Archiv der Kategorie: Produktivität

Acht Stunden Schlaf sind eine moderne Erfindung

Früher war alles anders: Acht Stunden zu schlafen war eher unnatürlich! Zwei Studien amerikanischer Wissenschaftler zeigen, dass Menschen im Mittelalter und sogar noch viel später (bis in die 1920er Jahre hinein) nicht unbedingt durchgeschlafen haben.

Zahlreiche Berichte, Tagebücher und Briefen lieferten den Forschern Anhaltspunkte dafür, dass Mann und Frau damals zweimal schliefen: Einmal für ein paar Stunden nach Sonnenuntergang. Danach folgte eine teilweise mehrere Stunden lange Wachzeit. Es wurde gebetet, gelesen, Geschlechtsverkehr praktiziert und teilweise auch aufgestanden – vom Plausch mit dem Nachbarn bis zum Ausflug in Trubel und Strudel der Großstädte, wo bereits vor über einem Jahrhundert Bars, Theater und Bordelle florierten. Daher stammt auch die berühmte Legende, dass die Stadt niemals schläft…

Lesen Sie die spannenden Erkenntnisse der Schlaf-Forschung in einem Bericht vom BBC, verfasst von Stephanie Hegarty (auf Englisch).

Quelle: BBC News Magzine „The myth of the eight-hour sleep

 

Wie viele Stunden sind Sie produktiv? – Ergebnisse einer Studie von Microsoft über effektive Arbeitszeiten

„Das hätte ich auch in einer Stunde erledigen können…“ So oder anders lauten die üblichen Kommentare über hektische oder langweilige Tage im Büro. Softwareriese Microsoft hat in einer Studie Angestellte in aller Welt befragt, wie viel Zeit sie während der Arbeit tatsächlich auch mit Arbeit verbringen – und wie viel davon als unproduktive Langeweile verpufft.

Nur kein Stress: An der Menge der Arbeit kann es nicht liegen...

Das Gesamtergebnis ist wenig erstaunlich: Von durchschnittlich 45 Stunden im Büro werden 17 Stunden sinnfrei verschleudert. Mehr als ein Drittel aller Zeit wird also mit anderen Dingen verbracht, als mit Arbeit. Typischer schwarzer Peter sind Gruppenveranstaltungen: 5,6 Stunden sitzen wir auf dem Hosenboden um anderen beim Reden zuzuhören. Dabei halten rund 70 Prozent der Befragten die Besprechungen für sinnlos – gehen aber trotzdem hin!

Dabei sind Meetings gar nicht die größten Produktivitäts-Vernichter: Die meist-genannten Blockaden für effizientes und effektives Arbeiten sind Meetings, unklare Prioritäten und komplizierte Kommunikation – also weitgehend behebbare Probleme. An Aufschieberitis (auch Prokastrination genannt) leiden immerhin rund ein Drittel aller Büroarbeiter.

Quellen: Microsoft / Karrierebibel

 

Präsidentin mit Migräne? Krankheiten als Tabu in Wirtschaft und Politik

Die amerikanische Politikerin Michele Marie Bachmann wird bereits als Präsidentschaftskandidatin gehandelt. Wie in den USA üblich, werden die Anwärter auf das wichtigste Amt den Landes extrem kritisch unter die Lupe genommen.

Und genau das ist Bachmann bereits jetzt zum Verhängnis geworden, denn politische Gegner haben in die Medien gebracht, dass die Politikerin unter Migräne leidet – ein riskantes Thema, gerade weil sie angeblich auch noch Medikamente gegen die quälenden Kopfschmerzen einnimmt (lesen Sie die ganze Geschichte von Michele Bachmann bei BrainLogs).

Der Perfektionismus-Wahn wird in den obersten Ebenen von Wirtschaft und Politik schon lange gepflegt. Ein Manager muss leisten – koste es, was es wolle!

Die Migräne von Bachmann ist sicher kein Einzelfall – auffällig ist dabei nur, dass es der Dame angelastet wird und dass dies bekannt gemacht wurde. Die Dunkelziffer von Managern, die sich mit Drogen leistungsfähig halten, wird gleichzeitig als extrem hoch eingeschätzt. Sogar im Deutschen Bundestag sind Spuren von Kokain gefunden worden.

Schwächen zu zeigen ist keine Stärke der Führungseliten!

Quellen: BrainLogs / Tagesspiegel

 

Elf Mails am Tag sind noch kein Drama, oder? Studie über Produktivität und E-Mails in Deutschland

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (kurz BITKOM) hat eine Studie veröffentlicht, nach der jeder deutsche Berufstätige im Schnitt elf E-Mails am Tag bekommt – eigentlich kein Problem, aber mittlerweile sind über 90 Prozent aller Berufstätigen permanent und täglich online.

Die Klagen über Ablenkung von der Arbeit durch E-Mail und Telefon scheinen lauter zu sein, als die tatsächliche Belastung. Oder?

Mit den Ergebnissen kann aber etwas nicht stimmen – auch nicht, obwohl über 50jährige sogar 13 Nachrichten erhalten. 43 Prozent der unter 30jährigen lesen Ihre (elf) Nachrichten permanent (was auch immer das bedeuten mag). Mit elf durchschnittlichen Nachrichten wird ein Arbeitstag aber nicht in winzige Teile zerlegt – es sei denn, diese Nachrichten sind unzählige Seiten lang.

Zwar neigen wir dazu, die Belastung einer Nebensache (in diesem Falle E-Mails) über zu bewerten und mehr Zeit zu investieren als nötig, aber aus meiner Erfahrung erhalten viele Angestellte in Unternehmen teilweise 50 und mehr Nachrichten am Tag – und davon eine Unmenge nur zur Kenntnisnahme (CC) – und das stört konzentriertes Arbeiten und vor allem das Ausfiltern wichtiger Themen immens.

Prüfen Sie also kritisch, wie viele Nachrichten Sie tagtäglich bekommen, filtern Sie unwichtige Meldungen konsequent aus und vor allem: Schalten Sie das E-Mail-Programm ab und schauen Sie nicht alle zwei Minuten nach, ob neue Post da ist. Dann klappt es auch mit dem konzentrierten Arbeiten!

Und: Eine wunderbare Satire über die Studie hat Jochen Mai auf seinem Blog die karrierebibel veröffentlicht – lesenswert!

Quelle: BITKOM / Karrierebibel

 

Deutsche arbeiten umsonst im Urlaub – Studie von lastminute.de

460 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr spendieren die Deutschen laut einer Studie des Reiseanbieters lastminute.de und der GfK ihren Unternehmen. Dabei verteilt sich die Zeit nicht unbedingt auf die Masse der Angestellten: Durchschnittlich 65 Stunden arbeiten Angestellte pro Jahr im Urlaub und in der Freizeit – und zwar meistens unbezahlt. Bei einem Acht-Stunden-Tag sind das mehr als acht Tage pro Jahr!

Und dabei verschenkt man nicht nur Arbeit, sondern vor allem wertvolle Erholung, denn wer an das Büro denkt, kann sich nicht unbedingt optimal regenieren!

Quelle: Welt online