Archiv der Kategorie: Verbildern

Die Geschichte des heiligen Martin von Tours – oder: Wie man sich einen zerteilten Mantel merkt!

Hier eine kleine Merkhilfe, wie sich die Geschichte des heiligen Martin von Tours merken lässt. Der römische Soldat begegnete auf dem Ritt in eine Stadt einem nackten Bettler, der am Wegesrand saß und fror. Der Anblick berührte ihn so, dass er anhielt und mit dem Schwert seinen Mantel in zwei Hälften schnitt und die eine dem Mann gab.

Aber wie lässt sich die Geschichte mit dem Namen unvergesslich verbinden? Eigentlich ganz einfach: Schauen Sie sich den Anfangsbuchstaben „M“ so lange an, bis er sich in einen Mantel verwandelt. Die V-förmige Kerbe oben auf dem Buchstaben ist der Schnitt mit dem Schwert durch das Kleidungsstück.

Mit Hilfe dieses Bildes sollten Sie den Zusammenhang zwischen dem Namen des Mannes und dem, was er getan hat, nie wieder vergessen – zumindest nicht, wenn Sie sich das Bild lebhaft vorstellen und so gut wie möglich mit dem Buchstaben „M“ verknüpfen.

Wenn Sie noch mehr Geschichten von Heiligen merken wollen, dann schauen Sie bei Wikipedia die Liste der Heiligen und Seligen an.

 

Windows 8 mit neuem Schutz beim Anmelden – Passwörter

Sich immer neue Passwörter auszudenken ist mühevoll. Und auf kleinen Geräten wie Smartphones komplizierte Buchstaben- und Ziffernfolgen einzutippen nicht gerade bequem. Deswegen ist mit dem Handy-Betriebssystem Android eine ganz neue Art von Schutz aufgetaucht, bei der die Nutzer über ein Muster aus Punkten und Linien fahren.

Auch beim neuen Windows 8 scheint jetzt dieser neuartige Schutz eingeführt zu werden. Das so genannte Pattern-Login (Muster-Anmelden) ist einfacher zu merken als ein Passwort und obendrein noch sicherer, weil es nicht so leicht weitergegeben oder erraten werden kann (was mit dem Spitznamen für Ihren Partner oder Ihr Haustier wesentlich leichter ist). Schauen Sie sich auch das Video bei WinFuture dazu an.

Wer trotzdem weiterhin auf sichere Passwörter setzt, der kann hier weiterlesen…

Quellen: WinFuture / Windows8News

 

Die Farben der Olympischen Flagge merken

Die Olympische Flagge kennt jeder, aber viele Menschen haben die Anordnung der Farben nicht im Kopf, obwohl sie die Fahne schon tausendmal und öfter gesehen haben.

Bei der ersten Möglichkeit, die Anordnung zu merken, müssen Sie mindestens die Anordnung der Ringe kennen: Oben drei und unten zwei – das ist nicht so schwer.

Nun betrachten wir, welche Farben die Ringe haben:

  • schwarz
  • rot
  • blau
  • grün
  • gelb

Das einzige, was Sie sich merken müssen: Schwarz ist oben in der Mitte. Der Rest läßt sich aus der Schreibweise der Farben ableiten: Alle Farben mit einem „L“ kommen auf die linke Seite (gelb und blau). Die Farben mit einem „R“ auf die rechte (rot und grün).

Jetzt bleibt nur noch die Frage, welche Farben oben und welche unten sind. Auch ganz leicht. Im Wort „BLAU“ ist das „L“ weiter vorne als in „GELB“ – also ist blau auf der linken Seite oben und gelb unten. Rechts ist in „ROT“ das „R“ weiter vorne als in „GRÜN“, also rot nach oben und grün nach unten.

Ob Sie alles richtig gemerkt haben, können Sie hier überprüfen.

 

Einfach Chinesisch lernen: Die häufigsten Schriftzeichen leicht und schnell merken

In diesem und den demnächst folgenden Artikeln möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie sich die häufigsten chinesischen Schriftzeichen ganz einfach einprägen können – und damit Ihre ersten Schritte in einer faszinierenden Sprache machen. Schauen Sie sich an, wie leicht es sein kann, Chinesisch zu lernen:

httpv://www.youtube.com/watch?v=WJeTMsjYOt4

In den folgenden Wochen möchte ich Ihnen die geläufigsten und häufigsten chinesischen Schriftzeichen plus Aussprache in Merkbilder übersetzen, mit denen Sie schnell erste einfache Texte übersetzen und verstehen können.

Bitte beachten Sie, dass alle Bilder nur Vorschläge sind. Sollte Ihnen ein Bild einfallen, das Ihrem Gehirn besser gefällt: Vergessen Sie bitte meinen Vorschlag! Hier geht es vor allem um das Prinzip, einfach und mühelos abstrakte Informationen in Bilder zu verwandeln und damit auf eine völlig neue und mühelose Art zu lernen, statt sich durch das altbekannte Auswendiglernen durch die Zeichen zu quälen.

Um Chinesisch zu lernen, brauchen Sie auch nicht die rund 60.000 bekannten Schriftzeichen komplett zu lernen. Statistisch gesehen, können Sie bereits mit wenigen hundert Zeichen einen Großteil chinesischer Texte verstehen. Zum Beispiel bereits mit 100 Zeichen rund 42 Prozent aller Texte! Schauen Sie sich folgendes Schaubild an:

Auf der senkrechten Achse sehen das Textverständnis in Prozent und auf der horizontalen Achse die Anzahl der Vokabeln, die Sie kennen müssen, um ein entsprechendes Verständnis zu erreichen .

Und nun möchte ich Ihnen anhand zahlreicher Beispiele zeigen, wie einfach es ist, diese Sprache zu erlernen. Wir benutzen dazu eine Liste der häufigsten Buchstaben und denken uns von oben nach unten durch (die vollständige Liste der häufigsten chinesischen Schriftzeichen finden Sie hier).

Hier nun also die ersten 10 Zeichen inklusive Eselsbrücken:

1. 的 (di) sicher, wahr, wirklich, Ziel

Der Teil rechts sieht aus wie ein Bogenschütze mit ausgestreckten Arm, der gerade einen Pfeil auf den Bogen legt. Damit zielt er auf einen Tisch auf dem ein Streichholz steht (links). „Die will er wirklich und wahrhaftig treffen?“ Und er trifft sicher sein Ziel.

2. 不 (bu) nicht

Ein Türsteher mit ausgestreckten, leicht gesenkten Armen, der Ihnen den Weg versperrt. Er schüttelt den Kopf (Querstrich oben deutet die Bewegung an). Wir dürfen hier nicht rein. Und weil wir nicht weitergehen ruft er „Buh„, um uns zu vertreiben.

3. 一 (yi) ein, eins, nur, ein bißchen

Der Horizont (gibt’s nur einmal und ist unendlich) und auch das Zeichen ähnelt einer auf die Seite gelegte eins. Wir freuen uns aber nur einmal und ein bißchen auf den langen Weg, den wir vor uns haben. Trotzdem rufen wir „Yippie!“

Ähnlich: 十 (shi) zehn

Sieht aus wie eine durchkreuzte eins und ähnelt auch einem Paar überkreuzterSchi.

Ähnlich: 二 (er) zwei

Er geht einfach weiter bis zum zweiten Horizont.

Ähnlich: 三 (san) drei

Und weil so weit gegangen ist, geht er weiter bis zum dritten Horizont, wo es auchsanitäre Anlagen gibt.

4. 我 (wo) ich

Wo ist mein Gesicht? Sieht aus, wie eine verzerrte Strichzeichnung von einem Gesicht (auch auf die Seite gedreht).

Kombination: 我 的 (wo de) mein

Wenn ich auf etwas ziele, dann ist es meins.

Gehen Sie die Zeichen in Ruhe durch und bleiben Sie so lange bei einem Zeichen, bis Sie ein gutes Merkbild gefunden haben, in das Sie auch die Aussprache und die Bedeutung eingebaut haben. Erst dann machen Sie mit dem nächsten Zeichen weiter.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lernen!

 

Flaggen einprägen – Bilder merken als große Herausforderung für Mnemotechniken

Während Fremdworte zum Beispiel mit Hilfe der Schlüsselwortmethode und auch abstrakte Zahlen mit Hilfe des Majorsystems in Bilder verwandelt werden können, ist das Gehirn bei Bildern erstaunlicher Weise völlig sprachlos. Ein schöner Versuch: Sie zeigen einer Person zehn Flaggen und die dazu gehörigen Namen der Staaten und bitten die Person, sich die Flaggen einzuprägen. Die meisten Menschen erledigen diese Denkaufgabe in ein bis zwei Minuten. Aber wenn Sie anschließend die Reihenfolge verdrehen und nicht mehr die Flagge zeigen, sondern fragen, wie das Länderbanner ausgesehen hat, versagen die meisten Testpersonen.

Das gleiche Problem ist beim Merken von Gesichtern zu finden: Menschen (oder besser deren Gehirne) können sich zwar hervorragend an Gesichter erinnern, allerdings haben wir keine besonders präzise Sprache für Gesichter und deren Teile entwickelt (ein großes Problem für Polizisten, deswegen gibt es Methoden wie die Gegenüberstellung und Phantombilder – ohne beides wären die meisten Täter blond und zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß).

Eine Sprache für Bilder entwickeln

Das bildliche Erinnerungsvermögen des Gehirns kann wesentlich verbessert werden, wenn Sie zum Beispiel die Nationalflaggen der Länder der Erde nicht nur mit dem jeweiligen Land verbinden, sondern wenn Sie gleichzeitig die umgekehrte Reihenfolge trainieren. Das trainiert zwei Eigenschaften, die für Lernen und Merken besonders wichtig sind:

  • Aufmerksamkeit und Beobachtungsgabe: Ihr Gehirn wird trainiert, Bilder genauer zu betrachten. Sie werden so zum guten Beobachter und machen Schnell Sherlock Holmes und Kollegen Konkurrenz.
  • Formen- und Bildersprache: Sie werden auch besser merken und lernen, weil Sie abstrakte Formen und Linien mit Wörtern beschreiben können. Nur wenige Menschen sind dazu in der Lage, zum Beispiel Gesichter oder auch Gerüche und Geschmäcker zu beschreiben.

Flaggen verwandeln

Probieren Sie es aus: Sehen Sie Bilder mit anderen Augen und suchen Sie nach Eselsbrücken, um sich abstrakte Farbkombinationen und Muster merken zu können. Und verbinden Sie diese mit dem Namen des jeweiligen Landes. Hier ein paar Beispiele – und bitte wundern Sie sich nicht über die eigenartigen Bilder, denn fremde Bilder bleiben dem eigenen Kopf immer fremder als die eigenen:

  • Monaco: Viele weiße Westen, die im schneeweißen Sand liegen und darüber der Himmel, der rot vor Neid von dem vielen Reichtum des kleinen Staates ist.

  • Schweiz: Wer sich nicht merken kann, ob das Kreuz weiß oder rot ist: Nehmen Sie die Flagge zum Einwickeln eines Schokoladen-Berggipfels, dann ist die Spitze in der Mitte des Papiers weiß (weil mit Schnee bedeckt) und das Kreuz damit zweifelsfrei in der gleichen Farbe.

  • Bahamas: Die Inseln sind ein schmaler Streifen Sand im Meer (gelber Streifen zwischen zweimal hellblau) und manchmal passiert es, das ein Schiff dort strandet, weil ein Kapitän wieder zwei linke Hände hatte (schwarzes Dreieck auf der linken Seite).

  • Liberia: Klingt so ähnlich wie das amerikanische (englische) „Liberty“ (Freiheit) und die Flagge sieht so ähnlich aus wie die der Vereinigten Staaten von Amerika, allerdings mit einem roten Streifen weniger (sechs statt sieben) und nur einem einzigen Stern.

Auch wenn diese Merkbilder nichts mit der tatsächlichen Bedeutung der Flaggen zu tun haben, so helfen sie dennoch beim Merken.

Weiterführende Informationen

Auf Wikipedia gibt es eine Liste der Nationalflaggen inklusive ausführlicher Erklärungen, was Anordnung und Farben tatsächlich bedeuten. Die Flaggenerklärung hilft in vielen Fällen auch beim Merken, weil ein Bezug zwischen der Grafik und dem Land hergestellt wird (Banner sind natürlich nicht einfach grundlos bunt).

Diese Techniken können Sie natürlich auch auf andere Themen anwenden. Hier ein paar Beispiele, die teilweiserichtig knifflige Aufgaben für verregnete Tage (oder lange dunkle Winter) sind:

  • Gesichter
  • Baumarten und deren Blätter
  • Tartans (hier eine Liste zum Trainieren)
  • Farben (zum Beispiel die RAL-Farbpalette)

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Merken!

 

 

Was ist eine Lyra?

Hinter dem Begriff Lyra verbergen sich ganz unterschiedliche Dinge. Hier eine Auswahl, was eine Lyra alles bedeuten und sein kann:

Immerhin fünf Erklärungen für einen einzigen Begriff. Und wie merken? Fünf Begriffe lassen sich einfach in einem Bild unterbringen. Dabei ist die Frage, was der Anker (erster Erinnerungspunkt) für das Bild ist? Hier ein Vorschlag:

„Auf einer Straßenbahn steht eine riesige Leier, die von einem Griechen gezupft und gestrichen wird (und der dabei ganz verträumt in die Sterne schaut) und dabei klingt die Lyra wie ein Glockenspiel, dass eine Kapelle neben der Straßenbahn sofort in Marschgeschwindigkeit verfällt.“

Ganz nebenbei: Das Sternbild der Lyra (Leier) besteht aus fünf Sternen (entspricht der Zahl der Bedeutungen oben) und sieht aus wie ein schiefes Quadrat (weil es von der Straßenbahn gerammt wurde) mit einem Stern, der etwas versetzt an der Ecke oben rechts angesetzt ist. Und dieser (Haupt)Stern heißt „Wega„, weil die Straßenbahn das Sternbild auf dem „Weg“ angefahren hat – alles ganz einfach, oder…?

 

Die wichtigsten Ereignisse und Daten der Griechischen Antike einprägen

In den beiden vorigen Artikeln haben Sie Merkhilfen für die Römische Republik und das Römische Kaiserreich kennen gelernt. An dieser Stelle werden noch die wesentlichen Daten der griechischen Antike dazugeliefert.

Was ist drin im Bild?

Griechische Geschichte so kompakt wie möglich:

Eine Menge Zahlen, Daten, Fakten. Aber Sie werden sehen, dass sich diese Ereignisse leicht merken lassen.

Benötigte Mnemotechniken

Auch hier merken wir wieder mit Hilfe eines Bildes. Und das ist bereits eine Spezialität des Kopfes und funktioniert ohne spezielles Training. Da die meisten Informationen über die Augen ins Gehirn rauschen, wird Ihr Kopf nicht überrascht sein, wenn wir noch ein Bild einliefern.

Die Jahreszahlen werden mit Hilfe des so genannten Majorsystems in Bilder verwandelt. Sollten Sie damit nicht vertraut sein, dann schauen Sie sich die Einführungs-Videos dazu an.

Eine großartige Szene – das Merkbild

Erst einmal nicht fragen und auch nicht zuviel nachdenken. Lassen Sie das Bild in Ihrem Kopf wirken. Sofort danach werden Sie erfahren, was hinter den seltsamen Beschreibungen steckt. Wichtig ist nur, dass Sie die Zeilen nicht einfach überfliegen, sondern sich alles so intensiv wie möglich vorstellen, dann bleibt es auch zuverlässig drin im Gehirn. Hier das Merkbild:

Bereits vor den Olympischen Spielen gab es ein großes Gekeuche. Trotzdem gründeten die Griechen die Polis, in denen es kostenlose Glas-Lollis gab.

Daraus entstand die Demokratie, in der sich niemand mehr „so lonely“ (Englisch / „allein“) fühlte. Aber es gab immer eine Laberei vor jeder Abstimmung, die allen auf die Leber ging. Man bekriegte sich vor allem wegen der Perserteppiche, aber die Heulsuse ergab sich immer sofort.

Ausgerechnet der rockige Attila sah einen bunten Seehund. Danach wurde Krieg geführt gegen Polizeipanzer, weil durch Sparen die Leute in die Armut und zur Raserei getrieben wurden.

Wo ist da der Sinn drin?

Zugegeben, das Bild ist am Ende extrem überzeichnet, aber gerade das zeigt sehr schön, wie der Kopf denkt und merkt. Aber fangen wir vorne am in der Szene:

Das „Gekeuche“ ist der Majorbegriff für das Jahr 776 und er lässt sich hervorragend mit den Olympischen Spielen verbinden. Die „Glas-Lollis“ enthalten die Rahmendaten für die Entstehung der Polis von 750 bis 550 vor Christus. Die Demokratie wurde von „so lonley“ (Solon) gegründet. Dem Gehirn genügt ein weiter entfernter Anstoß, um wieder auf den Namen Solon zu kommen, sofern es diesen vorher schon einmal gehört hat. „Laberei“ und „Leber“ sind ein doppeltes Bild für das Jahr 594 vor Christi Geburt.

Bei den Perserkriegen „ergab“ sich die „Heulsuse“ – übersetzt nach dem Majorsystem die Zahlen 479 und 500 – so verrückt kann Merken tatsächlich sein.

Danach wird es etwas ausgefallener: Der Attische Seebund ist in ein eher schräges Bild verpackt, aber auch damit kommt das Gehirn klar. Genauso schafft der Kopf den Sprung vom Polizeipanzer zum Peloponnesischen Krieg, bei dem nicht gespart, aber dafür Sparta daran beteiligt war. „Armut“ und „Raserei“ sind wieder Anfangs- und Schlußjahr, nämlich 431 und 404 vor Christus.

Anders denken

Bitte bedenken Sie, dass die oben beschriebenen Bilder nur Denkanstöße sein sollen. Fremde Bilder funktionieren manchmal im eigenen Kopf nicht. Es ist besser, wenn Sie sich eigene Bilder für die Daten bauen. Alles, was Sie oben gelesen haben, ist hauptsächlich zur Inspiration gedacht, dass man auch ganz anders lernen kann…

 

Römische Kaiserzeit: Besondere Ereignisse und deren Jahreszahlen merken

Im vorigen Artikel ging es um die wichtigsten Daten der Römischen Republik. In diesem Teil vervollständigen wir Ihr Wissen um das antike Rom und schauen uns die wesentlichen Fakten der Kaiserzeit an.

Was ist drin im Bild?

Welche Merktechniken werden benutzt?

Alle Informationen werden praktisch und einfach in ein Bild eingebaut. Dafür braucht das Gehirn keine weitere Vorbereitung, außer eine möglichst lebhafte Phantasie, um sich die Szene so lebendig wie möglich vorzustellen.

Die Jahreszahlen werden mit Hilfe des so genannten Majorsystems in Bilder verwandelt. Sollten Sie damit nicht vertraut sein, dann schauen Sie sich die Einführungs-Videos dazu an.

Alles im Bild

Lesen Sie das Merkbild und lassen Sie es im Kopf wirken! Es geht zuerst nicht darum, dass Sie verstehen, was hinter den Hinweisen in der Szene steckt. Wichtig ist nur, dass in Ihrem Kopf ein unvergessliches Bild entsteht. Die Details werden anschließend erklärt.

Also zuerst einmal mit den Augen einsaugen und im Kopf zu einem bunten Bild blühen lassen:

Die Kaiserzeit beginnt im August, als vorher bereits der Honig aus dem (Stadt)Tor von Rom floss. Und voraus ritt Jesus auf einem Reh.

Die Römer waren aktiv tätig, bis das Reich seine größte Ausdehnung erreichte. Dann aßen Sie erst einmal ein Hotdog.

Dann kamen die Christen auf einem Moped ins Reich gefahren und an der Ampel wurde das Reich geteilt. In der Rückschau nach Westen war das Römische Reich ein voller Erfolg.

Was steckt denn da drin?

Statt die Fakten zu büffeln, wird in diesem Fall nur ein lustiges Bild in den Kopf eingepflanzt, das garantiert länger haften bleibt als trockene Zahlen. Aber beginnen wir am Anfang:

Der August ist glasklar der Kaiser Augustus. „Honig“ und „Tor“ zeigen die Daten für seine Amtszeit von 27 bis 14 vor Christus. Jesus ritt „voraus“ auf einem „Reh“, was ein Hinweis auf das Geburtsjahr 4 vor (voraus) Christus ist.

Im Bild mit der größten Ausdehnung des Reichs ist die Jahreszahl doppelt eingebaut – eigentlich unnötig, aber doppelt merkt besser: Sowohl „tätig“ (was vielleicht leicht vom Kopf übersehen werden kann) als auch „Hotdog“ lassen sich mit Hilfe des Majorsystems in die Zahl 117 übersetzen.

Das „Moped“ voller Christen gibt die Jahreszahl 391 an und die „Ampel“, an der die Teilung stattfindet, wird in das Jahr 395 übersetzt. Der letzte Satz zeigt das Ende des Weströmischen Reichs im Jahr 476 („Rückschau“).

Und bitte…

…so lebendig wie möglich vorstellen. Wenn Sie ein gutes Bild in Ihrer Phantasie daraus malen können, dann sollte das Bild bereits zu 99 Prozent nach dem ersten Lesen in Ihrem Kopf festhängen – und da auch ziemlich lange drin bleiben. Mit den Zahlen von oben hätten Sie das wahrscheinlich nicht so schnell und einfach gemerkt.

 

Die wichtigsten Daten und Ereignisse der Römischen Republik

Geschichte ist ein klassisches Thema für Eselsbrücken. Hier ein Beispiel aus dem alten Rom, um sich die wichtigsten Daten und Ereignisse aus der Römischen Republik zu merken.

Was wird gemerkt?

Welche Mnemotechniken werden eingesetzt?

In diesem Fall werden alle Informationen in einem Bild abgelegt. Bilder kann das Gehirn problemlos und ohne weitere Vorbereitung behalten – Sie brauchen dafür nicht einmal eine Merktechnik erlernen, sondern sich die unten beschriebene Szene nur so lebhaft wie möglich vorstellen.

Die Jahreszahlen werden mit Hilfe des so genannten Majorsystems in Bilder verwandelt. Sollten Sie damit nicht vertraut sein, dann schauen Sie sich die Einführungs-Videos dazu an.

Das Merkbild

Hier ist jetzt Ihre volle Vorstellungskraft gefragt! Lesen Sie sich die folgenden Zeilen in Ruhe durch und versuchen Sie, sich die Szenen so lebhaft wie möglich vorzustellen. Was dahinter steckt, wird im nächsten Absatz erklärt. Aber jetzt erst einmal die Eselsbrücke anschauen und möglichst tief wirken lassen:

Als der erste Römer die Welt erblickt, steht er vor einer Lotusblüte die zur Neige geht. Danach kämpft er sich zu einer Flasche Punika vor und isst nachher Dorsch.

Von Bürgern kriegt er den Film „Die Mumie“ geschenkt, der allerdings angefressen ist von einer Motte. Und Asterix und Obelix schenken ihm eine Latte, mit der bereits ein Löwe erschlagen wurde.

Aber der Römer bevorzugt ein Rohr, um damit Caesar zu ermorden.

Was steckt dahinter?

In der kleinen Szene sind tatsächlich alle oben aufgelisteten Fakten enthalten. Schauen wir uns den Text genauer an:

Der Römer erblickt die Welt, was ein Hinweis auf das Thema ist – nämlich die Römische Republik. Die beiden Stichworte „Lotus“ und „Neige“ sind Hinweise auf die Jahreszahlen 510 und 27. Die Tatsache, dass der Römer davor steht, ist der Hinweis, dass es um die Jahre vor Christus geht.

Der zweite Teil ist leichter zu erkennen: Punika plus kämpfen ergibt die Punischen Kriege und die beiden Begriffe „nachher“ und „Dorsch“ sind Hinweise auf die Jahre 264 und 146.

Von den Bürgern „kriegt“ er… – also Bürgerkriege und „Die Mumie“ ergibt die 133 übersetzt nach dem Majorsystem. Die „Motte“ ist der Hinweis auf das Ende der Bürgerkriege im Jahr 31 vor Christi Geburt.

Asterix und Obelix sollten als Gallier bekannt sein. Damit ist der nächste Teil des Bildes ein Hinweis auf die Gallischen Kriege. Der „Löwe“ und die „Latte“ grenzen den Krieg auf die Zeit von 58 bis 51 ein.

Und das „Rohr“ war natürlich nicht die Tatwaffe, mit der Brutus ihn umgebracht hat, aber dafür der Code für das Jahr 44 vor Christus.

Selber malen hält besser

Noch ein Hinweis am Ende: Merkbilder sollten Sie am besten selbst in Ihrem Kopf malen. Manchmal funktionieren auch Bilder von anderen im eigenen Kopf, aber vielleicht haben Sie es beim ersten Lesen gemerkt: Irgendwie klingt so eine Beschreibung befremdlich.

Wenn Sie sich die Szene nicht vorstellen können, dann entwerfen Sie ein eigenes Bild, dass garantiert länger und besser hält als jedes Auswendiglernen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei!

 

Leserbrief: Mathematische Formeln mit Mnemotechniken merken – Prozentrechnung

Hier die Frage eines Lesers, wie man sich Formeln mit Hilfe von Merktechniken besser einprägen kann:

Erstmal möchte ich mich bei Ihnen für dieses tolle Buch (Einfach.Alles.Merken) bedanken, es hat mir schon viel weitergeholfen. Es ist ihnen wirklich gut gelungen.

Aber ich verstehe eine Sache noch nicht: Nämlich wie man sich Formeln merkt.

Sie haben auf Seite 104 die Formel A= a²/4 * Wurzel aus 3 verbildert. Ich verstehe diese Lösung aber nicht. Ein Dreieck an ein Quadrat zu kleben, das ist doch nichts besonderes, so kann ich mir das irgendwie nicht merken. Und wie Sie auf eine Wurzel kommen ist mir auch schleierhaft.

Und wie mache ich das bei:

  • G = W * 100 / p
  • W = G * p / 100
  • p = W / G * 100

Diese Formeln kann ich mir einfach nicht merken, ich vergesse sie jeden Tag…

Liebe Grüße,

N.E.

Und hier die Antwort:

Hallo Herr E.,

das Bild im Buch bezieht sich auf den Teil hinter dem Gleichheitszeichen: a zum Quadrat (an ein Quadrat kleben) und in Viertel zersägen (/4). Wenn Sie eins der Quadrate eingraben, dann ist es unter der Erde (Wurzeln) und nur noch eine Ecke (ein Dreieck) sichtbar (3).

Was Ihre Formeln betrifft, würde ich vorschlagen, Sie machen sich erstens klar, wofür die Buchstaben stehen: W = ProzentWert, G = Grundwert und p = Prozentsatz (lässt sich eigentlich anhand der Namen gut merken). Zweitens sind die Formeln jeweils Ableitungen voneinander. Wenn Sie also schnell umstellen können, brauchen Sie sich eigentlich nur eine dieser Formeln zu merken.

Zum Merken würde ich die dritte Formel vorschlagen, weil Sie sich (für mich) am besten in ein Bild verwandeln lässt: Der (Prozent)Satz beginnt damit, dass wir einen (Prozent)Wert durch einen (guten) Grund(wert) teilen, damit zerkleinern und durch einen (schönen und glänzenden) Stern (Multiplizieren) wieder auf hundert (mal 100) bringen.

Können Sie sich das vorstellen?

Es ist wichtig, dass Sie ein eigenes Bild aufbauen, in dem Sie die Formel „sehen“ können. Entweder eine statische Szene oder eine Abfolge von Ereignissen.

Oben ist das eine vorstellbare Abfolge für Sie: Ein Satz entsteht, indem man etwas wertvolles durch Teilung in eine (Grund-)Bestandteile zerlegt und dann wieder auf 100 bringt.

Ich hoffe das hilft Ihnen weiter & viele Grüße,

Ulrich Bien

Dieser Artikel bezieht sich auf Seite 104 im Buch „Einfach. Alles. Merken.