Archiv der Kategorie: Wissenschaft

Wie das Internet unser Gehirn verändert

Das amerikanische Wissenschaftsmagazin SCIENCE hat die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die zeigt, wie sich unser Umgang mit Wissen durch das Internet verändert. Vielleicht kennen Sie das Motto von Studierenden, nach dem man nur wissen muss, wo etwas steht. Der gleiche Grundsatz gilt für das Wissen im Netz…

In Experimenten wurden Probanden Fakten vorgelegt, die sie sich merken sollten. Dem einen Teil der Gruppe wurde gesagt, dass die Informationen auf Computern abgespeichert sind und dem anderen Teil, dass die Fakten von dem Computer gelöscht wurden. Dabei konnte sich die Gruppe mit den angeblich gelöschten Daten wesentlich besser an die Fakten erinnern.

Zurück geführt wird das auf die Tatsache, dass wir uns (auch) sehr gut merken können, wo Wissen abgelegt ist. Auch Experten gelten für uns als externe Datenquelle. Und wenn wir darauf zugreifen können, dann neigen wir dazu, uns etwas nicht zu merken oder uns tatsächlich nur einzuprägen, wo das Wissen abgelegt ist.

Also: Weniger auf die vielen kleinen elektronischen Helfer verlassen und wieder mehr im Kopf abspeichern! Schließlich können wir in einer Prüfung auch nicht zum Smartphone greifen und die Antwort bei Wikipedia nachschlagen…

Quelle: SCIENCE / LifeHacker / BBC England

 

Leserbrief: Chemische Strukturformeln merken

Hier ein Leserbrief zum oft nachgefragten Thema Chemie:

Hallo Herr Bien,
ich suche seit langem eine Technik, um mir chemische Strukturformeln merken zu können, z.B. die der Aminosäuren.
Unten habe ich zwei Links zu Abbildungen (ersetzt gegen die Bilder unter) mit den Strukturen. Das Problem ist nicht unbedingt, dass die Strukturen sehr komplex sind, sondern vor allem oft sehr ähnlich…

Über eine Hilfe würde ich mich freuen.
A.W.
Und hier die Antwort:
Hallo Frau W.,

ich bin kein Chemie-Experte, aber die Strukturen sind einfach zu merken, WEIL sie so ähnlich sind. Genauer gesagt: Weil es sich immer um die selbe Grundstruktur handelt und die Unterschiede minimal sind.
Sie brauchen zum Beispiel bei Serin und Cystein nur eine Basisstruktur zu kennen. Dann verbinden Sie die Namen und die Unterschiede der jeweiligen Moleküle: Bei Cystein ist es die SH-Gruppe (Merkhilfe: die brauchen Sie, um aus dem C ein komplettes SCH zu machen – „SCHlau“, oder?).
Oder bei Serin ist es nur der Wasserstoff (verbinden Sie hier die trockene „Seringeti-Savanne“ (auch wenn die nicht so geschrieben wird) mit dem Wasser(stoff), den sie braucht, um wieder ein wenig grüner zu werden.)
Viel Erfolg beim Merken!
Ulrich Bien
 

Wo fahren Sie denn? – Oder: Warum Navigationssysteme eine der größten Stärken des Gehirns zerstören…

Schon mal versucht, mit einem Navi einen Säbelzahnztiger zu fangen? Der Orientierungssinn ist eine der großen Stärken des Kopfes – angeblich entstanden, als wir noch zu Fuß mit der Keule auf der Schulter hinter unserem Essen her waren.

Mit dem Navi ist das alles ganz anders geworden. Wir treten unseren Kopf mit Füßen, weil wir uns ausschließlich auf die Technik verlassen. Das ist vergleichbar mit dem Einspeichern von Telefonnummern ins Handy. Ist das Gerät weg oder kaputt, kann der Betroffene nicht einmal mehr zu Hause anrufen.

Das Autoportal mobile.de berichtet über die Ergebnisse einer Studie von TopGutscheinCode, nach der die Autofahrer sich mittlerweile voll und ganz auf die kleinen elektronischen Helfer verlassen. 75 Prozent der Befragten gab an, gar keine Karte mehr lesen zu können, obwohl fast die Hälfte sich trotz Navi schon einmal verfahren hat.

Nur 12 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, sich überhaupt noch Gedanken darüber zu machen, wo sie hinfahren. 61 Prozent tippen das Ziel ein und fahren einfach drauf los. Und wenn sie sich doch verfahren, dann wird Mama oder Papa hinterher telefoniert: Fast die Hälfte ruft die Eltern an, wenn das Navi den Weg nicht mehr kennt. Hoffentlich ist die Nummer richtig im Handy abgespeichert.

Ja, wo fahren Sie denn? Pflegen Sie Ihren Sinn für die Orientierung. So sitzt man nicht stur im Auto und fährt von Start zum Ziel. Neben dem Gefühl für die Richtung bleibt das Hirn so während der Fahrt aktiv. Und vielleicht gibt es auf dem Weg ja noch die eine oder andere interessante Stadt oder Sehenswürdigkeit, an der das Navi stur vorbeileitet.

Schließlich ist der Weg das Ziel!

Quelle: mobile.de, TopGutscheinCode, Neues Mobil

 

Kuriose Fakten: Die 72 Namen auf dem Eiffeltum – Allgemeinbildung

Was Sie über den Eiffelturm vielleicht nicht Wissen: Sein Erbauer Gustave Eiffel hat die Namen von 72 Wissenschaftlern auf dem Turm verewigt – mehr oder weniger. Denn zu Beginn den 20. Jahrhunderts sind sie übermalt und erst während der Renovierungsarbeiten 1986 wieder freigelegt worden.

Wer genau hinschaut, kann die Namen in der breiten Verzierung unterhalb der ersten Etage entdecken. Darunter zum Beispiel auch Louis Daguerre (Erfinder der Fotografie) und der Physiker Charles Augustin de Coulomb, nach dem die Maßeinheit der elektrischen Ladung benannt ist. Bei den 72 Wissenschaftlern handelt es sich übrigens fast nur um Franzosen. Ausnahmen sind der italienische Mathematiker und Astronom Joseph Louis Lagrange und der Schweizer Uhrenbauer Abraham Louis Breguet.

Damit wird das Bauwerk zur Fundgrube historischer Allgemeinbildung. Und wenn Sie alle Namen auswendig lernen wollen, ist das eine hervorragende Übung, um Merktechniken zu trainieren. Die vollständige Liste der Namen finden Sie bei Wikipedia.

Quelle: 72 Namen auf dem Eiffelturm (Wikipedia)

 

 

Große Gehirne im Norden… – eine Frage des Lichts!

Je weniger Licht, desto größer das Gehirn – das ist die grobe Zusammenfassung einer Studie der Anthropologin Eiluned Pearce von der University of Oxford. Sie hat beim Vermessen von Schädeln und Gehirnen herausgefunden, dass die Denkorgane größer werden, je weiter Menschen im Norden wohnen.

Aber nicht nur die Köpfe sind größer, sondern auch die Augen der untersuchten Personen. Und damit ist der Zusammenhang zwischen der Größe der Gehirne und der Region zu erklären: Je weniger Licht, desto besser ausgebildet der Sehsinn – und die entsprechenden Teile des Gehirns.

Der Wohnort hat also nichts mit der Intelligenz zu tun, sondern ist eine entwicklungsbedingte Reaktion auf dunklere Tage!

Quelle: Welt online

 

Ähnliche Begriffe einprägen: Synkope, Synapse, Synode und Synopse

Was bedeuten folgende Begriffe und wie lassen sich diese leicht merken und unterscheiden?

  • Synkope – Rhytmusverschiebung gegenüber dem regelmäßigen Takt in der Musik.
  • Synkope – kurze Bewußtlosigkeit (Medizin).
  • Synapse – Kontaktstelle von Nervenzellen.
  • Synode – Versammlung kirchlicher Repräsentanten (auch Konzil genannt).
  • Synopse – knappe Zusammenfassung oder Vergleich in der Literatur.

Der Begriff Synkope erinnert an „Kuppe“: Zwerge schieben ein Klavier bergauf und oben auf der Kuppe kippt das Klavier und verschiebt sich quasi von selbst gegen den Takt des Lieds, das die Zwerge gesungen haben. Die medizinische Synkope erinnert an eine Sünde im Kopf – was gut zu einem kurzzeitigen Blackout führt.

Synapse klingt wie „Ast“ und „Nabel“, also eine sensible Verbindung (Nerven) von Mutter und Kind (Nabel).

Die Synode klingt wie „öde“, also stellt man sich am besten eine Gruppe von Bischöfen vor, die gelangweilt um einen Tisch herum sitzen.

Und zuletzt die Synopse erinnert an „hopsen“, also so lange auf einem Thema herumspringen, bis Sie es zu einer kurzen Zusammenfassung eingestampft haben.