Archiv der Kategorie: Universität

Ab in den Knast: Magenzellen merken! Ein Mini-Gedächtnispalast

Noch ein Klassiker aus dem Medizinstudium und genauso Prüfungswissen für die Heilberufe: Wie heißen die vier Zelteten, die in einem Magen zu finden sind, und was ist ihre Aufgabe? In diesem Artikel erfahren Sie, wie diese Fakten ganz einfach in einem kleinen, ungewöhnlichen Gedächtnispalast abgelegt und damit zuverlässig gemerkt werden können…

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Aus der Hand gelesen: Eselsbrücke für die Handwurzelknochen (Anatomie)

Ein beliebtes und gleichzeitig komplexes Thema aus der menschlichen Anatomie: Wie lauten die Namen der acht Handwurzelknochen? Und wie lässt sich die Anordnung in der Hand am besten merken? In diesem Artikel lernen Sie, sich eine gute Vorstellung von dem Knochengebilde im Kopf aufzubauen – eine Eselsbrücke nicht nur für Medizin-Studenten…

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Leserbrief über ganz viele Vitamine und deren Wirkungen – Lernen für das Studium

Hier ein Leserbrief über das Merken von komplexen Informationen für das Studium:

Sehr geehrter Herr Bien,

zunächst möchte ich Ihnen sagen, wie gut ich ihre Videos auf YouTube oder auch ihren Blog finde. Endlich wird Lernen leicht gemacht…

Nachdem ich mir bereits einige Ihrer Informationen angeschaut habe, bleibt für mich dennoch eine Frage offen: Ich verstehe leider immer noch nicht, wie ich ein bestimmtes Fach für die Uni gut lerne. In sechs Wochen steht eine Prüfung an, von der die Zusammenfassung ca. 250 Seiten lang ist. Ich weiß jedoch nicht, wie mir Ihre Techniken helfen können, auch diese Informationen zu lernen.

Anbei schicke ich Ihnen ein Beispiel für das, was gelernt werden muss. Es wäre super, wenn sie mir erklären könnten, wie ich diese Informationen einfach behalten kann, da es doch sehr sehr viele sind:

Allgemeine Kriterien für eine adäquate Aufnahme von Vitaminen und Mikronährstoffen:

  • vermeiden eines klinischen Mangels mit anatomischer und funktioneller Störung
  • unter normalen Bedingungen keine Mangelerscheinung
  • Veränderung normaler Situationen führt zu Hinweisen auf schlechte Versorgung
  • metabolische Besonderheit ist ein gestörter KHD Stoffwechsel bei Thiaminmangel und Ausscheidung von Methylmalonsäure bei B12 Mangel
  • ungewöhnliche metabolische Reaktionen sind bei Folatmangel gestörte Metabolisierung von Histidin und bei B6 Mangel gestörte Metabolisierung von TRY

Fünf grundlegene Funktionen von Vitaminen:

  • Anti Oxidanzien
  • H+/ e+ Donatoren und Akzeptoren
  • Hormone
  • Coenzyme
  • Gentranskriptionsfaktoren

Vitamin A – Biologische Funktionen und Mangelzustände im Überblick

  • aktive Formen
    • Retinol
    • Retinal
    • Retinsäure
  • biologische Funktionen
    • Photosensitive Pigmentierung der Retina
    • Regulation der Epithelzelldifferenzierung
    • Regulation der Gentranskription
  • Mangelerscheinungen
    • Nachtblindheit
    • Xerophthalmie
    • Keratomalazie
    • gestörtes Wachstum

Und hier die Antwort:

Hallo,

vielen Dank für Deine E-Mail! Freut mich, dass Dir mein Blog gefällt.
Deine Frage kann ich ganz klar mit „ja“ beantworten. Mit Hilfe von Merktechniken lassen sich auch komplexe Themen deutlich leichter und schneller merken. Allerdings gibt es nicht die eine Methode, mit der sich alles ganz leicht einprägen lässt. Vielmehr solltest Du für jedes Thema die optimale Technik benutzen.
Deine Beispiele lassen sich aus meiner Sicht am Besten in Merkbilder verwandeln. Hier ein paar kurze, schnelle Ideen zum Merken der oben erwähnten Fakten: Die Aufnahme von Vitaminen und Mikronährstoffen würde ich in das Bild einer Person verwandeln, an einer Obsttheke mit bloßen Händen (Hinweis auf fünf folgende Kriterien) alles in sich hineinstopft, was die Auslage bietet, während der Verkäufer zufrieden dabei zusieht (außerdem wandern die Mikronährstoffe wie kleine Ameisen von unten sein Hosenbein hoch – um auch diesen Teil im geistigen Blick zu haben).
Alle weiteren Punkte werden jetzt in dieses Bild eingebaut: Zuerst schaut der Verkäufer, ob es dem Kunden auch gut geht (Punkt zwei von der Liste), denn wenn er nicht mehr so schnell futtert, dann muss der Verkäufer für Nachschub sorgen (Punkt drei auf der Liste). Schließlich hält der Verkäufer Sanitäter von seinem Kunden fern, die mit Zwangsjacke und Kopfmaske anrücken (wie in „Schweigen der Lämmer“), um die Person mitzunehmen (für den ersten Punkt auf der Liste) und so weiter (die folgenden zwei Punkte kann ich mangels Fachwissen leider nicht in Bilder verwandeln…)
Der zweite Punkt lässt sich hervorragend in dieses Bild ergänzen, in dem der Obstverkäufer mir eine Orange zeigt, die er in der Hand hält (die Finger sind wieder der Hinweis auf fünf folgende Punkte) und mir erklärt, was man alles damit machen kann: Zuerst reibt er die Orange auf einer rostigen Fläche, die dann wieder metallisch schimmert (Anti-Oxidation). Dann hält es sich zwei halbe Orangen wie Busen vor die Brust (Hormone)… Bis er schließlich die spiralförmige Schale der Orange am Ende abzeichnet, die aussieht wie eine DNA-Doppelhelix (Gentranskription).
Beim dritten Beispiel würde ich jedes Vitamin wieder in eine Szene verwandeln: Vitamin A (A wie Auge) lässt sich in die Person eines Fotografen verwandeln, der allerdings nicht mehr arbeiten kann und auf allen Vieren kriecht (vier Mangelerscheinungen), weil seine Augen winzig und verschrumpelt sind (Wachstumsstörungen), damit wie vertrocknete Rosinen in die Augenhöhlen liegen (Xerophthalmie), die Hornhaut trübe ist (Keratomalazie) und damit ist er blind wie die Nacht. So hättest Du die Mängel schon mit Hilfe einer guten Vorstellung im Kopf.
Ich hoffe, diese Beispiele helfen Dir als Inspiration zum Denken Bildern. Je besser Du die Vorstellungen ausschmückst und verfeinerst, desto zuverlässiger kannst Du Dir den Stoff merken. Auch wenn das aufwändig klingt, aber diese phantasievolle Vorgehensweise kann Dir eine Menge ödes Lernen und vor allem das Wiederholen ersparen. Probiere einfach aus, welche Bilder in Deinem Kopf am besten funktionieren.
Ganz viele Grüße,
Ulrich
 

Leserbrief: Ganze Vorlesungen merken mit Hilfe von Merktechniken?

Hier ein Leserbrief zum Merken von kompletten Vorlesungen, Vorträgen und Büchern:

Hallo Herr Bien,

ich hab eine Frage zum Thema viel Wissen in kurzer Zeit lernen.

Kann man wenn man verschiedene Mnemotechniken lange trainiert ein Stadium erreichen in dem man sich viel  Faktenwissen aus Vorträgen (z.B. Namen der Medikamente und deren Wirkung (im Pharmaziestudium)) sofort merken kann? Sodass das Wissen nach der Vorlesung gespeichert ist und man diese nicht noch zeitintensiv nacharbeiten muss?

Ich versuche besonders mit Verbildern und mit dem Gedächtnispalast zu lernen, aber noch brauche ich immer eine Weile bis ich eine Eselsbrücke gefunden habe. Deswegen frage ich mich ob es geistig überhaupt möglich ist einer Vorlesung zu folgen und das Wissen gleichzeitig noch mit passender Verbindung an verschiedenen Gegenständen abzulegen.

Das wäre echt praktisch wenn das ginge.

Viele Grüße,

D.G.

Und hier die erste Antwort:

Hallo G.,

wenn Sie lange genug mit Merktechniken arbeiten, werden viele Lernvorgänge leichter, schneller, vielleicht sogar völlig automatisch ablaufen. Ich sehe Zahlen so zum Beispiel überhaupt nicht mehr als Zahlen, sondern nur noch als Majorbegriffe. Viele Teilnehmer meiner Trainings berichten von ähnlichen Erfahrungen.

Natürlich ist es reizvoll, eine Vorlesung oder ein Fachbuch im Stück im Kopf abzuspeichern – auch das geht mit Hilfe von Mnemotechniken. Allerdings kann ich nur empfehlen, dabei immer einen Schritt einzubauen (und in vielen Fällen geht es auch nicht anders, denn Ihr Dozent oder ein Autor wird anders denken als Ihr Gehirn es tut). Sie sollten solche Informationen nach dem Hören oder Lesen immer passend für Ihr Gedächtnis aufbereiten und dann erst mit Hilfe von Merktechniken das Ganze ins Gehirn schaufeln.
Auch wenn das auf den ersten Blick etwas aufwändiger aussieht, aber eine saubere Verarbeitung der Fakten passend für Ihren Kopf wird Ihnen extrem beim Merken helfen und die Qualität (also das Erinnern) deutlich verbessern. Sie können das selbst einfach ausprobieren, denn es ist gar nicht so einfach, im Gleichschritt zum Tempo eines Dozenten die Fakten zum Beispiel auf einer Route abzulegen.
Viele Grüße,
Ulrich Bien
Hier die Rückantwort:
Hallo Herr Bien,
danke für ihre schnelle Antwort. Es ist wirklich erstaunlich was mit Merktechniken alles machbar ist. Ich habe aber noch nicht ganz verstanden welchen Schritt sie zwischen dem Lesen/Hören der Information und dem Lernen einbauen würden. Denn die zu lernenden Informationen werden doch durch das Anwenden der Merktechniken schon gehirngerecht verarbeitet und wenn ich mir selbst Bilder ausdenke um mir etwas zu merken, dann sind diese Bilder doch immer für mein Gedächtnis geeignet, da sie ja meiner Fantasie entstammen.
(Oder sehe ich den Schritt von dem sie sprechen einfach als selbstverständlich an, auch wenn er gar nicht zur eigentlichen Merktechnik gehört? Natürlich sollte man sich vor dem Lernen überlegen welche Informationen relevant und welche unwichtig sind bevor man mit dem Lernen beginnt, meinen sie das mit dem Schritt?)
Ich werde auf jeden Fall ausprobieren die Informationen während einer Vorlesung auf einer Route abzulegen.
Viele Grüße,
D.G.
Und zuletzt noch die zweite Antwort darauf:
Hallo G.,

die Verarbeitung von einzelnen Fakten – zum Beispiel das Verwandeln in bildhafte Vorstellungen – ist von Ihnen völlig richtig beschrieben. Allerdings bedarf das Verarbeiten komplexer Sachverhalte etwas Vorbereitung: Stellen Sie sich vor, den Inhalt eines Buchs auf einer Route abzulegen oder in einem Gedächtnispalast zu verarbeiten.
Sie müssen definieren, welche Themen auf welchem Punkt liegen sollen und vor allem, wie Sie das Wissen später abrufen wollen – schauen Sie sich dazu zum Beispiel die Artikel zum Merkden des Periodensystems der Chemischen Elemente in diesem Blog an. In diesem Fall werden die Gruppen bestimmten Bereichen einer mittelalterlichen Burg zugeordnet.
Diese Strukturierung wird Ihnen kaum während eines Vortrags gelingen. Jedenfalls schaffe ich das nicht und ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, das komplette Material im Anschluss in Ruhe zu sichten und zu ordnen (dazu gehört auch das gezielte ausfiltern unwichtiger Fakten).
Hoffentlich bringt Sie das beim Lernen etwas weiter! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg…
Ulrich Bien
 

Mnemo-System für das Medizinstudium – Leserbrief

Hier ein Leserbrief für alle Medizinstudierenden, die sich im Studium mit dem Auswendig-Lernen von Stoff herumquälen müssen:

Hallo,

ich studiere in I., wo wir jedes Jahr ein Abschlussexamen haben und in einer Prüfung mit 160 Multiple-Choice-Fragen zu dem ganzen Stoff des ganzen letzten Jahres geprüft werden. Wie die beiden Jahre zuvor stehen jetzt  wieder drei lange Monate an, wo ich in der Bibliothek haufenweise dicke Bücher durcharbeite und am Schluss vor Verzweiflung fast sterbe, da ich das ganze in der Schlussphase zum größten Teil wieder vergessen habe!

Ich selber habe mich mit der Thematik Mnemo-Techniken oder Speedreading schon beschäfftigt, wo ich aber nur beim Speedreading große Erfolge für mich nutzen konnte, da ich beim Verständnis-Lesen komplexe Texte besser und schneller verstanden habe. Jedoch haben mir  Merkbilder für die Zahlen 0-99 oder die Routen-Methode, also Mnemo-Techniken, nicht wirklich weitergeholfen um das Faktenwissen auch mit meinem Verständniswissen zu verbinden.

Und genau hier wende ich mich an euch, weil ich es leid bin so viel zu vergessen und auf der anderen Seite zu wissen, dass ich bestimmt was dagegen tun kann.

Ich hätte gerne ein System, dass wie ein riesiger Aktenschrank alle meine Infos aufräumt und bei bedarf schnell und einfach ausspuckt… Ich betrachte die einzelnen Mnemotechniken als Werkzeuge jedoch nicht als Methode um Dinge langfristig abzuspeichern…

Ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt, oder mir zumindest einen Rat gebt, wie ich dieses Problem besser anpacken kann.

Danke im Voraus,

A.

Und hier die Antwort:

Hallo Herr A.,

ich trainiere seit einigen Jahren Jurastudierende und das beste Mittel gegen (oder für) die Unmengen Stoff ist aus meiner Erfahrung der Gedächtnispalast – eine verhältnismäßig aufwändige Technik (die mit verschiedenen Merktechniken kombiniert wird), die allerdings den Vorteil hat, dass Sie sich Unmengen von Stoff präzise merken können.
Als Einstieg in das Thema kann ich Ihnen die Artikel dazu auf meinem Blog empfehlen unter http://www.denkreich.com/wiki/techniken-fur-profis/ und http://www.denkreich.com/wiki/zielgruppen/.
Viel Spaß beim Lernen und viele Grüße,
Ulrich Bien
 

Lern-Maraton: 24 Stunden pausenlos für drei Klausuren lernen

Die Politikstudentin Amelie Herberg muss sich dringend auf drei Klausuren vorbereiten. Weil die Zeit drängt, wagt Sie einen Selbstversuch: 24 Stunden in der Unibibliothek durcharbeiten.

Auf Spiegel.de berichtet sie über ihre Erlebnisse mit Außerirdischen Staubsaugermännern, dem stummen Lernwettkampf mit den Kommolitonen an den Nachbartischen und einer scheinbar endlos langen und einsamen Lernnacht: „Mein Spiegelbild will mir sagen: Geh nach Hause!“

Meine 24-Stunden-Schicht in der Bibliothek ist eine lesenswerte Geschichte über die Grenzen des Lernens und was es dahinter zu entdecken gibt.

Quelle: Spiegel.de

 

Anbauen im Gedächtnispalast: Zwei neue Elemente im Periodensystem als „Insel der Instabilität“

Der Gedächtnispalast aus dem Artikel Das komplette Periodensystem der Chemischen Elemente auswendig lernen kann nun um zwei weitere Elemente erweitert werden: Ununquadium und Ununhexium wurden nach einer dreijährigen Prüfung durch ein Komitee von Wissenschaftlern offiziell anerkannt und sind damit fest ins Periodensystem der Chemischen Elemente eingefügt.

Dabei handelt es sich um besonders schwere, künstlich hergestellte Elemente, die nur wenige Millisekunden existieren, bevor sie wieder zerfallen. Die beiden Elemente tragen die Ordnungsnummer 114 und 116 und befinden sich damit auf der so genannten „Insel der Instabilitäten“.

Ununquadium wird auch als EkaBlei bezeichnet. Der Name ist Griechisch und wurde aus der Ordnungsnummer abgeleitet. Diese lässt sich mit Hilfe des Majorbegriffs Theater (T, T, R = 114) merken (wenn Sie diese Technik nicht kennen: einen Artikel über das Majorsystem finden Sie hier).

Ununhexium (von lateinnisch unus „eins“ (2×) und griechisch „hexi“ „sechs“) wird auch als EkaPolonium bezeichnet. Die Ordnungsnummer in das Majorsystem übersetzt ergibt das Autodach (116 = T, D, CH).

Die Namen sind jedoch vorläufig, denn die Entdecker haben die Möglichkeit, eigene Bezeichnungen für die Elemente vorzuschlagen. Die Prüfung durch ein weiteres Komitee dürfte jedoch wieder einige Zeit dauern.

Bis dahin können Sie Ihren Gedächtnispalast in aller Ruhe erwetern. Wenn Sie – wie im Artikel über den Gedächtnispalast beschrieben – das Periodensystem in einer Burg organisiert haben, dann können Sie die beiden Elemente ebenfalls im Rittersaal unterbringen. Passende Bilder dazu werden Ihnen sicherlich einfallen!

Viel Spaß beim Merken!

Quelle: Focus online

Dieser Artikel ist Teil des Blog-Books "Der Gedächtnispalast - Gipfel der Mnemotechniken". Wenn Sie mehr lesen wollen, schauen Sie sich das Inhaltsverzeichnis an.

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