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Wie funktioniert das Gehirn? Zwischen den Ohren: So tickt der Kopf

„Gehirn: Ein Organ mit dem wir denken, dass wir denken.“
(Ambrose Gwinnett Bierce, amerikanischer Journalist und Schriftsteller)

Das menschliche Gehirn ist ein unscheinbarer und missachteter Zeitgenosse: Während andere Organe wie Mandeln, Magen und Blinddarm gelegentlich durch Schmerzen oder andere Symptome ihre Anwesenheit in unserem Körper kundtun, hat die Evolution unserem wichtigsten Organ keine Möglichkeit gegeben, etwas zu empfinden: Kopfschmerzen quälen nur Hirnhaut, Schädeldecke und Blutgefäße des Schädels. Die Hirnmasse selbst ist frei von solchen Gefühlen wie ein Stück Holz(kopf).

Modebewusste Menschen investieren deutlich höhere Summe in den makellosen Zustand von Frisur und Gesicht als in Erhalt und Weiterentwicklung ihrer Denkanlage. Jeder Finger- und Fußnagel bekommt mehr Aufmerksamkeit als das Gehirn.

Der Kopf ist ein Indianerherz

Dabei ist das bescheidene Hirn nicht nur Indianerherz, sondern auch Kommandant und Schwerstarbeiter. Es koordiniert unseren gesamten Körper und sorgt dafür, dass wir atmen und das Herz schlägt. Es lässt uns stehen und laufen. Das Halten des Gleichgewichts und die damit verbundene ständige Steuerung der Muskulatur ist eine biologische Meisterleistung. Der Kopf regelt alle Bewegungen, ermöglicht die Kommunikation mit anderen Menschen und vieles mehr. Nichts geht ohne Hirn – auch wenn wir uns nicht immer so verhalten.

Neben dem Steuern lebenswichtiger Körperfunktionen, die weitgehend automatisch ablaufen (wir vergessen in der Regel nicht zu atmen), ist der Kopf auch Sortier- und Auswertungszentrum von allem, das von außen auf uns eindringt: Aus Milliarden Eindrücken, die das ganze Leben pausenlos von den Sinnesorganen übermittelt werden, filtert das Gehirn große Teile unserer Persönlichkeit heraus – das ist die These des Neurowissenschaftlers Michael Merzenich (der von seinen Kollegen „Brain Guy“, übersetzt Hirn-Freund genannt wird). Er bezeichnet diese eigentlich nicht zu bewältigende Menge von Wahrnehmungen als „Noise“ (Lärm), der bereits im Mutterbauch auf das Kind eindrückt. Ungefiltert würde davon jedes Wesen in den Wahnsinn getrieben werden. Aber von diesem Lärm bleibt nur das hängen, was wir (beziehungsweise unser Gehirn) für wichtig halten.

Wie unser Kopf in der Lage ist, auf einer Party aus einem Mix von Stimmen genau eine Stimme herauszuhören, so gelangen bestimmte Wahrnehmungen wie ein feiner Rinnsaal aus Informationen in unser Bewusstsein (wie dieser Text) und ein anderer Teil in unser Unterbewusstsein. Ohne dass es Ihnen vermutlich gerade bewusst ist: Ihr Kopf weiß genau, in was für einer Umgebung Sie sich befinden. Über unsere Haut nimmt das Gehirn die Temperatur der Luft und die Stellen am Körper wahr, mit denen Sie einen Stuhl oder einen Sessel berühren. Die Fingerspitzen haben Kontakt mit dem Umschlag des Buchs, unsere Augen beobachten alles, was um die Buchseiten herum passiert. Sogar das Ohr sorgt für Orientierung: Nur über das Hören registriert der Kopf, in was für einem Raum wir uns befinden! Wenn etwas nicht stimmt (zum Beispiel die Temperatur zu niedrig ist), reagiert der Kopf mit Körpersignalen (Gänsehaut und Frieren). Alles um uns herum wird dauernd registriert und analysiert. Wir nehmen es nur nicht bewusst wahr.

(Hirn)Strom des Lebens

So formt das Gehirn ein Leben lang eine ganz eigene Vorstellung und Erinnerung von der Welt, die es umgibt. Das macht einen wesentlichen Teil unserer Persönlichkeit und unseres Wissens aus. Auf beides können wir gezielt zugreifen – bewusst auf Erinnerungen und Fähigkeiten und unbewusst auf die vielen Eigenarten unseres Charakters.

Wir sollten unserem Kopf ein wenig mehr Beachtung schenken, auch wenn sich das Hirn still im Hintergrund hält, macht es uns zu dem, was wir sind und was wir wissen.

 

Wie denk ich denn…? – Gastartikel bei Fort Vinci

Es ist ein kreativer, experimentierfreudiger und vor allem lesenswerter Blog: Fort Vinci ist eine Mischung aus Denken, Inspiration, manchmal ein Selbstversuch („Danke, Krise!„) und vor allem sehr viel über Lernen und Merken. Deswegen freut es mich sehr, dass Blogger Sven mich um einen Gastartikel gebeten hat, in dem ich versuche zu beschreiben, was im Kopf von jemandem vor sich geht, der mit Mnemotechniken routiniert umgeht.

„Ich kann mir keine Zahl merken! Keine Telefonnummer (nicht einmal die meiner Frau), keine Postleitzahl, keine PIN. In welchem Haus wohne ich? Da hat der Einsatz von Merktechniken auch nicht geholfen. Genau genommen ist das Gegenteil passiert: Ich denke Zahlen nicht schlicht als Zahlen – also in abstrakter und extrem Hirn-unfreundlicher Form…“ Lesen Sie weiter unter: Im Kopf eines Gedächtnistrainers: Ulrich Bien packt aus!

Quele: Fort Vinci (lesen und weitersagen)

 

Lernen mit Hilfe von Merktechniken – Erfahrungsbericht eines Lesers

Warum mache ich das? Auslöser, mich für das Thema zu interessieren, war meine Tochter, die im Moment noch die 4. Klasse der Grundschule besucht. Leider musste ich feststellen, dass unseren Kindern (wie zu meiner Schulzeit) immer noch keine Lernmethoden in der Schule beigebracht werden, w i e man am besten lernt und wie man sich beispielsweise verschiedene Dinge am besten einprägen kann. Es wird nur gefordert, sich auf die jeweiligen Prüfungen vorzubereiten. Das „Wie“ bleibt jedem selbst überlassen bzw. damit werden die Kinder alleine gelassen.
Deshalb war und bin ich bestrebt, selbst nach Wegen zu suchen, meinen Kindern den leidigen Kampf mit den täglichen Hausaufgaben zu erleichtern. Durch im Internet veröffentlichten Videos usw. über Merktechniken bin ich dann auf Sie, Herr Bien, gestoßen.

Ich war von Ihren geschilderten Lernmethoden so angetan, dass ich sie mittlerweile selbst anwende.

Allerdings muss eines dazu bemerkt werden: Es ist nicht alleine mit dem Lesen der Bücher getan. Man muss sich auch regelmäßig mit den beschriebenen Techniken befassen und im täglichen Leben anwenden. Somit gewinnt man auch immer mehr Gefallen daran und ist verblüfft, wie sich manches „ins Gehirn einbrennt“.

Wichtig ist natürlich auch vor allem, unseren Kindern Spaß und Freude am Lernen zu vermitteln, da damit die Aufnahmefähigkeit wesentlich verbessert wird, die Kinder motiviert werden und ihnen damit der Umgang mit neu zu erlernenden Dingen erleichtert wird. Das ist natürlich nicht immer leicht, denkt man beispielsweise an das Lernen von Vokabeln. Gerade aber durch das Anwenden von Merktechniken kann man beim Lernen von Vokabel doch etwas Spaß finden (unglaublich).

Eine meiner Töchter (4. Klasse Grundschule) musste für eine Prüfung in Musikschule die verschiedene italienischen Fachbegriffe (https://de.wikipedia.org/wiki/Tempo_(Musik) erlernen. Ich konnte Sie davon überzeugen, die Schlüsselwortmethode hierfür anzuwenden. Nach etwas Übung konnte sie sich damit viele Begriffe ohne Probleme schnell merken. Es ist zwar nicht immer leicht, ein gutes, sich einprägendes Schlüsselwörter zu finden, hat man jedoch mal eines gefunden, dann vergisst man dieses mit dem damit verbundenen Lerninhalt nie mehr. Die Schlüsselwörter, die man sich selbst ausdenkt, sind die besten, so unsere Feststellung.

Ich habe Ihre Bücher „Einfach. Alles. Merken!“, „Trainiere. Dein. Gedächtnis“, „Gehirn-Glühen“ gelesen, die Filme (auf DVD) zum Buch „Einfach. Alles. Merken!“ gesehen und mir die Hörbücher „Der Eckendenker“ und „Vokabeln merken“ angehört. Ich warte nun auf Ihr neues Buch „Vokabeln lernen“.

Vielen Dank für all die Tipps in Ihren Veröffentlichungen!

P.B.

 

Keine Kommentare! Bitte schreiben Sie mir…

Aufgrund des extrem hohen Aufkommens an Spam-Kommentaren (über 400 pro Tag), haben wir uns entschlossen, die Kommentar-Funktion im Blog zu deaktivieren. In den letzten Jahren funktionierte die Kommunikation über E-Mail und das Kontakt-Formular ohnehin viel besser.

Sollten Sie also Anmerkungen zu Beiträgen, Fragen und Lob sowie Kritik haben, dann schreiben Sie mir! Ich versuche, jede Mail persönlich und so schnell wie möglich zu beantworten – und viele der gestellten Fragen werden als Artikel hier im Blog veröffentlicht! Genauso jede Ergänzung zu den bisher erschienenen Artikeln.

Auch wenn direkte Kommentare jetzt nicht mehr möglich sind: Ein Grund mehr, mir zu schreiben! Schließlich ist die direkte Kommunikation viel persönlicher.

Ich freue mich auf Ihre Mail!

Ulrich Bien

 

Wie wir wissen: Fragen aus der Quizshow mit Hilfe des Internets beantworten

Schnell mal recherchieren, wie die Namen der drei Musketiere lauten: Am 16. Dezember schlägt die Statistik der Webseite durch die Decke. Der Artikel darüber, wie man sich die Namen der berühmten drei Musketieren merkt, wird fünfmal häufiger gelesen als die Texte der gesamten Seite an einem gewöhnlichen Tag. Die eigentliche Frage lautet: Woher kommen die vielen Besucher und woher das Interesse am Roman von Alexandre Dumas? (Übrigens: der Ältere / der jüngere Dumas war sein Sohn, hat aber diesen Roman nicht geschrieben.)

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Die Ursache war nach einigem Nachdenken dann doch gefunden: Auf einem großen deutschen Privatsender lief der Film Slumdog Millionär. Offensichtlich werden Fragen von sehr vielen Menschen mit Hilfe des Internets beantwortet, denn die letzte Frage im Quiz des Films will die Namen der Literaturhelden wissen.

Das gute alte Lexikon hat offensichtlich ausgedient. Zur schnelle Suche nach einer Antwort gibt es – neben dem Kopf – scheinbar nichts besseres als das Internet…

Quelle: TV-Movie / denkreich.com

 

Gehirnjogging-Special auf GesuenderNet – Lese-Tipp

Was ist eigentlich Gehirnjogging? Und worin besteht der Unterschied zwischen Gedächtnistraining und Gehirnjogging? Die neue Reihe über Brainjogging auf GesuenderNet will den Lesern dies und vieles mehr erklären. Denn unter dem Schlagwort wird seit einigen Jahren einiges Geboten: Von Rätseln und Spielen bis zu ganzen Büchern, die verbesserte Leistungen des Gehirns versprechen.

Aber was verbirgt sich tatsächlich hinter dem Leistungssport für die grauen Zellen? Kann man das Gehirn tatsächlich trainieren? Es kreativer, schlauer und schneller im Denken machen? Finden Sie es heraus! Unter anderem gibt der Gedächtnistrainer und Autor Ulrich Bien ein paar gute Tipps, wie Sie Ihr Gehirn fit machen und Ihre Kreativität gezielt trainieren können.

Viel Spaß beim Lesen!

Quelle: GesuenderNet.de

 

Trainieren Sie Ihr Gedächtnis – Zahlen, Namen, Fakten besser behalten (Artikel auf Handwerk.com)

Die Namen Ihrer Kunden, die Baustellen Ihrer Mitarbeiter, die Preislisten Ihrer Lieferanten. Ein gutes Gedächtnis spart Zeit, Ärger und unterstreicht Ihre Kompetenz. Wie’s funktioniert, erklärt Gedächtnistrainer Ulrich Bien.

Lesen Sie den kompletten Artikel mit vielen Tipps und Tricks für ein besseres Gedächtnis unter: http://handwerk.com/trainieren-sie-ihr-gedaechtnis/150/64/39534/1 

Quelle: Handwerk.com

 

Im Überblick: Alle Bücher über Gedächtnistraining und Merktechniken von Ulrich Bien

Hier eine kurze Übersicht, welche Bücher und Hörbücher zu den Themen Lernen, Merktechniken und Gedächtnistraining von Ulrich Bien erschienen sind!

Bücher


Gehirn-Glühen – Die besten Tipps & Übungen für ein geniales Gedächtnis
(€ 9,99 / E-Book / Druckausgabe / tausendschlau Verlag)


Einfach. Alles. Merken. Das perfekte Gedächtnistraining.

(€ 19,95 / Buch mit DVD / Humboldt Verlag)


Trainiere. Dein. Gedächtnis. Alles im Kopf!

(€ 16,95 / Buch / Humboldt Verlag)

Hörbücher


Vokabeln merken einfach und schnell

(€ 9,95 / Hörbuch / tausendschlau Verlag)


Sprachen lernen einfach anders

(€ 9,95 / Hörbuch / tausendschlau Verlag)


Namen & Gesichter. Das Training für ein perfektes Personengedächtnis

(€ 9,95 / Hörbuch / tausendschlau Verlag)


Zahlen merken. Erfolgreich Daten, Fakten und Telefonnummern merken für Schule und Beruf.

(€ 9,95 / Hörbuch / tausendschlau Verlag)

Quelle: Humboldt Verlag / tausendschlau Verlag

 

Wie das Internet unser Gehirn verändert

Das amerikanische Wissenschaftsmagazin SCIENCE hat die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die zeigt, wie sich unser Umgang mit Wissen durch das Internet verändert. Vielleicht kennen Sie das Motto von Studierenden, nach dem man nur wissen muss, wo etwas steht. Der gleiche Grundsatz gilt für das Wissen im Netz…

In Experimenten wurden Probanden Fakten vorgelegt, die sie sich merken sollten. Dem einen Teil der Gruppe wurde gesagt, dass die Informationen auf Computern abgespeichert sind und dem anderen Teil, dass die Fakten von dem Computer gelöscht wurden. Dabei konnte sich die Gruppe mit den angeblich gelöschten Daten wesentlich besser an die Fakten erinnern.

Zurück geführt wird das auf die Tatsache, dass wir uns (auch) sehr gut merken können, wo Wissen abgelegt ist. Auch Experten gelten für uns als externe Datenquelle. Und wenn wir darauf zugreifen können, dann neigen wir dazu, uns etwas nicht zu merken oder uns tatsächlich nur einzuprägen, wo das Wissen abgelegt ist.

Also: Weniger auf die vielen kleinen elektronischen Helfer verlassen und wieder mehr im Kopf abspeichern! Schließlich können wir in einer Prüfung auch nicht zum Smartphone greifen und die Antwort bei Wikipedia nachschlagen…

Quelle: SCIENCE / LifeHacker / BBC England

 

Schein-Englisch – Britische Wörter, die niemand versteht…

Anglizismen gehören zur deutschen Sprache dazu! Felsenfest und auch ziemlich cool! Okay? Aber aufgepasst, denn es ist nicht alles Englisch, was in unseren Ohren wie Englisch klingt. Fatal, wenn man routiniert eine Vokabel trällert und das Gegenüber hat nicht die geringste Ahnung, worum es geht.

Vor allem das deutsche Handy ist sowohl in Amerika als auch auf den britischen Inseln weitgehend unbekannt – es sei denn, Sie wollen etwas als praktisch bezeichnen. Man muss suchen, um heraus zu finden, woher dieses Unwort stammt: Vermutlich von der Bezeichnung des (handlichen) Handmikros bei Hobbyfunkern.

Also seien Sie gewarnt, wenn Sie glauben, Englisch zu sprechen! Allerdings sind die so genannten Scheinanglizismen extrem selten. Hier eine Auswahl von im Ausland unverständlicher oder falsch verstandener Begriffe:

  • Smoking heißt rauchen! Tragen Sie besser einen Tuxedo (der Begriff stammt aus einem noblen New Yorker Countryclub).
  • Wenn Sie darin aussehen wie ein Dressman, sollten Sie doch besser von einem Male Model sprechen, damit Sie auch verstanden werden.
  • Passend dazu können Sie einen Oldtimer fahren. So werden in England aber nur erfahrene, ältere Herren bezeichnet (die sich nicht fahren lassen). Verständnisvolle Lösung: Vintage Car oder Classic Vehicle.
  • Auch der Showmaster ist gänzlich unenglisch: Der Entertainer wird dagegen richtig verstanden.
  • Und auch den Beamer gibt es nicht (es sei denn, Sie meinen einen BMW). Fragen Sie besser nach einem video projector – ganz klassich, wie in den Zeiten, als es noch Dias gab, die auch nicht existieren, bis Sie nach einem slide fragen.