Archiv der Kategorie: Studierende

Ab in den Knast: Magenzellen merken! Ein Mini-Gedächtnispalast

Noch ein Klassiker aus dem Medizinstudium und genauso Prüfungswissen für die Heilberufe: Wie heißen die vier Zelteten, die in einem Magen zu finden sind, und was ist ihre Aufgabe? In diesem Artikel erfahren Sie, wie diese Fakten ganz einfach in einem kleinen, ungewöhnlichen Gedächtnispalast abgelegt und damit zuverlässig gemerkt werden können…

Ab in den Knast: Magenzellen merken! Ein Mini-Gedächtnispalast weiterlesen

 

Aus der Hand gelesen: Eselsbrücke für die Handwurzelknochen (Anatomie)

Ein beliebtes und gleichzeitig komplexes Thema aus der menschlichen Anatomie: Wie lauten die Namen der acht Handwurzelknochen? Und wie lässt sich die Anordnung in der Hand am besten merken? In diesem Artikel lernen Sie, sich eine gute Vorstellung von dem Knochengebilde im Kopf aufzubauen – eine Eselsbrücke nicht nur für Medizin-Studenten…

Aus der Hand gelesen: Eselsbrücke für die Handwurzelknochen (Anatomie) weiterlesen

 

Eselsbrücken für die Aussprache der Silben im Chinesischen – die vier Töne

Die kleinste Einheit in der chinesischen Sprache ist die Silbe. Dabei unterscheidet man vier Betonungen, wie Silben ausgesprochen werden können (kleinste Abweichungen im Ton können deutliche Unterschiede in der Bedeutung erzeugen). Um die jeweilige Aussprache zu verdeutlichen, werden die so genannten vier Töne als Ziffern hinter die Silben geschrieben.

Aber wie merkt man sich am schnellsten die passende Aussprache?

Eselsbrücken für die Aussprache der Silben im Chinesischen – die vier Töne weiterlesen

 

8 Allergieausweise in 8 Minuten auswendig lernen (MedAT)

Die Universitäten in Österreich haben einen einheitlichen Aufnahmetest für Studierende entwickelt (MedAT). Eine Aufgabe besteht darin, sich die Fakten von 8 Allergieausweisen in 8 Minuten einzuprägen und diese 30 Minuten später anhand eines Multiple-Choice-Tests wiederzugeben. Dieser Artikel erklärt, wie eine solche Merkaufgabe fehlerfrei und schnell zu meistern ist.

8 Allergieausweise in 8 Minuten auswendig lernen (MedAT) weiterlesen

 

Umfangreiche Fachthemen lernen – Leserbrief

Lernen komplexer Themen ist ein begehrtes Thema. Deswegen noch ein interessanter Leserbrief dazu:

Sehr geehrter Herr Bien,

von Ihrem Buch „Einfach. Alles. Merken.“ bin ich wirklich begeistert. Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit Merktechniken, allerdings wollte sich der Erfolg nicht so recht einstellen. Bei der Lektüre des Buches hat es so richtig KLICK gemacht und ich habe nun begonnen, wirklich ernsthaft mit den beschriebenen Merktechniken zu arbeiten. Vielen Dank dafür.

Es gibt aber etwas, dass ich noch nicht richtig verstanden haben. Wie verhält es sich mit den Routen, Räumen, etc. die ich mir ausgedacht habe, wenn ich damit ein komplexes Thema abdecken will. Angenommen ich möchte das komplette Faktenwissen „Ausbildung Industriekaufmann“ abspeichern. Wie schaffe ich mir am besten eine Struktur? Entsprechende Bücher durchlesen, Fakten stichwortartig rausschreiben, nach Thema strukturieren (ist in Fachbüchern i. d. R. ja kein Problem, da vorgegeben) und dann „irgendwo“ anhängen? Wie viele Routen, Räume, etc. muss ich denn vorher gelernt haben, damit ich genug „Platz“ habe. Belege ich eine Route nur einmal, oder (mit völlig unterschiedlichen Themen) mehrmals.

Da hakt es bei mir noch etwas in der praktischen Umsetzung. Können Sie mir einen Tipp geben?

Mit freundlichen Grüßen,
R.

Und hier die Antwort:

Hallo Herr R.

Ihre Frage wird sehr häufig diskutiert und die Antworten fallen unterschiedlich aus. Sie sollten sich fragen, ob Sie tatsächlich ein Wissensgebiet in einer einzigen Struktur speichern wollen. Das Gehirn tut dies eigentlich nicht. Ich empfehle immer, zusammengehörige Fakten in einer Raum oder auf einer Route abzuspeichern. Da bleibt allerdings die Frage, wo ein Schnitt gemacht werden sollte (bei den einzelnen Formeln oder der Formelsammlung).
Ihr Gehirn sollte kein Problem haben, Fakten unterschiedlichen Stellen mit verschiedenen Techniken abzulegen. Vermutlich ist es die äußere Ordnung (zum Beispiel ein Bücherregal oder ein Lexikon), die uns Techniken wie den „Gedächtnispalast“ so verführerisch aussehen lässt. Meine praktische Erfahrung hat fast immer gezeigt, dass es auch ohne so etwas geht (auch weil ein gut konstruierter Gedächtnispalast eine Menge Aufwand und Energie benötigt).
Aber solche Strukturen haben auch Vorteile: Man kann nämlich im Geiste durch sein Wissen spazieren und sich alles vor dem inneren Auge in Ruhe ansehen. Eine der Fragen, die Sie sich stellen sollten, wenn Sie etwas lernen: Wie muss ich mich später an das Wissen erinnern? Viel Wissen kann aus dem Kopf nach dem Schema von Frage und Antwort herausgeholt werden. Vorträge benötigen eine Route, damit Sie den Faden nicht verlieren. Für Wissensgebiete wie Studienfächer kann es auch eine Sammlung von Merktechniken sein (Eselsbrücken, Routen, Römische Räume usw.).
Experimentieren Sie einfach, welches Verfahren Ihnen am besten liegt. Wenn Sie bereits Erfahrung mit Merktechniken haben, dann versuchen Sie sich doch einmal an einem Gedächtnispalast. Sie werden merken, ob das ein Verfahren ist, dass Ihnen liegt.
Ich hoffe, Ihnen damit ein wenig weiter zu helfen!
Ulrich Bien

 

 

Paragraphen merken – Hilfe für das Jurastudium

Hier ein Leserbrief zum (un)beliebtem Thema „Lernen für das Examen“ im Jurastudium:

Hallo Ulrich,

per Zufall bin ich auf Deine Merktechnik aufmerksam geworden. Ich bin Jurastudentin in der letzten Phase. Vor dem Examen habe ich panische Angst, da ich mir einfach die Paragrafen schlecht merken kann. Im Examen sind keinerlei Hilfsmittel, außer der planke Schönfelder zugelassen. Die Paragrafen muss ich mir in einer bestimmten Reihenfolge pro Rechtsgebiet merken können, als sog. Paragrafenverkettung/Prüfschema. Manchmal sind auch unter bestimmte Paragrafen mehrere anzuwenden. Es sind meistens 3-stellige Zahlen.

Nur wie? Eignet sich diese Merkmethode überhaupt dazu? Wenn ja, welche genau? Ist überhaupt noch genügend Zeit, um sich diese Technik anzueignen? Ich habe genau 11 Monate Zeit…

Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.

Viele Grüße,

M. S.

Und hier die Antwort:

Hallo Frau S.,

wenn ich Sie richtig verstehe, dann müssen Sie sich Ketten von dreistelligen Zahlen einprägen? Das ist mit Hilfe von Merktechniken überhaupt kein Problem. Sie verwandeln die Zahlen mit Hilfe des Majorsystems in Bilder und verbinden diese entweder in Form einer Geschichte oder mit der Routenmethode. Alles extrem einfach und schnell zu lernen…

Für das Majorsystem brauchen Sie maximal eine Woche. Die Routenmethode können Sie in der gleichen Zeit erlernen (und bitte sofort anhand Ihres Lernstoffs beginnen, dann vergeuden Sie keine Zeit). Die Beschreibungen zu diesen Techniken finden Sie alle auf meinem Blog (oder natürlich auch in meinen Büchern 🙂

Ich trainiere auch Jura-Studierende – und kann von daher das Lernen mit Merktechniken empfehlen. Sie sparen sich nicht nur eine Menge Mühe, sondern können sich damit viel mehr merken…

Viele Grüße und ganz viel Erfolg,

Ulrich

Hier die nächste E-Mail:

Hallo,

danke für die schnelle Antwort. Ich stelle mir dass sehr schwierig vor. Ich habe Ihnen als Vorlage ein Prüfschema vom Vollstreckungsrecht geschickt. Ich weiß nicht, ob da diese Technik greift.

Ich habe mir gedacht, meine Wohnung in verschiedene Kategorien zu unterteilen. Zum Beispiel: Familienrecht = Kinderzimmer und Grundbuch = Wohnzimmer usw… ist damit diese Routentechnik gemeint? Das schlimme ist, dass es immer verschiede Prüfschemen pro Rechtsgebiet gibt. Jetzt habe ich zwar die Kategorien, bloß wie finde ich darin die Technik an? Ich finde es gerade schwierig sowohl die Zahlen als auch die Begriffe miteinander zu verbinden. Ich muss mir das Gesetz und den passenden Rechtsbegriff dazu merken müssen und dass in unterschiedlichste Rechtsgebiete. Über jedes Beispiel  bin ich sehr dankbar.

Viele Grüße,

M. S.

Und hier die Antwort inklusive praktisches Beispiel:

Hallo Frau S.,

vielen Dank für das Beispiel! Ihre Idee mit den Räumen ist nicht falsch, aber Sie brauchen vermutlich mehr als ein paar Zimmer.

Bauen Sie für jede Spalte eine aussagefähige Szene. Zum Beispiel die erste Spalte würde ich mir an der Haustür vorstellen, wie ich mit viel „Geschick“ (ZPO 767 – nach Majorsystem) dem Vollstreckungsbeamten einen Richter vorhalte (Vollstreckungsabwehrklage). Bei Rechtsverzug verstecke ich mich hinter einem „Gebüsch“ (796) und eine notarielle Urkunde habe ich immer im Gepäck (797). Und so weiter…

Wichtig dabei ist eigentlich nur, dass Sie alle Begriffe in aussagekräftige Bilder übersetzen… Ohne Geduld und ein wenig Phantasie geht es auch mit Hilfe von Merktechniken nicht!

Viele Grüße,

Ulrich Bien

 

Mnemo-System für das Medizinstudium – Leserbrief

Hier ein Leserbrief für alle Medizinstudierenden, die sich im Studium mit dem Auswendig-Lernen von Stoff herumquälen müssen:

Hallo,

ich studiere in I., wo wir jedes Jahr ein Abschlussexamen haben und in einer Prüfung mit 160 Multiple-Choice-Fragen zu dem ganzen Stoff des ganzen letzten Jahres geprüft werden. Wie die beiden Jahre zuvor stehen jetzt  wieder drei lange Monate an, wo ich in der Bibliothek haufenweise dicke Bücher durcharbeite und am Schluss vor Verzweiflung fast sterbe, da ich das ganze in der Schlussphase zum größten Teil wieder vergessen habe!

Ich selber habe mich mit der Thematik Mnemo-Techniken oder Speedreading schon beschäfftigt, wo ich aber nur beim Speedreading große Erfolge für mich nutzen konnte, da ich beim Verständnis-Lesen komplexe Texte besser und schneller verstanden habe. Jedoch haben mir  Merkbilder für die Zahlen 0-99 oder die Routen-Methode, also Mnemo-Techniken, nicht wirklich weitergeholfen um das Faktenwissen auch mit meinem Verständniswissen zu verbinden.

Und genau hier wende ich mich an euch, weil ich es leid bin so viel zu vergessen und auf der anderen Seite zu wissen, dass ich bestimmt was dagegen tun kann.

Ich hätte gerne ein System, dass wie ein riesiger Aktenschrank alle meine Infos aufräumt und bei bedarf schnell und einfach ausspuckt… Ich betrachte die einzelnen Mnemotechniken als Werkzeuge jedoch nicht als Methode um Dinge langfristig abzuspeichern…

Ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt, oder mir zumindest einen Rat gebt, wie ich dieses Problem besser anpacken kann.

Danke im Voraus,

A.

Und hier die Antwort:

Hallo Herr A.,

ich trainiere seit einigen Jahren Jurastudierende und das beste Mittel gegen (oder für) die Unmengen Stoff ist aus meiner Erfahrung der Gedächtnispalast – eine verhältnismäßig aufwändige Technik (die mit verschiedenen Merktechniken kombiniert wird), die allerdings den Vorteil hat, dass Sie sich Unmengen von Stoff präzise merken können.
Als Einstieg in das Thema kann ich Ihnen die Artikel dazu auf meinem Blog empfehlen unter http://www.denkreich.com/wiki/techniken-fur-profis/ und http://www.denkreich.com/wiki/zielgruppen/.
Viel Spaß beim Lernen und viele Grüße,
Ulrich Bien
 

Lern-Maraton: 24 Stunden pausenlos für drei Klausuren lernen

Die Politikstudentin Amelie Herberg muss sich dringend auf drei Klausuren vorbereiten. Weil die Zeit drängt, wagt Sie einen Selbstversuch: 24 Stunden in der Unibibliothek durcharbeiten.

Auf Spiegel.de berichtet sie über ihre Erlebnisse mit Außerirdischen Staubsaugermännern, dem stummen Lernwettkampf mit den Kommolitonen an den Nachbartischen und einer scheinbar endlos langen und einsamen Lernnacht: „Mein Spiegelbild will mir sagen: Geh nach Hause!“

Meine 24-Stunden-Schicht in der Bibliothek ist eine lesenswerte Geschichte über die Grenzen des Lernens und was es dahinter zu entdecken gibt.

Quelle: Spiegel.de

 

Weniger schlafen: Die besten Artikel über polyphasischen Schlaf

Vielleicht haben Sie schon vom Uberman oder Dymaxion gehört? Hinter den Namen, die an Superhelden erinnern, stecken Schlafkonzepte, die volle Leistungsfähigkeit bei nur zwei Stunden Schlaf am Tag versprechen. Wie viel Zeit hätte man da zum Arbeiten?

Der Reiz solcher Ideen ist enorm – gerade unter dem heutigen Leistungsdruck im Berufsleben. Ob diese Ansätze realistisch sind, ist kaum zu beurteilen, denn zu viele kommerzielle Angebote überstrahlen die anstrengende Wirklichkeit, in der sich Wenigschläfer und Maximal-Arbeiter bewegen. Bei Leistungsthemen wird häufig der Ganz-oder-gar-nicht-Ansatz gefordert. Etwas weniger schlafen wird dann kaum noch akzeptiert.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen die interessantesten Artikel und Berichte zu Uberman-Selbstversuchen präsentieren (das Wort stammt übrigens von Nietzsches Übermensch – eine Interpretation des bekannteren Superman). Fast alle berichten nicht unbedingt positiv darüber, geben Ihnen aber die Möglichkeit, solche Ansätze besser abzuschätzen. Also: Bleiben Sie wach beim Lesen!

  • Mit Power-Nickerchen zum Übermenschen: Der Student Marc Röhling hat einen detaillierten Bericht über seine Erfahrungen mit sechs mal zwanzig Minuten Schlaf  bei Spiegel.de veröffentlicht. Sein Fazit ist realistisch ernüchternd: „Ich schaute mir beim eigenen Zerfall zu.“
  • Zusammengefasst unter dem Titel „Was vom Schlafe übrig blieb“ hat Röhling sein Nicht-Schlaf-Erlebnis auch auf dem Blog Fudder.de beschrieben und wie er wieder zum normalen Schlaf zurück gekehrt ist.
  • Nur noch zwei Stunden schlafen: Der Party-Blog-München hat auch den Wunsch nach weniger Schlaf in die Tat umgesetzt – vielleicht nicht wie Sie jetzt vermuten, sondern durchaus konsequent nach dem Uberman-Prinzip.
  • Der normale Schlaf und seine Variationen: Michael H. Wiegand von der TU München betrachtet in diesem Artikel die wissenschaftliche Seite des Schlafs und der Möglichkeiten zur Veränderung.
  • Der wohl am besten beschriebene (und erfolgreiche) Selbstversuch ist von Steven Pavlina in seinem Blog veröffentlicht worden (Englisch).

Zusammenfassung: Auf den ersten Blick klingt die Vorstellung extrem reizvoll, praktisch den ganzen Tag wach zu sein. Die meisten Menschen vergessen jedoch, dass dahinter mehr steckt, als den Wecker anders einzustellen. Und es gibt durchaus harmlosere Schlafmöglichkeiten, die weit weniger Nebenwirkungen haben. Aber das ist ein anderer Artikel…

Quellen: Spiegel.de / Fudder.de / StevePavlina.com / Schlafzentrum der TU München / Wikipedia