Archiv der Kategorie: Merk-Praxis

Sichere Passwörter einfach ausdenken und merken – eine Variation zu einem bekannten Thema

Passwörter im Internet sind immer wieder ein heißes Thema: Auf der einen Seite weigert der Kopf sich, komplizierte Kombinationen zu merken, auf der anderen Seite ist es extrem unsicher, immer wieder „Schatzi“ und „Passwort“ zu verwenden. (Lesen Sie dazu auch diesen Artikel: Gefährlich einfallslos: die meist-verwendeten Passwörter auf dem iPhone und im Internet).

Dieses Dilemma lässt sich am besten lösen, wenn aus vertrauten Fakten eine unknackbare Zeichenfolge erzeugt wird. Und das ist gar nicht schwer, wie Sie vielleicht denken. Schauen Sie sich einmal folgendes Passwort an:

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Sieht ziemlich unknackbar und gleichzeitig schwer zu merken aus. Ist es aber nicht. Kombinieren Sie einfach ein Datum mit einem Ort oder einem Namen. Und dann mischen Sie Zeichen und Ziffer zusammen. Wenn Sie genau hinsehen, dann erkennen Sie den Ort „München“ und das Datum 03.04.1968. Und hier noch eine (ausgedachte) Kombination aus einem Frauennamen und einem anderen Datum (Sie können statt dessen auch eine Telefonnummer benutzen):

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So einfach ist es, sich unvergessliche und super-sichere Passwörter auszudenken. Und noch eine Ergänzung: Erweitern Sie Ihre neu erlernte Passwort-Ausdenk-Methode um ein paar einfache Regeln. Ersetzen Sie zum Beispiel in Zahlen die „3“ immer gegen ein „E“ und umgekehrt. Das „T“ wird zum Plus-Zeichen und die Kombination „TT“ wird gegen das „#“ (Doppelkreuz) ersetzt. Der Bindestrich könnte Platzhalter für das „i“ sein. Je kreativer Sie Wörter verbiegen, desto besser das Ergebnis. Allein durch solche Regeln, kann ein ganz normales Wort zur unüberwindbaren Hürde für Hacker werden:

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Haben Sie den Namen erkannt? Wenn nicht: Die kryptische Kombination steht für „Peter Meier“. Die Regeln für die undurchschaubare Verwandlung waren:

  • „P“ wird gegen „9“ ersetzt (sieht aus wie der gespiegelte Buchstabe).
  • „E“ wird gegen „3“ ersetzt.
  • „T“ wird augetauscht gegen „+“
  • Leerzeichen werden zum Unterstrich „_“
  • „i“ wird zum Bindestrich „-„

Damit haben Sie zwei weitere Möglichkeiten, sich im Internet besser vor digitalen Angriffen zu schützen, ohne schwierige Zugangsschlüssel auswendig lernen zu müssen – und das Risiko eingehen, ein Passwort zu vergessen.

 

 

Geschichte als Musikvideo – Lernen mit Musik!

Informationen Gehirn-gerecht aufbereiten – das hilft beim Merken! So bleiben zum Beispiel Eselsbrücken in Reimform besser im Kopf haften: 333 bei Issos Keilerei… (in diesem Fall so gut, dass nur noch wenige wissen, was damals in Issos geschehen ist / die Lösung gibt’s hier).

History for Music Lovers ist ein YouTube-Kanal mit mittlerweile über 50 Videos voller Geschichtswissen – und zwar verpackt in bekannten Pop-Songs: Der Trojanische Krieg in Tainted Love von Soft Cell oder auch die Französische Revolution eingewickelt in Bad Romance von Lady Gaga. Für Fans klassischer Themen und Lieder: Die Biographie von Leonardo Da Vinci eingebaut in Dear Prudence von John Lennon.

httpv://www.youtube.com/watch?v=CiQ4j-D5o4o&feature=player_profilepage

Leider sind alle Videos auf Englisch, aber mit Untertitel. Also eine gute Gelegenheit, das eigene Fremdsprachenwissen wieder mal aufzufrischen.

Fazit: Unbedingt ansehen! Vielleicht findet sich ja ein Musikfan, der deutsche Texte für den Geschichtsunterricht schreibt!

Quelle: YouTube / History for Music Lovers

 

Wie hoch ist der höchste Berg der Erde eigentlich?

Der Mount Everest ist der höchste Berg der Erde – zweifelsfrei! Aber wie hoch der Berg wirklich ist, steht nicht genau fest. Offiziell sind es 8.848 Meter. Die Briten haben 1952 zuerst gemessen und sind auf genau 8.847,84 Meter gekommen. Chinesische Experten kamen zu einem etwas anderen Ergebnis: 8.844,42 Meter. Und 1990 haben Wissenschaftler aus den USA sogar 8.850 Meter ermittelt.

Nun hat die Regierung von Nepal die erneute Vermessung beauftragt. Das Ergebnis wird allerdings noch zwei Jahre auf sich warten lassen.

Und wie kann man sich bis dahin die Höhe des Bergs merken? Mit Hilfe des Majorsystems lässt sich die 8.848 in die Frage „Wofür Hawaii?“ verwandeln (WFRW = 8.848, der Rest der Buchstaben wird nicht übersetzt). Hier finden Sie zwei Einführungsvideos zum Majorsystem.

Und genau das fragt man sich, wenn man auf dem Gipfel steht! Wofür Hawaii…?

Viel Spaß beim Merken!

Quelle: Welt online

 

Bewegungsabläufe im Sport mit Mnemotechniken besser erlernen – geht das?

Ein Leser hat die Frage gestellt, ob sich Bewegungsabläufe im Sport ebenfalls mit Merktechniken schneller und besser vermitteln lassen – und zwar speziell für Kinder.

Merktechniken helfen beim Lernen, wichtige Fakten zuerst einmal fehlerfrei, leicht und schnell in den Kopf zu bekommen. Gerade wenn praktische Tätigkeiten gelernt werden, helfen Mnemotechniken, die Abläufe im Kopf zu haben, was den Übergang zur Routine beschleunigen und vereinfachen kann. Das Üben selbst kann keine Denk-Technik ersetzen.

Spitzensportler trainieren und wiederholen bestimmte Abläufe viele Jahre lang, bis sie eine Präzision erreichen, die sie zu Siegern macht. Der englische Journalist und Tischtennisspieler Matthew Syed hat ein faszinierendes Buch darüber geschrieben, in dem er die Geheimnisse erfolgreicher Musiker und Sportler genau analysiert hat: Was heißt schon Talent?: Mozart, Beckham, Federer und das Geheimnis von Spitzenleistungen (absolut lesenswert).

Merktechniken können tatsächlich im Sport helfen: Kleine Kinder erlernen zum Beispiel Schwimmen, indem die grundlegenden Bewegungen mit denen eines Gebets (Hände zusammen halten) und eines Maulwurfs (Händen wieder nach hinten nehmen) in eine vorstellbare und vergleichbare Bewegung übersetzt werden.

Je anschaulicher das Bild, desto leichter wird sich das Kind die Bewegung vorstellen und übernehmen können.

Etwas vergleichbares gibt es beim Segeln: Um Kindern (und Erwachsenen) zu erklären, wie der relativ schwierige Palstek geknotet wird, erzählen viele Surf- und Segellehrer meistens eine kleine Geschichte:

„Eine Schlange taucht aus dem Teich, windet sich um einen Baum und taucht dann wieder zurück in den Teich.“

Die Geschichte bzw. das vorstellbare und leicht zu merkende Bild erklärt, wie das Seil geführt werden muss, damit der Knoten richtig gemacht wird. Der Ablauf wird dabei in eine vom Gehirn besser zu verarbeitende Information umgewandelt, die besser im Kopf bleibt als das abstrakte Gewirr von Seilen.

 

Einfach Chinesisch lernen: Die häufigsten Schriftzeichen leicht und schnell merken

In diesem und den demnächst folgenden Artikeln möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie sich die häufigsten chinesischen Schriftzeichen ganz einfach einprägen können – und damit Ihre ersten Schritte in einer faszinierenden Sprache machen. Schauen Sie sich an, wie leicht es sein kann, Chinesisch zu lernen:

httpv://www.youtube.com/watch?v=WJeTMsjYOt4

In den folgenden Wochen möchte ich Ihnen die geläufigsten und häufigsten chinesischen Schriftzeichen plus Aussprache in Merkbilder übersetzen, mit denen Sie schnell erste einfache Texte übersetzen und verstehen können.

Bitte beachten Sie, dass alle Bilder nur Vorschläge sind. Sollte Ihnen ein Bild einfallen, das Ihrem Gehirn besser gefällt: Vergessen Sie bitte meinen Vorschlag! Hier geht es vor allem um das Prinzip, einfach und mühelos abstrakte Informationen in Bilder zu verwandeln und damit auf eine völlig neue und mühelose Art zu lernen, statt sich durch das altbekannte Auswendiglernen durch die Zeichen zu quälen.

Um Chinesisch zu lernen, brauchen Sie auch nicht die rund 60.000 bekannten Schriftzeichen komplett zu lernen. Statistisch gesehen, können Sie bereits mit wenigen hundert Zeichen einen Großteil chinesischer Texte verstehen. Zum Beispiel bereits mit 100 Zeichen rund 42 Prozent aller Texte! Schauen Sie sich folgendes Schaubild an:

Auf der senkrechten Achse sehen das Textverständnis in Prozent und auf der horizontalen Achse die Anzahl der Vokabeln, die Sie kennen müssen, um ein entsprechendes Verständnis zu erreichen .

Und nun möchte ich Ihnen anhand zahlreicher Beispiele zeigen, wie einfach es ist, diese Sprache zu erlernen. Wir benutzen dazu eine Liste der häufigsten Buchstaben und denken uns von oben nach unten durch (die vollständige Liste der häufigsten chinesischen Schriftzeichen finden Sie hier).

Hier nun also die ersten 10 Zeichen inklusive Eselsbrücken:

1. 的 (di) sicher, wahr, wirklich, Ziel

Der Teil rechts sieht aus wie ein Bogenschütze mit ausgestreckten Arm, der gerade einen Pfeil auf den Bogen legt. Damit zielt er auf einen Tisch auf dem ein Streichholz steht (links). „Die will er wirklich und wahrhaftig treffen?“ Und er trifft sicher sein Ziel.

2. 不 (bu) nicht

Ein Türsteher mit ausgestreckten, leicht gesenkten Armen, der Ihnen den Weg versperrt. Er schüttelt den Kopf (Querstrich oben deutet die Bewegung an). Wir dürfen hier nicht rein. Und weil wir nicht weitergehen ruft er „Buh„, um uns zu vertreiben.

3. 一 (yi) ein, eins, nur, ein bißchen

Der Horizont (gibt’s nur einmal und ist unendlich) und auch das Zeichen ähnelt einer auf die Seite gelegte eins. Wir freuen uns aber nur einmal und ein bißchen auf den langen Weg, den wir vor uns haben. Trotzdem rufen wir „Yippie!“

Ähnlich: 十 (shi) zehn

Sieht aus wie eine durchkreuzte eins und ähnelt auch einem Paar überkreuzterSchi.

Ähnlich: 二 (er) zwei

Er geht einfach weiter bis zum zweiten Horizont.

Ähnlich: 三 (san) drei

Und weil so weit gegangen ist, geht er weiter bis zum dritten Horizont, wo es auchsanitäre Anlagen gibt.

4. 我 (wo) ich

Wo ist mein Gesicht? Sieht aus, wie eine verzerrte Strichzeichnung von einem Gesicht (auch auf die Seite gedreht).

Kombination: 我 的 (wo de) mein

Wenn ich auf etwas ziele, dann ist es meins.

Gehen Sie die Zeichen in Ruhe durch und bleiben Sie so lange bei einem Zeichen, bis Sie ein gutes Merkbild gefunden haben, in das Sie auch die Aussprache und die Bedeutung eingebaut haben. Erst dann machen Sie mit dem nächsten Zeichen weiter.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lernen!

 

Was ist eine Lyra?

Hinter dem Begriff Lyra verbergen sich ganz unterschiedliche Dinge. Hier eine Auswahl, was eine Lyra alles bedeuten und sein kann:

Immerhin fünf Erklärungen für einen einzigen Begriff. Und wie merken? Fünf Begriffe lassen sich einfach in einem Bild unterbringen. Dabei ist die Frage, was der Anker (erster Erinnerungspunkt) für das Bild ist? Hier ein Vorschlag:

„Auf einer Straßenbahn steht eine riesige Leier, die von einem Griechen gezupft und gestrichen wird (und der dabei ganz verträumt in die Sterne schaut) und dabei klingt die Lyra wie ein Glockenspiel, dass eine Kapelle neben der Straßenbahn sofort in Marschgeschwindigkeit verfällt.“

Ganz nebenbei: Das Sternbild der Lyra (Leier) besteht aus fünf Sternen (entspricht der Zahl der Bedeutungen oben) und sieht aus wie ein schiefes Quadrat (weil es von der Straßenbahn gerammt wurde) mit einem Stern, der etwas versetzt an der Ecke oben rechts angesetzt ist. Und dieser (Haupt)Stern heißt „Wega„, weil die Straßenbahn das Sternbild auf dem „Weg“ angefahren hat – alles ganz einfach, oder…?

 

Gefährlich einfallslos: die meist-verwendeten Passwörter auf dem iPhone und im Internet

Gerade im Internet ist heute höchste Sicherheitsstufe angesagt, denn mittlerweile fallen Hacker auch über die Server großer Unternehmen her und erbeuten Datenberge vertraulicher Informationen. Ein Passwort zu knacken ist für einen schnellen Computer mittlerweile eine Fingerübung.

Und gerade im Internet gehen wir auf Nummer sicher und verwenden Schlüssel, die wir garantiert nicht vergessen. Aber die Einfachheit hat ein Risiko, denn je simpler der Code, desto schneller kommen die Hacker uneingeladen auf dem eigenen Computer vorbei.

Der iPone-Entwickler Daniel Amitay hat über 200.000 Passwörter von iPhones ausgewertet und kommt zu einem nüchternen Ergebnis: Das am meisten benutzte Paswort ist die Ziffernkombination „1234“ – sofern sich das überhaupt als Schlüssel bezeichnen lässt. Immerhin rund 5% aller analysierten User benutzen die Folge. Aber auch die folgenden Plätze sehen nicht komplizierter aus: 0000, 2580, 1111 und 5555.

Im letzten Jahr hat die New York Times eine Studie des Softwareunternehmens Imperva veröffentlicht, nach der das am meisten verwendete Passwort im Internet „123456“ lautet – dicht gefolgt von der kreativen Variante „12345“. Auf die Plätze drei und vier wurden „123456789“ und „password“ verwiesen.

Damit liegt der Schlüssel nicht einmal unter der Fußmatte, sondern steckt in der Tür – sofern diese überhaupt geschlossen ist!

Moderne Bürotechnik läßt den Spitznamen des Partners und das Lieblingsgericht als Passwort gar nicht mehr zu. Wirre Buchstaben- und Zahlenfolgen sind gefordert, damit das Firmennetz sicher ist. Und auch zu Hause ist sicher einfach sicherer: Für jede Website ein eigenes Passwort und das auch noch regelmäßig ändern.

Wer soll sich das alles merken?

In einem Artikel dazu bei Working@Office sind verschiedene Methoden beschrieben (die auch im Buch erklärt werden), wie man sich sichere und leicht zu merkende Passwörter ausdenkt.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen und tatsächlich auch leicht im Kopf behalten: 1QW23ER4, 9OLKI87UJ oder 12JFMAMJ6 – in Sekunden ausgedacht und garantiert sicher im Gehirn abgespeichert.

Wie das funktioniert und wie auch solche komplizierten Passwörter leicht zu merken sind, lesen Sie hier.

Quelle: Lifehacker / NYTimes / Working@Office