, aber ich finde keinen Ansatz.

Vielleicht habe Sie einen Tipp für mich oder können ein paar Beispiele geben.

Eine Zeit lang habe ich auch jeden Tag eine neue Stelle gelernt und diese „auf“ verschiedenen Punkten der Straße gelegt, in der ich wohne. So war das Abrufen der Informationen recht einfach, aber es ist eben nicht geordnet.

Ich hoffe, Sie verstehen worauf es mir ankommt.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Mit freundlichen Grüßen,

V.

Und hier die Antwort:

Hallo Herr V.,

ich finde Ihre Ansätze sehr gut! Allerdings würde ich auch die Namen grundsätzlich in Bilder verwandeln, wobei Sie auch mit verschiedenen Bildern für den gleichen Namen arbeiten können, um mehr Abwechslung zu haben. Und dann ist die Frage, wie viele Stellen Sie sich merken wollen! Ein Großteil der Bibel besteht aus Geschichten.

Würde es da nicht Sinn machen, diese gleiche in die entsprechende Szene einzubauen und den Wortlaut mit Hilfe von Merkbildern abzusichern? So würde ich vermutlich vorgehen. Dann sparen Sie sich auch die Mühe, einen Gedächtnispalast aufzubauen. Oder Sie bauen sich eine umfassende Geschichte zum Lebensweg von Jesus – und an bestimmten Stellen markieren Sie die Zitate.

Themen-Bündel – wie die Zehn Gebote – können Sie in einem Bild unterbringen.

Zitate und Textstellen nach Themen zu ordnen ist dann wieder ein Ansatz für einen Gedächtnispalast. Lesen Sie die Artikel auf meinem Blog unter www.denkreich.com dazu – das könnte Sie inspirieren! Wenn ich mir Sprüche merke, dann verstärke ich in den meisten Fällen das Thema oder die wesentlichen Stichworte – so finde ich diese immer schnell im Kopf wieder, wenn ich Sie brauche… Für jede andere Form der Ordnung würde ich eine Route empfehlen!

Hoffentlich konnte ich Ihnen ein wenige weiterhelfen!

 Viel Erfolg beim Merken und viele Grüße,
Ulrich Bien
 

Schach-Positionen und ganze Partien einprägen – Leserbrief

Hier ein Leserbrief zum beliebten Thema Schach:

Sehr geehrter Herr Bien,

ich habe Ihre zwei Bücher mit Spannung gelesen und finde, diese sind außerordentlich gut gelungen (ich habe auch andere Bücher über Merktechniken/Gedächtnis/Lernen gelesen). Sie hatten darin angeboten, falls Fragen offen bleiben, könnte man Ihnen schreiben. Da Sie häufiger das Schachspiel erwähnten, denke ich, meine Frage könnte evtl. passen:

Ich suche seit längerem nach einer Möglichkeit, mir längere Zugfolgen, bis hin zu ganzen Partien etc. beim Schach besser merken zu können.

Naheliegenderweise ist da ja auch an Merktechniken zu denken, aber ich bin noch nicht fündig geworden bzw. hatte noch keine zündende Idee. Das, was ich von (Merktechnik-)Profis dazu gesehen hatte, wäre allerhöchstens im reinsten Anfängerbereich hilfreich, aber nicht, wenn es um lange Zugfolgen mit bis zu 20 Zügen, incl. Abzweigungen, geht. Wenn Sie eine Idee haben, wäre ich Ihnen dankbar für einen Tip. Wenn Sie denken, Sie könnten mir mit einem Beratungsangebot helfen, wäre das auch super.

Herzliche Grüße und vielen Dank im Voraus für Ihre Aufmerksamkeit,

W.

Und hier die Antwort:

Hallo Herr W.,

was Ihre Frage betrifft: Schach ist ein beliebtes Thema für Merktechniken. Die abstrakte Notation von Folgen ist eine gute Übung (Beispiel: „Lc4“, „Lxc4“, „b4“, „axb4“, „fxg6 e.p.“, „Sec4“, „Sexc4“, „T1c7“, „cxd8D“ – aus Wikipedia.

Sie können jeden einzelnen Zug mit dem Majorsystem, dem Zahlen-Symbol-System und einem Übersetzungsplan für die Figuren (oder ein Kombination dieser Techniken) in Bilder verwandeln und damit besser merken: Läufer auf c4 wäre dann ein Sprinter (Läufer), der in einer engen Kurve (c nach Buchstaben-Symbol-System) auf ein Messer (4 nach Zahlen-Symbol-System) tritt. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass Sie sich abwechslungsreiche Bilder ausdenken (damit auch bei sehr vielen Zügen keine Langeweile im Kopf entsteht) und dass die Bilder wieder eindeutig zurück zu den Zügen führen (wie beim Majorsystem – höchste Flexibilität bei präziser Übersetzung).

Im nächsten Schritt können Sie die Bilder auf Routen ablegen. Notieren Sie ganze Partien auf Spaziergängen und Wanderausflügen. Wenn Sie dabei Routenpunkte doppelt oder sogar mehrfach belegen, sollten Sie natürlich darauf achten, dass Sie die Reihenfolge der Bilder nicht durcheinander bringen.

Ich hoffe, Ihnen damit ein wenig weiter geholfen zu haben.

Ulrich Bien

Und hier die Rückantwort:

Hallo Herr Bien,

herzlichen Dank für Ihre Antwort und Anregung. Ihr Vorschlag ist sehr anschaulich für mich, und diese Methode lässt sich in jedem Fall sinnvoll beim Aneignen von konkreten Zugfolgen anwenden, was nicht heißt, dass es einfach ist. Ich glaube, wie bei vielem, ist es auch hier so, dass es nur am Anfang etwas mühseliger ist, in der Folge wird es dann immer leichter, bis man dann schließlich einen wirklichen Nutzen aus der Sache ziehen kann.

Sie können meine Frage sowie Ihre Antwort gerne in Ihrem Block veröffentlichen, allerdings bitte nur, so wie Sie es ja auch schon geschrieben haben, wenn mein Name dabei nirgends auftaucht.

Herzliche Grüße und weiterhin viel Erfolg mit Ihren Projekten,

W.

 

Zahlen in Bilder verwandeln – oder: Was sich in Gedanken alles aus einer 18 machen läßt

Zahlen kann sich der Kopf schlecht merken. Das liegt vor allem daran, weil das Gehirn eine Zahl selten in eine lebendige Vorstellung verwandeln kann. Eine 5 bleibt so lange ein abstraktes Etwas, bis wir dem Gehirn eine ausgestreckte Hand vor die Augen halten.

In diesem Artikel lernen Sie ein paar Möglichkeiten kennen, aus leblosen Zahlen – hier als beliebiges Beispiel die Zahl 18 – ein lebendiges Bild zu machen, das der Kopf besser behalten wird. Den das Denken in Bildern ist eine der ganz großen Stärken des Gehirns.

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1. Bedeutung – Die wohl häufigste Reaktion auf die Zahl ist sicherlich die Assoziation mit der Volljährigkeit. Um dieser Vorstellung etwas mehr Leben zu verleihen, denken Sie an eine junge Frau oder einen jungen Mann, die 18 Kerzen auf einer Geburtstagstorte auspusten.

2. Historisch – Wenn Sie sich in Weltgeschichte auskennen, dann könnten Sie zum Beispiel an den berühmten Aufstand der roten Augenbrauen in China im Jahr 18 n. Chr. denken. Etwas geläufiger ist das Ende des ersten Weltkriegs im Jahr 1918 oder die Veröffentlichung des Romans Frankenstein von Mary Shelley im Jahre 1818.

3. Zahlen-Symbole – Das Prinzip ist einfach: Verwandeln Sie die Ziffern nach dem Aussehen in Gegenstände. Klassische Symbole sind eine Kerze für die 1 und eine Kette für die 8. Aber genauso können Sie an einen Spazierstock, eine Stecknadel, einen Schneemann und eine Brille denken.

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4. Komplexes Symbolbild – Besser zu merken ist die geschickte Kombination von zwei Zahlen-Symbolen: Stellen Sie sich zum Beispiel vor, wie Robin Hood mit einem einzigen Pfeil zwei Scheiben trifft. Ungewöhnlich, aber gut zu merken.

5. Mathematik – Rechnerisch gesehen ist unsere Zahl weitgehend frei von jeder Sensation. Beim entfernten Nachbarn 16 ist das anders, denn diese Zahl läßt sich ganz quadratisch in vier mal vier zerlegen. Trotzdem sollten Sie diese Möglichkeit auch immer in Betracht ziehen.

6. Regionale bzw. kulturelle Bedeutung: Im Judentum ist die 18 eine Glückszahl. Das hebräische Zahlwort chaj bedeutet übersetzt Leben.

7. Majorsystem – Mit Hilfe einer der genialsten Merktechniken überhaupt kann die Zahl in jede Menge Begriffe und Bilder übersetzt werden. Das Majorssystem liefert die Begriffe Taufe, Tofu und doof für die 18.

8. In anderen Sprachen wird ebenfalls gezählt. Schon das englische eighteen klingt wie eine umgangssprachliche Anrede junger Menschen und macht die Zahl damit vorstellbarer.

9. Produktnamen – Die Bezeichnung bayerischer Automobile enthält auch die Zahlenkombination 1 und 8. So können Sie auch einen schicken Wagen zum Merken benutzen.

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Denken Sie sich unbedingt weitere Bilder aus, in denen die 18 enthalten ist. Wenn Sie damit fertig sind, machen Sie einfach mit der 19 weiter.

Lassen Sie sich von den Fotos im diesem Artikel inspirieren und suchen Sie die Zahl im Alltag, was jenseits von Autokennzeichen und Telefonnummern gar nicht so leicht und deshalb eine gute Konzentrationsübung ist.

Viel Spaß beim Anders-Denken!

 

Die Sieben Todsünden merken – Enten als Eselsbrücke

So seltsam das Thema erscheinen mag, aber die Sieben Todsünden sind ein klassischer Gesprächsstoff: Wie zum Beispiel der Film Sieben oder das gleichnamige Bild des Künstlers Hieronymus Bosch – nur um zwei zu nennen (eine ausführliche Liste dazu bei Wikipedia).

Aber was waren die sieben Fehltritte? Und wie lassen sie sich merken? Keine ganz leichte Aufgabe, denn der Kopf ist in der Lage, rund sieben Fakten für ein paar Minuten zu behalten, aber inklusive lateinischer Übersetzung steht das Hirn schon der doppelten Menge gegenüber. Und einfach so zu merken, bleibt meistens nicht langfristig im Kopf hängen. Aber mit Merktechniken wird das Einprägen, leichter, kreativ und vor allem langfristig und zuverlässig.

Probieren Sie folgende, ungewöhnliche Methode aus!

Bevor wir mit dem Konstruieren einer schlauen Eselsbrücke beginnen, hier erst einmal die Sünden in aller Ausführlichkeit:

  • Hochmut (Superbia)
  • Geiz / Habgier (Avaritia)
  • Wollust (Luxuria)
  • Zorn (Ira)
  • Völlerei (Gula)
  • Neid (Invidia)
  • Faulheit (Acedia)
In diesem Beispiel werden die Sieben Todsünden (inklusive ihrer lateinischen Bezeichnungen) mit Hilfe der Routenmethode gemerkt (ähnlich wie im Artikel Die zehn größten Staaten der Erde merken).

Eine Route ist eine definierte Reihenfolge, die wir gut kennen, und mit der die zu merkenden Informationen verbunden werden – klingt einfach! Ist auch so…

In diesem Fall wollen wir die Fakten mit ersten Strophe des bekannten Kinderlieds Alle meine Entchen verbinden. Klingt ungewöhnlich! Funktioniert aber besonders gut…

Hier ist der Text, den wir zum Merken nutzen werden:

Alle meine Entchen
schwimmen auf dem See,
schwimmen auf dem See,
Köpfchen in das Wasser,
Schwänzchen in die Höh‘.

Um diese Zeilen als Merk-Regal zu benutzen, müssen wir sieben Punkte definieren, mit denen die Sünden verknüpft werden können. Schauen Sie sich den Text noch einmal an und markieren Sie im Kopf einprägsame Begriffe.

Hier die Version mit den Merk-Orten (Schlüsselwörtern), die gleich zum Einprägen benutzt werden:

Alle meine Entchen
schwimmen auf dem See,
schwimmen auf dem See,
Köpfchen in das Wasser,
Schwänzchen in die Höh‚.

Im zweiten Schritt verbinden wir eine jeweils passende Sünde mit den Begriffen. Hier ein paar Vorschläge, wie Sie dies kreativ umsetzen können – sollten Ihnen die Bilder nicht gefallen, dann malen Sie sich einfach selbst lebendige und lustige Vorstellungen aus.

  • Die Entchen tragen lustige Pullover aus Wolle.
  • Allerdings sind sie zu faul zum Schwimmen.
  • Der See wird deswegen neidisch und…
  • …schlägt voller Zorn Wellen über den Köpfen der Enten zusammen.
  • Die sind danach voll mit Wasser.
  • Aber ihre Schwänzchen sind trocken, weil sie diese gezielt
  • …und hochmütig in die Höhe gestreckt haben.

Und? Haben Sie in den Bildern die Sünden wieder entdeckt? Stellen Sie sich die Bilder so lebendig wie möglich vor und gehen Sie danach im Kopf den Liedtext durch. Wenn Ihre Phantasie gute Vorstellungen produziert hat, müssten Ihnen alle Bilder mit den entsprechenden Hinweisen auf die jeweiligen Todsünden wieder einfallen.

Wenn Sie das Gefühl haben, die Bilder sitzen fest in Ihrer Vorstellung, können Sie jedes Bild um einen Hinweis auf die lateinische Übersetzung erweitern – auch hier gilt: Wenn Ihnen ein Merkbild nicht gefällt, dann unbedingt gegen ein eigenes ersetzen.

  • Enten mit Wollpullovern sind der reine Luxus.
  • Beim Schwimmen sind Sie keine Asse im Vergleich zu englischen Enten (As auf Englisch ist Ace).
  • Der See wird neidisch, weil er nicht so „in wie die“ ist.
  • Die Wellen schlagen so hoch wie vor der irischen Küste.
  • Voll mit Wasser sehen die Enten aus, wie mit Gulasch gemästet.
  • Die Schwänzchen wurde gezielt vor dieser Havarie gerettet.
  • Die hochmütigen Enten fühlen sich „superb„!

Was ist gerade in Ihrem Kopf passiert? Anstatt zu lernen, haben Sie sich lediglich ein paar Bilder mit den richtigen Hinweisen (Schlüsselwörtern) vorgestellt, statt langweilig auswendig zu lernen. Auch wenn diese Art zu merken ungewöhnlich erscheint: Probieren Sie aus, an wie viele der gemerkten Fakten Sie sich nach ein paar Tagen noch erinnern! Sicherlich an viel mehr, als wenn Sie herkömmlich gelernt hätten.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Merken!

Quellen: imdb / Wikipedia

 

Zahlen in Bilder verwandeln – oder: Wann wurde das Teleskop erfunden? – Video

Hier eine Merkhilfe für das Erfindungsjahr des Fernrohr – wieder als Video mit zahlreichen Bildern! Wer einmal das Prinzip verstanden hat, für den ist es ganz leicht, Zahlen in lebhafte, bunte Vorstellungen zu verwandeln.

Um sich wenige Ziffern einzuprägen, muss es nicht immer das Majorsystem als die perfekte Merktechnik sein. Dass es auch einfacher geht, zeigt dieses Beispiel!

Damit wird das Lernen zu einem spannenden Rätsel auf der Suche nach dem passenden Bild. Viel besser, als tausendmal zu wiederholen und dann doch wieder zu vergessen…

Zu diesem Artikel gibt es auch eine Textversion.

Quelle: YouTube-Kanal von denkreich

 

Merken von langen Texten und Vorträgen – Leserbrief

Hier ein Leserbrief zu einem Klassiker der Merktechniken – dem Einprägen von Vorträgen und langen Texten:

Hallo!

Ich muss beruflich mit mehreren verschiedenen Skripten arbeiten, und würde diese natürlich lieber ohne diese vortragen können, sondern diese direkt abrufbar im Gedächtnis haben wollen.
Mit welcher Methode ist dies wohl am besten realisierbar? Mit der Loci Methode oder dem Palast, kombiniert? Oder der Routenmethode….?
Über eine Antwort wäre ich dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
E. W.

Und hier die Antwort:

Hallo Herr W.,

die Loci-Methode ist ein Teil der Routentechnik (jeder Routenpunkt ein Merk-Ort – im Lateinischen Locus). Das ist meine favorisierte Methode für Vorträge, weil lange Routen leicht zu konstruieren sind und zuverlässig im Kopf abgewandert werden können (hier ein einfaches Beispiel: http://www.denkreich.com/2011/06/18/deutsche-bundeslander-und-deren-hauptstadte-nach-grose-geordnet-merken-mit-hilfe-der-routenmethode-und-dem-majorsystem/).
Perfekt, wenn Sie zum Beispiel Spaziergänge nutzen, die Sie tatsächlich ablaufen – dann können Sie Ihre Vorträge in der Freizeit hervorragend bearbeiten.
Der Gedächtnispalast (s. http://www.denkreich.com/wiki/techniken-fur-profis/ist eine so genannte Mischtechnik, die zum Abspeichern von viel und sehr unterschiedlichem Wissen genutzt werden kann. Für Vorträge (also Folgen von Fakten) ist sie nicht geeignet. Allerdings kann man auch Routen in einen fiktiven Palast einbauen. 
Viel Erfolg beim Merken!
Ulrich Bien
Und die Rückantwort:
Hallo Herr Bien!

Erst einmal vielen Dank für die Mail. Ja, ich hatte bereits vermutet, das die Loci-Methode der beste Weg dafür sein  könnte.
Die Routentechnik ist mir auch schon bekannt, da ich diese in einem Seminar gelernt habe. Und ich muss sagen, das diese doch schon sehr gut funktioniert.

Ich habe mir auch Ihr Buch zugelegt, welches heute geliefert wurde. Wo ich auch dann gleich das mit den 20 Symbolen ausprobiert habe. Das war heute mittag gegen 12 Uhr.
Jetzt um etwa 24 Uhr sitzten diese immer noch….es ist kaum zu glauben, wie einfach es ist!

Mit freundlichen Grüßen

E. W.

 

Bulle, Ochse, Stier und Kalb- den (kleinen) Unterschied beim lieben Vieh kennen und behalten (Eselsbrücke)

Kennen Sie den Unterschied in der Anrede männlicher Rinder? Wenn nicht, oder falls Sie nicht sicher sind, hier zunächst einmal die genaue Definition der Begriffe:

Bis zum 7. Monat wird alles auf vier Beinen als Kalb bezeichnet. Danach bis zum ersten Geburtstag spricht der Experte vom Jungrind. Danach heißen die Jungs entweder Bulle oder Stier (trotz unterschiedlicher Bezeichnungen steht beides für das geschlechtsreife, männliche Rind). Und als Ochse wird schließlich ein kastriertes Rind (Bulle / Stier) bezeichnet.

Und wie kann man sich das merken?

Die Verbindung aus Kalb und dem siebten Monat lässt sich mit Hilfe der Ähnlichkeit zwischen dem Buchstaben „K“ und der „7“ merken. Schauen Sie sich das Wort „Kalb“ so lange an, bis Sie die „7“ im ersten Buchstaben des Wortes sicher sehen – und bei Bedarf auch wiedererkennen (erinnern).

Den stierenden Bullen (Verbindung beider Begriffe) können Sie mit Hilfe des Bullen als Symbol der Wertpapiermärkte merken. Der Stier ist geschlechtsreif, stiert also die Kühe (weibliche Rinder) an und ist aufbrausend wie ein Bullenmarkt. Der Ochse hingegen kann genau das nicht (mehr) und steht einfach nur dämlich daneben (abgeleitet aus der umgangssprachlichen Beleidigung „dämlicher Ochse“).

Viel Spaß beim Merken!

 

Leserbrief: Chemische Strukturformeln merken

Hier ein Leserbrief zum oft nachgefragten Thema Chemie:

Hallo Herr Bien,
ich suche seit langem eine Technik, um mir chemische Strukturformeln merken zu können, z.B. die der Aminosäuren.
Unten habe ich zwei Links zu Abbildungen (ersetzt gegen die Bilder unter) mit den Strukturen. Das Problem ist nicht unbedingt, dass die Strukturen sehr komplex sind, sondern vor allem oft sehr ähnlich…

Über eine Hilfe würde ich mich freuen.
A.W.
Und hier die Antwort:
Hallo Frau W.,

ich bin kein Chemie-Experte, aber die Strukturen sind einfach zu merken, WEIL sie so ähnlich sind. Genauer gesagt: Weil es sich immer um die selbe Grundstruktur handelt und die Unterschiede minimal sind.
Sie brauchen zum Beispiel bei Serin und Cystein nur eine Basisstruktur zu kennen. Dann verbinden Sie die Namen und die Unterschiede der jeweiligen Moleküle: Bei Cystein ist es die SH-Gruppe (Merkhilfe: die brauchen Sie, um aus dem C ein komplettes SCH zu machen – „SCHlau“, oder?).
Oder bei Serin ist es nur der Wasserstoff (verbinden Sie hier die trockene „Seringeti-Savanne“ (auch wenn die nicht so geschrieben wird) mit dem Wasser(stoff), den sie braucht, um wieder ein wenig grüner zu werden.)
Viel Erfolg beim Merken!
Ulrich Bien
 

Rezension zum neuen Buch „Trainiere. Dein. Gedächtnis.“ auf Lernen-Merken-Erinnern.de

Gerade die Anregung zur praktischen Nutzung mit der Darstellung unterschiedlicher Einsatzmöglichkeiten der Gedächtnistechniken ist sehr gut gelungen.“ Sergej Jost von Lernen-Merken-Erinnern.de hat das neue Buch von Ulrich Bien „Trainiere. Dein. Gedächtnis.“ unter die Lupe genommen und eine ausführliche Rezension geschrieben.

Jost hat beim Lesen einen der wichtigsten Grundsätze von Biens Methoden zu spüren bekommen: „Dabei bleibt der Autor seinem Schreibstil treu und sorgte bei mir an der einen oder anderen Stelle für ein Grinsen.“ Lernen (und Lesen) muss Spaß machen!

Der Autor der Rezension hat bereits das erste Buch gelesen und „Einfach. Alles. Merken.“ ebenfalls zum Buch der Woche gekürt. Er kann daher beide miteinander vergleichen: „Die Stärke des Buches (im Vergleich zu Einfach. Alles. Merken.) ist wohl die größere Menge an Praxisbeispielen bzw. Empfehlungen für den Einsatz der Gedächtnistechniken. Und das ist auch der größte Unterschied dieser beiden Lektüren.

Die komplette Rezension lesen Sie bei Lernen-Merken-Erinnern.

Quelle: Lernen-Merken-Erinnern.de