Schlagwort-Archive: Gedächtnispalast

Denk-Zelle: Wie funktionieren Römische Räume?

Irgendwo zwischen einem Mini-Gedächtnispalast und dem Merk-Punkt auf einer Loci-Route ist die Mnemotechnik der Römischen Räume zu finden. Ideal zum Behalten einer guten Handvoll Fakten und benannt nach der ältesten Überlieferung der Anwendung von Merktechniken. Was dahinter steckt und wie es geht, das erklärt dieser Artikel…

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Wandern und Staunen – Mnemotechniken im Überblick, Teil 3

Neben dem erfolgreichen Behalten von Einzelinformationen bildet das (schnelle) Einprägen von besonders vielen Fakten die zweite Hälfte der Mnemotechniken. Grundlage ist wieder das Verwandeln von einzelnen Fakten in Gehirn-gerechte Informationen – und dann werden diese Bilder in räumliche Vorstellungen eingebaut. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Artikel…

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Ab in den Knast: Magenzellen merken! Ein Mini-Gedächtnispalast

Noch ein Klassiker aus dem Medizinstudium und genauso Prüfungswissen für die Heilberufe: Wie heißen die vier Zelteten, die in einem Magen zu finden sind, und was ist ihre Aufgabe? In diesem Artikel erfahren Sie, wie diese Fakten ganz einfach in einem kleinen, ungewöhnlichen Gedächtnispalast abgelegt und damit zuverlässig gemerkt werden können…

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Gedächtnispalast für Anfänger: Strukturen zum Merken im Kopf aufbauen!

Wenn Sie mit einem Gedächtnispalast lernen und merken wollen, dann brauchen Sie vor allem eins: Eine Struktur (einen Palast) in den die zu lernenden Informationen eingebaut werden können. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie sich eine phantasievolle Welt im Kopf aufbauen, die zum Merken von Fakten geeignet ist…

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Sehenswert! Merkenswert! – Fakten zum Empire State Building als Gedächtnispalast merken

Der Gedächtnispalast gilt als die Königsdisziplin der Mnemotechniken. In der Literatur sind aber nur wenige konkrete Beispiele und Anleitungen dazu zu finden. In diesem Artikel möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie Daten und Fakten rund um das Empire State Building in New York mit Hilfe eines Gedächtnispalastes zuverlässig lernen und behalten können…

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So geht Gedächtnispalast: Erster Weltkrieg im Bungalow – Praxisbeispiel zum Selberdenken

Komplexe Themen mit Hilfe der Königsdisziplin unter den Merktechniken lernen: In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, wie Sie Daten und Fakten rund um den Ersten Weltkrieg in einen kleinen Gedächtnispalast konstruieren. Lernen Sie, ein fiktives Gebäude in Ihrem Kopf zu bauen und dieses mit Informationen zu füllen, um später zielsicher darauf zugreifen zu können…

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Was ist ein Gedächtnispalast?!

Dieser Artikel ist Teil des Blog-Books "Der Gedächtnispalast - Gipfel der Mnemotechniken". Wenn Sie mehr lesen wollen, schauen Sie sich das Inhaltsverzeichnis an.

Artikel zum Gedächtnispalast

 

Anbauen im Gedächtnispalast: Zwei neue Elemente im Periodensystem als „Insel der Instabilität“

Der Gedächtnispalast aus dem Artikel Das komplette Periodensystem der Chemischen Elemente auswendig lernen kann nun um zwei weitere Elemente erweitert werden: Ununquadium und Ununhexium wurden nach einer dreijährigen Prüfung durch ein Komitee von Wissenschaftlern offiziell anerkannt und sind damit fest ins Periodensystem der Chemischen Elemente eingefügt.

Dabei handelt es sich um besonders schwere, künstlich hergestellte Elemente, die nur wenige Millisekunden existieren, bevor sie wieder zerfallen. Die beiden Elemente tragen die Ordnungsnummer 114 und 116 und befinden sich damit auf der so genannten „Insel der Instabilitäten“.

Ununquadium wird auch als EkaBlei bezeichnet. Der Name ist Griechisch und wurde aus der Ordnungsnummer abgeleitet. Diese lässt sich mit Hilfe des Majorbegriffs Theater (T, T, R = 114) merken (wenn Sie diese Technik nicht kennen: einen Artikel über das Majorsystem finden Sie hier).

Ununhexium (von lateinnisch unus „eins“ (2×) und griechisch „hexi“ „sechs“) wird auch als EkaPolonium bezeichnet. Die Ordnungsnummer in das Majorsystem übersetzt ergibt das Autodach (116 = T, D, CH).

Die Namen sind jedoch vorläufig, denn die Entdecker haben die Möglichkeit, eigene Bezeichnungen für die Elemente vorzuschlagen. Die Prüfung durch ein weiteres Komitee dürfte jedoch wieder einige Zeit dauern.

Bis dahin können Sie Ihren Gedächtnispalast in aller Ruhe erwetern. Wenn Sie – wie im Artikel über den Gedächtnispalast beschrieben – das Periodensystem in einer Burg organisiert haben, dann können Sie die beiden Elemente ebenfalls im Rittersaal unterbringen. Passende Bilder dazu werden Ihnen sicherlich einfallen!

Viel Spaß beim Merken!

Quelle: Focus online

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Weiterführende Links:

 

Der Gedächtnispalast in der Praxis: Das komplette Periodensystem der Chemischen Elemente auswendig lernen

Ein einfacheres Beispiel über einen kleinen
Gedächtnispalast zum Ersten Weltkrieg lesen Sie hier! 

Im zweiten Teil dieser Serie möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie aus abstrakten Informationen (Faktenwissen ist besonders schwer zu lernen und zu merken), einen phantasievollen Gedächtnispalast in Ihrem Kopf machen, der sich nicht nur für mentale Spaziergänge, sondern vor allem zum leichteren Lernen einsetzen lässt. (Den ersten Teil über die Grundlagen der Konstruktion von mentalen Gedächtnispalästen finden Sie im Beitrag Gedächtnispalast: Grundlagen zum Hirn-Hochbau! Erklärung einer Spitzen-Mnemotechnik.)

Bevor wir beginnen, noch ein Hinweis: Für das Merken von Zahlen wird in diesem Beispiel das so genannte Majorsystem benutzt. Eine kleines Anleitungs-Video dazu finden Sie hier. Allerdings müssen Sie diese Merktechnik nicht beherrschen, um das folgende Beispiel zu verstehen.

Das Periodensystem der chemischen Elemente

Das Periodensystem ist aus folgenden Gründen hervorragend mit Hilfe eines Gedächtnispalastes lern- und merkbar:

  • Insgesamt 118 Elemente, die neben dem Namen und der Ordnungsnummer noch zahlreiche weitere Informationen enthalten, die gemerkt werden wollen, zum Beispiel Atomgewicht, Elektronenkonfiguration, Serie, Symbol usw.
  • Das System bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Gruppieren (vor allem die Serien – also Halogene, Edelgase, Metalle usw. – aber auch Perioden und Gruppen).
  • Das Erinnern kann höchst unterschiedlich sein (Sie wollen wissen, welche Serie welche Elemente enthält oder Sie wollen einzelne Informationen über ein Element abrufen etc.).

In diesem Beispiel wollen wir uns nur die Namen, die Ordnungszahl und die Serien konzentrieren. Üblicherweise beginnen Sie Ihren Palast mit einem groben Rohbau, in den Sie später immer mehr Details einfügen, bis Sie endlich Ihren Prachtbau errichtet haben (beachten Sie das bitte bei den Vorbereitungen). Mit drei Informationen zu beginnen ergibt in diesem Fall schon eine Menge Fakten, die aber in überschaubarer Zeit gelernt werden können. Weitere Informationen fügen Sie danach ein, wobei Sie durch jeden erneuten Durchgang durch Ihren Palast Ihr Wissen gleichzeitig weiter absichern werden.

Hier ist eine Abbildung des Periodensystems auf Wikipedia!

Wenn Sie sich ein Periodensystem anschauen, fällt sofort die farbliche Trennung der Serien auf, die jeweils zwischen sechs (Alkalimetalle, Erdalkalimetalle und Edelgase) und 40 Elemente (Übergangsmetalle) enthalten. Wie Ihnen sofort auffallen wird, sind 40 Elemente in einem Raum eine ganze Menge. Wir werden das später weiter entschärfen, dass sich am Schluss in jedem Raum rund zehn Elemente befinden werden (mit ein wenig Übung können Sie aber auch 20 und mehr Fakten in einen Raum einbauen).

Insgesamt müssen Sie sich acht Serien (und drei Elemente, die aus dem Rahmen fallen, wovon wir zwei in einen Extra-Raum packen werden und ein Element oben auf eine andere Serie „kleben“ werden, nämlich den Einzelgänger „Wasserstoff“).

Hier sind die acht Serien:

  • Alkalimetalle
  • Erdalkalimetalle
  • Übergangsmetalle
  • Lanthanoide
  • Actinoide
  • Metalle
  • Nichtmetalle
  • Edelgase

Interessanter ist jedoch die grafische Anordnung (hier ist die Tafel abgebildet): Mit ein wenig Phantasie ähnelt das Periodensystem einer Burg! Und das ist genau die Struktur, in die wir die Elemente jetzt „einbauen“ werden.

Meine Burg ist mein Gedächtnis

Aus der ersten Serie (Alkalimetalle) ganz links werden wir einen „Raum“ machen, den wir als „Landschaft vor der Burg“ bezeichnen. Die Erdalkalimetalle werden der erste gemauerte Teil der Burg, nämlich das Torhaus. Schwieriger ist der große Block der 40 Übergangsmetalle. Dieser niedrigere Teil der Burg sieht zwar aus, wie die Burgmauer, allerdings sind 40 Elemente deutlich zu viel, um diese in einem Wall aus Steinen zu merken. Deswegen legen wir den Teil mit den  Übergangsmetallen einfach flach und machen daraus vier Gruppen (vier Reihen zu jeweils zehn Elementen):

  1. Reihe: die Burgmauer
  2. Reihe: wie im Mittelalter üblich die Ställe, Lagerräume, Schreinerei und Schmiede
  3. Reihe: der Mittelplatz der Burg inklusive Brunnen
  4. Reihe: der Schmuckgarten inklusive Zofen und Burgfräuleins

Lanthanoide und Actinoide liegen unterhalb des Mittelteils und werden zu unterirdischen Gewölben. Die erste Ebene machen wir zur Waffenkammer. Die Ebene darunter wird das Verließ und die Folterkammer (Sie haben sicher schon ein paar gute Ideen, wie Sie die Elemente quälen und Ihren Kopf beim Lernen erleichtern können).

Nun zum rechten Teil der Burg (den Hauptgebäuden): Die Metalle im Unteren Teil werden zum Ritter- oder Festsaal, der obere Teil weiter rechts zum Thronsaal und den Königsgemächern. Die Edelgase ganz rechts überragen alle anderen Serien und werden so zum höchsten Teil: dem Burgfried. Den Elementen 117 und 118 können Sie noch einen zusätzlichen Raum spendieren, wenn Sie wollen, und diese zur Geheimkammer oder Schatzkammer machen.

Den groben Plan im Kopf: Gebaute Räume absichern

Der nächste Schritt besteht darin, diese Anordnung bereits mit Merkbildern abzusichern. Bisher haben wir keine Verbindung zwischen Namen der Serien und den Teilen der Burg erzeugt. Wie lassen sich also die Teile und die Namen der Serien miteinander verbinden? Suchen Sie einfach nach passenden Eselsbrücken. Hier ein paar Vorschläge:

  • Vor der Burg / Alkalimetalle: Außerhalb der Burg ist die Landschaft „kahl“ und alles, was draußen ist, wird als „All“ (Weltraum) bezeichnet. Also sind die All-kahl(i-Metalle) der Teil vor der Burg, ganz links im Periodensystem.
  • Torhaus / Erdalkalimetalle: Ist auch nicht weiter schwer zu merken, denn das Torhaus wird durch einen Erdwall zusätzlich vor Angreifern geschützt.
  • Mittelteil (unter anderem die Burgmauer) / Übergangsmetalle: Das ist die Verbindung (oder der Übergang) zwischen Torhaus und den zentralen Gebäuden der Burg (auf der rechten Seite). So ist das auch leicht zu merken.
  • Rittersaal / Metalle: Was liegt näher, als sich die eisernen Rüstungen der Ritter vorzustellen? In diesem Teil der Burg  gibt es so jede Menge Metall, an das man sich leicht erinnern kann.
  • Königsgemächer / Nichtmetalle: Die Wände in diesem Teil der Burg waren damals mit Teppichen verziert (die nicht aus dem Metall sind). Diese Vorstellung dürfte zum Merken dieser Kombination genügen.
  • Burgfried / Edelgase: In diesen Teil der Burg fliegen die Adeligen, wenn es bei einer Belagerung brenzlig wird. Die „Edlen“ sind flüchtig wie „Gas“ – damit sollten Sie sich auch richtig an diese Kombination von Serie und Raum erinnern.

Damit haben Sie bereits den Plan der Burg im Kopf. Probieren Sie aus, wie einfach Sie sich nun an die Namen der Serien erinnern können – ohne das übliche Lernen!

Elemente als Schmuck und Zierde – Details einfügen

Nun müssen Sie die Elemente in den Räumen verteilen. Freuen Sie sich nicht zu früh, denn das ist der Hauptteil der Arbeit. Wenn Sie bisher keine Erfahrungen mit Merktechniken gemacht haben, dann können Sie sich trotzdem freuen, denn diese Art zu lernen, hat nichts damit zu tun, wie Sie bisher gelernt haben.

Da die Ordnungsnummern die Serien nicht fortlaufend nummerieren, können Sie die Elemente beliebig in den Räumen verteilen. Wenn Sie später die Elemente auch in der Reihenfolge der Ordnungsnummern erinnern wollen, empfehle ich Ihnen, zum Verbildern feste Majorbegriffe zu benutzen (schauen Sie sich dazu die Tabelle hier und hier (als  PDF) an). Sollten Sie das Majorsystem nicht kennen, können Sie trotzdem weiterlesen (bitte ignorieren Sie dann die Hinweise bzw. Merkbilder für die Ordnungsnummern).

Ich möchte Ihnen für die ersten beiden Serien (Alkalimetalle und Erdalkalimetalle) zwei unterschiedliche Verfahren vorstellen, wie Sie die Elemente in die Räume einbauen können:

  1. Alkalimetalle (6 Elemente und den Wasserstoff nehmen wir auch noch dazu): Diese Serie werden mit Hilfe einer Geschichte innerhalb der Szene „vor der Burg“ merken.
  2. Erdalkalimetalle: Diese sechs Elemente bauen wir in das „Torhaus“ mit Hilfe der Loci-Methode (jedoch nicht als Reihenfolge sondern in Form eines so genannten Römischen Raums).

Vor der Burg: Die Geschichte der Alkalimetalle

Diesen Teil der Elemente packen wir in eine handliche Geschichte. Erinnern Sie sich? Diese Szene spielt vor der prächtigen Burg, die Sie nun errichten werden. Vor der Burg ist es allerdings so kahl wie im All, deswegen lagern hier die Alkalimetalle (bitte beachten Sie unterschiedliche Schreibweise mit einem L und ohne H).

Welche Elemente wollen wir uns merken:

  • Wasserstoff (1) – nicht Teil dieser Gruppe, aber wir fügen es als Bild über die Gruppe der Alkalimetalle ein.
  • Lithium (3)
  • Natrium (11)
  • Kalium (19)
  • Rubinium (37)
  • Caesium (55)
  • Francium (87)

Bevor wir mit der Geschichte beginnen, schauen Sie im Geiste einmal nach oben und sehen Sie über der Szene, die wir gleich aufbauen werden eine fliegende „Tee“-Tasse, denn Wasser ist der Stoff, aus dem Tee gemacht wird (und damit fliegen auch fliegende Teetassen). Damit haben Sie das Element „Wasserstoff“ mit der Ordnungsnummer 1 („Tee“ als Majorbegriff für 1) zuverlässig über dieser Serie gemerkt.

Und was geht am Boden vor sich?

Der große „Caesar“ (Cäsium) überlegt, ob er die Burg erobern soll. Dabei lutscht er nachdenklich an einem „Lolli“ (Ordnungszahl 55) und singt ein „Lied“ (Lithium) von seiner „Oma“ (3), um die „Franken“ (Francium) in der „Wiege“ (87) in den Schlaf zu singen. Dabei zerquetscht er eine „Natter“ (Natrium) unter der Wiege, bis sie tot (11) ist. „Karl“ (Kalium) – der König der Burg – zückt seine „Tube“ (19) und bietet Caesar einen „Rubin“ (Rubinium) in der Größe einer „Mücke“ (37), damit er die Burg nicht einnimmt (und endlich aufhört zu singen).

Wie entsteht so eine Geschichte? Es ist nicht so, dass so eine Geschichte spontan sofort im Kopf ist. Ich experimentiere zuerst ein wenig mit den Elementen, übersetzte die Ordnungszahlen in die Majorbegriffe und suche nach einer geeigneten Reihenfolge (eine Reihe von Ereignissen, die in eine Geschichte passen). Je öfter Sie solche Informationen verbildern, desto leichter wird es Ihnen fallen. In der Regel macht dieses „konstruieren“ von Informationen mehr Spaß als das übliche Lernen (und  geht auch schneller).

Kann man sich eine Geschichte besser merken als die nackten Fakten? Ja, auch wenn viele Leute zuerst skeptisch sind. Unser Gehirn liebt Geschichten (wir hören und sehen diese unser Leben lang). Und die blumigen, mit den Details verzierten Fakten sind für den Kopf viel leichter zu behalten. Eins müssen Sie jedoch beachten: Stellen Sie sich die Geschichte so lebendig wie möglich vor. Es nützt nichts, die Zeilen einfach nur herunter zu lesen. Am allerbesten: Machen Sie Ihre eigene Geschichte, die bleibt noch länger im Kopf.

Das Torhaus: Was merkt man sich hinter dem Erdwall?

In diesem „Raum“ wollen wir uns nun die Erdalkalimetalle merken – erinnern Sie sich an den Erwall und damit an den Namen der Serie und das Torhaus? Wenn ja, dann lesen Sie jetzt einfach weiter. Folgende Elemente und Ihre Ordnungsnummern wollen gemerkt werden:

  • Beryllium (Ordnungsnummer 4)
  • Magnesium (12)
  • Kalzium (20)
  • Strontium (38)
  • Barium (56)
  • Radium (88)

Um diese mit der Merktechnik der Römischen Räume zu merken, müssen Sie zunächst markante und auffällige Dinge definieren, die üblicherweise in einem Torhaus zu finden sind. Hier ein paar Vorschläge:

  • Zugbrücke
  • Pferdewagen, der über die Brücke rumpelt
  • Wassergraben
  • Tor und Fallgitter
  • Wachen
  • Wachturm (über dem Tor)

Auch hier gilt: Falls Ihnen Dinge eher in den Sinn kommen, als die von mir genannten Punkte, dann sofort austauschen. Das ist Ihre Burg und Sie müssen sich später an die Punkte erinnern. Und in diesem Fall sollten Sie tatsächlich Punkte nehmen, die Ihnen zuerst beim Gedanken an ein mittelalterliches Torhaus in den Sinn kommen – nehmen Sie keine Rücksicht auf die Elemente, sonst finden Sie vielleicht einen Punkt, der gut zu einem Element passt, aber vielleicht fällt der Ihnen später nicht mehr ein, weil er nicht auffällig genug war.

Und jetzt gehen Sie Punkte kurz im Kopf durch und prüfen Sie, ob Sie sich alle gut merken können, und dann verbinden Sie diese mit den Elementen (wählen Sie für jeden Punkt ein Element, das aus Ihrer Sicht gut passt). Hier meine Vorschläge:

  • Vom Wachturm aus hat man eine tolle Sicht auf ein „raues“ (Majorsystem 4) „Bergidyll“ (Beryllium).
  • Das Tor ist „magnetisch“ (Magnesium) und zusätzlich ist der Durchgang mit einer Tonne (12) versperrt.
  • Auf die Zugbrücke wird eine „Kelle voll Salz“ (Kalzium) gestreut, damit niemand auf die „Nase“ (20) fällt.
  • Der Wassergraben ist ein reißender „Strom“ (Strontium), der nach „Muff“ (38) riecht.
  • Der Wagen hat „Barren“ (Barium) geladen und der Kutscher hat eine freche „Lache“ (56).
  • Die Wachen hören „Radio“ (Radium) und stampfen mit ihren „Waffen“ (88) im Takt der Musik.

Hier gilt das gleiche wie oben: Richtig lebendig vorstellen, dann braucht man die einzelnen Bilder gar nicht zu lernen. Sie fallen einem einfach wieder ein, wenn man durch die Merkpunkte geht, die man sich für das Torhaus ausgedacht hat.

Damit sind Sie erfolgreich im „Anders-Denken“ angekommen. Und weil die Burg Ihr ganz persönlicher Merkpalast werden soll, machen Sie mit den anderen Serien einfach alleine weiter. Sie werden sehen, wie einfach es ist, die 118 Elemente zu merken.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und vor allem viel Spaß dabei!

Dieser Artikel ist Teil des Blog-Books "Der Gedächtnispalast - Gipfel der Mnemotechniken". Wenn Sie mehr lesen wollen, schauen Sie sich das Inhaltsverzeichnis an.

Weiterführende Informationen

Hier noch ein paar Links zu weiterführenden Informationen rund um die Konstruktion von Gedächtnispalästen:

 

Gedächtnispalast: Grundlagen zum Hirn-Hochbau! Erklärung einer Spitzen-Mnemotechnik

Ein einfacheres Beispiel über einen kleinen
Gedächtnispalast zum Ersten Weltkrieg lesen Sie hier! 

Die bekannteste Beschreibung eines Gedächtnispalastes stammt nicht von einem griechischen Philosophen (also den Erfindern der Mnemotechniken), sondern von dem amerikanischen Autor Thomas Harris, der seine legendäre Romanfigur Hannibal Lecter in einen Gedächtnispalast abtauchen lässt, um die Adresse von Agent Clarice Starling in seinem inneren Archiv zu finden. Um an die Postanschrift heran zu kommen – anstatt sich wie normale Menschen einfach zu erinnern – marschiert Lecter langsam und ausführlich durch seinen ausgedachten Palast. Die mehrseitige, pompöse Beschreibung von einem riesigen Gebäude mit Seitenflügeln und zahllosen Räumen scheint übertrieben, und trotzdem bleibt beim Leser ein gewisser Reiz dessen hängen, was Harris in seinem Roman beschreibt.

Kann man sich so tatsächlich alles merken? Ja, man kann! Und der erste bekannte Fall von geistigem Hauseigentum geht auf den  Jesuitenpriester Matteo Ricci zurück, der im 16. Jahrhundert den Gedächtnispalast bereits durch sein fundamentales Wissen über die antiken Mnemotechniker errichten konnte (Riccis Vorgehen beruhte vor allem auf den Ideen von Simonides von Keos, der sich Reden merken konnte, indem er die aufeinander folgenden Elemente im Geiste entlang einer Straße ablegte).

Golden Gate im Quadrat

Um so richtig zu untertreiben: Ein Gedächtnispalast ist eigentlich nichts anderes als eine enorme Eselsbrücke, in die massenhaft viele, unterschiedliche Fakten eingebaut werden. Außerdem ist so ein Mentalbau kein einheitliches Gesamtkunstwerk, sondern – wie im richtigen Leben auch – folgen Plan und Umsetzung den Informationen, die darin eingebaut werden (die Form folgt der Funktion).

Ein Gedächtnispalast ist Wissen, dass in vorstellbare Dinge umgewandelt und in einer fiktiven Struktur organisiert ist.

So organisierte Informationen lassen sich leichter merken und einfacher wieder abrufen, als herkömmlich gemerkte Informationen (denn in den meisten Fällen wissen wir gar nicht, wie und warum wir etwas im Kopf behalten).

Ein anderer Grund, sich für den geistigen Hausbau zu entscheiden: Diese Art, Informationen im Kopf zu speichern, ist völlig untypisch für die Arbeitsweise des Gehirns. Während unser Kopf Wissen eigentlich unmerklich und unbewusst organisiert, wird man durch das Benutzen eines Gedächtnispalasts zum Herrn über die eigenen Gehirnwindungen. Sie bestimmen, wie Informationen in ihren Kopf eingebaut werden. Sie haben quasi die Kontrolle – und damit gleichzeitig mehr Erfolg beim Lernen.

Aus der Perspektive der Mnemotechniken ist ein Gedächtnispalast keine eigenständige Technik, sondern lediglich eine Weiterentwicklung der Loci- oder Routenmethode, bei denen Informationen an Orten abgelegt werden, zu denen man später im Geiste zurückkehrt, um sich zu erinnern. Nur eben nicht in einer definierten Reihenfolge wie bei einer Route, sondern in einer offenen Konstruktion aus Räumen und Plätzen, wobei auf jedem Merkpunkt bzw. in jedem Raum oder in jeder Szene eine Vielzahl von Informationen abgelegt ist, statt wie bei einer Route jeweils nur eine oder wenige Fakten pro „Ort“.

Viele Gedächtnismeister (wie zum Beispiel Dominic O’Brien und Ulrich Voigt) nutzen ähnliche, abgewandelte Verfahren. Dabei ist anzumerken, dass die meisten in Büchern beschriebenen Techniken für Wettbewerbe in Gedächtnismeisterschaften  gemacht und damit meistens auf das Abspeichern von abstrakten Informationen in einer definierten Reihenfolge ausgerichtet sind. Und wenn Sie mit dieser Technik einige Zeit gearbeitet haben, werden auch Sie Ihre individuelle Bau-Strategie entwickeln.

Mit (Bau)Stil – alles nur eine Frage der Technik

Zum Bau eines Merkpalasts werden ein paar einfache, grundlegende Merktechniken eingesetzt, um Fakten in gehirn-gerechte Raumdekorationen zu verwandeln und in verschiedene Abschnitte des Palasts zu integrieren – das sind quasi Ziegel und Mörtel, die später zu einem komplexen Gebäude zusammengesetzt werden:

  • Verbildern: Die Mutter aller Merktechniken. Dabei werden abstrakte Fakten in anschauliche Fakten verwandelt. Wann war die Französische Revolution? Die leicht vorstellbare Antwort: Als ein Aristokrat sieben, acht oder sogar neun revolutionierenden Bauern gegenüberstand (1789). Und nun platzieren Sie die Gruppe einfach in einem französischen Straßencafe – schon haben Sie einen Mini-Palast aufgebaut (eine Szene oder Mini-Geschichte an einem definierten Merk-Ort).
  • Verorten: Wie oben bereits gezeigt, legen oder stellen wir die Fakten an einem Platz ab (der bei einem Gedächtnispalast nicht wirklich existieren muss). Durch Verbinden von verbilderten Informationen und einem geeigneten Platz dafür entsteht ein „Ort der Erinnerung“. Dabei wird eine Stärke unseres Gehirns genutzt, nämlich dass wir uns sehr gut räumlich orientieren können (weil unsere gesamte Welt in einem riesigen, dreidimensionalen Raum geordnet ist – in dem wir genau wissen, wo die Socken und wo die Schuhe liegen).

Prinzipiell kann auch jede andere Merktechnik innerhalb eines Gedächtnispalastes benutzt werden: Zum Beispiel die Geschichtenmethode (für eine Gruppe von Fakten) oder auch Loci-Routen (zum Merken einer Reihenfolge). Eine Kombination zahlreicher Technik sorgt auch hier wieder für Abwechslung und erleichtert damit das Lernen und Merken.

Aber vor allem nutzt diese komplexe Merktechnik zwei Eigenarten des Gehirns auf hervorragende Art und Weise: Kreativitätund Phantasie. Es macht dem Hirn – entgegen der Vorstellung vieler Menschen – nichts aus, mehr zu merken, als nötig! Denn das Gehirn kann mit vielen Verzierungen und Details mehr anfangen, als mit knochenharten Fakten. Probieren Sie, was Sie leichter im Kopf behalten können: Eine zehnstellige Zahl oder eine Geschichte, die mehrere Seiten lang ist…

Warum im Geiste Steine schichten?

Mit Technik ist aber noch lange kein Palast fix und fertig aufgebaut. Wissen in einem ausgedachten Gebäude zu organisieren und abzulegen, das ist für viele Menschen vor allem eine völlig neue Art zu denken, weil Informationen nicht einfach „nur so“ im Kopf hängen bleiben, sondern sorgfältig geplant in eine Struktur eingefügt sind (über deren Form Sie entscheiden).

Neben den oben bereits erwähnten Vorteilen bietet sich ein Gedächtnispalast auch hervorragend zur Entspannung an (Dr. Lecter macht in dem oben erwähnten Buch seinen geistigen Spaziergang während eines langweiligen Flugs). Sie sind damit in der Lage, in Ihre imaginäre Bibliothek einzutreten und darin zu verweilen. Wenn Sie an der Kasse im Supermarkt warten oder im Bus sitzen, können Sie Ihr Wissen im Geiste betrachten und hindurch spazieren, wie durch eine Kunstausstellung, ein Museum, eine Bibliothek. Ein Spaziergang durch diese prachtvollen Szenen, in denen man auf sein eigenes Wissen schaut, hebt obendrein die Laune im Vergleich zum Absitzen einer langweiligen Fahrt in einer schäbigen U-Bahn.

Ohne Plan kein Palast

Ein guter Palast braucht sorgfältige Vorbereitung – anders als das gewohnte Drauf-Los-Lernen. Dieses Vorgehen ist für viele Menschen allerdings ungewohnt. Gerade beim Gedächtnispalst gilt: Erst denken, dann lernen. Wenn Sie diese Merktechnik aktiv einsetzen, wird Ihnen bald auffallen, dass Sie mehr planen, gestalten und Informationen in interessante Bilder verwandeln werden, als im klassischen Sinne zu lernen!

Wie wird ein Gedächtnispalast konstruiert? Zunächst einmal brauchen Sie Informationen, die Sie in eine ausgedachte Szene einbauen wollen. Wie am Beispiel der Französischen Revolution oben gezeigt, müssen Sie nicht mit dem Telefonbuch von Hamburg beginnen, um ein paar Konstruktionen in Ihren Kopf zu stellen. Es ist jedoch schwer, einen pauschalen Rat zu geben, in welche Bauart Sie die Fakten fließen lassen sollten. Grundsätzlich gilt: Analysieren Sie zunächst sorgfältig die Struktur des Lernstoffes. Telefonnummern und Adressen brauchen andere Räume als Kochrezepte oder der Inhalt eines Fachbuchs. Folgende Fragen sollten Sie stellen, während Sie Ihre ersten Pläne machen:

  • Wie viel Informationen muss ich mir merken? Vor allem: Ist die Menge begrenzt (Länder der Erde) oder kommen später weitere Informationen hinzu (Adressen)?
  • Wie ist der Stoff strukturiert? Reihenfolgen, Raster und Wiederholungen wie bei technischen Daten usw.
  • In welcher Art und Weise sollen die Fakten wieder abgerufen (erinnert) werden? Besonders wichtig zum Beispiel bei Vokabeln; weniger wichtig bei Telefonnummern.

Am besten geeignet für einen Gedächtnispalast sind Fakten, die vielschichtig sind und sich zu Gruppen zusammenfassen lassen. Im nächsten Artikel werde ich Ihnen zeigen, wie Sie das Periodensystem der chemischen Elemente in einen Palast verwandeln.

Wenn Sie einzelne Merkpakete definiert haben (es können auch Über- und Untergruppen sein, die entweder zu neuen Räumen gedacht oder zu Einrichtungsgegenständen werden), dann legen Sie fest, welche Form die einzelne Information bekommen soll. Um beim Beispiel der Elemente zu bleiben: Sie können die Serien (Edelmetalle, Alkalimetalle etc.) zum Beispiel in „Häusern“ organisieren, oder auch in „Räumen“ eines einzigen Hauses. Die einzelnen Elemente werden kann als Räume oder eine Ebene tiefer als Einrichtungsgegenstände verbildert (im folgenden Artikel ist das gesamte Periodensystem eine Burg und die Serien die einzelnen Teile davon, wie zum Bespiel Torhaus, Burghof und Kerker).

Sie haben die Qual der Wahl, wie die Struktur des Wissens in Ihrem Kopf aussehen soll, aber es bietet sich auf jeden Fall an, zuerst ein wenig herumzuexperimentieren, welche Skalierung geeignet ist (vielleicht fällt es Ihnen zu schwer, ein Element mit all seinen Daten zu einem Möbelstück zu machen und Sie tun sich leichter, wenn Sie pro Element einen Raum anlegen).

Allerdings sollten Sie es mit dem Strukturieren auch nicht übertreiben. Denken Sie immer daran: Es muss nicht ein einzelner,  perfekter Palast sein, in dem Sie Ihr Wissen ablegen. Es muss nicht alles Phantasie sein, was Sie zusammen bauen. Packen Sie die Französische Revolution in das Straßencafé (das komplette Merkbild finden Sie hier und weitere Daten hier), die Industrialisierung in eine Zugfahrt von Fürth nach Nürnberg (ein Beispiel dafür finden Sie hier) und die chemischen Elemente in eine ausgedachte, mittelalterliche Burg (hier geht’s zum Praxisbeispiel) oder in eine Raumstation, einen botanischen Garten oder was auch immer Sie denken wollen.

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viel Spaß beim Merken!

Dieser Artikel ist Teil des Blog-Books "Der Gedächtnispalast - Gipfel der Mnemotechniken". Wenn Sie mehr lesen wollen, schauen Sie sich das Inhaltsverzeichnis an.

Weiterführende Informationen

Hier noch ein paar Links zu weiterführenden Informationen rund um die Konstruktion von Gedächtnispalästen. Auch in meinem Buch „Einfach. Alles. Merken.“ finden Sie ein Kapitel über dieses Thema.