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Wichtige Fragen zu Gedächtnis-Techniken – Leserbrief

Hier ist ein toller Leserbrief zu unterschiedlichen Fragen, wie Mnemotechniken richtig angewandt werden:

Guten Abend,

vielen Dank für die wirklich sehr netten, unterhaltsamen und vor allem verständlichen Artikel auf Ihrer Seite! Ich habe mich in letzter Zeit sehr intensiv mit dem Thema Gedächtnispalast beschäftigt und selbst angefangen mein eigenes Haus zu füllen und bin auch dazu übergegangen andere Wohnungen, Häuser und Orte zu integrieren.

Ebenfalls habe ich das Major System  0-99 gelernt und habe meine Kreditkartennummern, Geburtstage und wichtige Telefonnummern mit der Methode abgespeichert.

Ich kann mir gut Geschichten merken und auch räumliche Vorstellungskraft habe ich mehr als genug, aller Dings habe ich 2 große Probleme, wo ich gerne eine mal die Meinung eines Experten hören würde.

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Merkhilfe für die Punischen Kriege – Leserbrief

Hier ist eine komplexe Eselsbrücke, mit der sich der Verlauf der Punischen Kriege sehr gut merken lässt:

Wer sich die Punischen Kriege für ein Referat merken will, der lege das „P“ der „P“unischen Kriege flach auf den Boden und schreitet dieses im Geiste auf einer Landkarte mit dem Mittelmeer ab.

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Chemie: 20 Aminosäuren merken – Leserbrief

Hier ein Leserbrief über das Lernen für die nächste Chemie-Klausur:

Sehr geehrter Herr Bien,

Ihre Website beschert mir immer wieder neuen Anreiz in meinen Lernpausen und Ihr Buch „Einfach. Alles. Merken.“ ist fester Bestandteil meines Bücherregals und hat schon gute Dienste geleistet für mein Studium.

Es ist derzeit wieder Klausurenphase und im Moment weigern sich die 20 Aminosäuren in meinem Kopf Platz zu nehmen.  Unter den „8 essentiellen Aminosäuren“ findet man bereits folgenden Merkspruch: „Phänomenale Isolde trübt mit unter Leutnant Valentins lüsterne Träume.“  

Jetzt fehlen nur noch 12 Aminosäuren, aber mir mag keine kreative Verknüpfung einfallen: Phenylalanin, Isoleucin, Tryptophan, Methionin, Leucin, Valin, Lysin, Threonin, … Dazu kommen: Glycin, Alanin, Cystein, Prolin, Tyrosin, Arginin, Serin, Histidin, Asparagin, Asparaginsäure, Glutamin, Glutaminsäure.

Hier ein paar Ideen zum Übersetzen der Begriffe (ungeordnet):

  • Glycin = glücklich
  • Cystein= Zyste
  • Tyrosin = Tyrann
  • Arginin = argwöhnisch
  • Histidin = hissen
  • Arginin = Argentinische Flagge

Weiter komme ich nicht. Vielleicht schütteln Sie etwas aus dem Ärmel? Den Beitrag zu den Strukturformeln der AS habe ich bereits gefunden auf dieser Website.

Ich danke Ihnen vorweg für eine Antwort!

Mit freundlichen Grüßen,

A.T.

Und hier die Antwort:

Hallo Frau T,

freut mich, dass Ihnen mein Buch gefällt.
Was Ihr Merkproblem betrifft: Sie sind doch schon auf dem richtigen Weg. Assoziieren Sie einfach zu allen Begriffen ein passendes Wort. Und dann einfach eine Geschichte draus machen:
Glycin, Alanin, Cystein, Prolin = Der glückliche Alain Delon hat eine Zyste und fragt einen Proleten, ob in Tirol ein argwöhnischer Seher einen Spargel (auf Englisch asparagus) hisst, ihn mit Säure übergießt und in die Glut (des Feuers) wirft…
Das Merken sollten Sie in ein paar Minuten erledigen können!
Viel Erfolg beim Lernen,
Ulrich Bien
 

Umfangreiche Fachthemen lernen – Leserbrief

Lernen komplexer Themen ist ein begehrtes Thema. Deswegen noch ein interessanter Leserbrief dazu:

Sehr geehrter Herr Bien,

von Ihrem Buch „Einfach. Alles. Merken.“ bin ich wirklich begeistert. Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit Merktechniken, allerdings wollte sich der Erfolg nicht so recht einstellen. Bei der Lektüre des Buches hat es so richtig KLICK gemacht und ich habe nun begonnen, wirklich ernsthaft mit den beschriebenen Merktechniken zu arbeiten. Vielen Dank dafür.

Es gibt aber etwas, dass ich noch nicht richtig verstanden haben. Wie verhält es sich mit den Routen, Räumen, etc. die ich mir ausgedacht habe, wenn ich damit ein komplexes Thema abdecken will. Angenommen ich möchte das komplette Faktenwissen „Ausbildung Industriekaufmann“ abspeichern. Wie schaffe ich mir am besten eine Struktur? Entsprechende Bücher durchlesen, Fakten stichwortartig rausschreiben, nach Thema strukturieren (ist in Fachbüchern i. d. R. ja kein Problem, da vorgegeben) und dann „irgendwo“ anhängen? Wie viele Routen, Räume, etc. muss ich denn vorher gelernt haben, damit ich genug „Platz“ habe. Belege ich eine Route nur einmal, oder (mit völlig unterschiedlichen Themen) mehrmals.

Da hakt es bei mir noch etwas in der praktischen Umsetzung. Können Sie mir einen Tipp geben?

Mit freundlichen Grüßen,
R.

Und hier die Antwort:

Hallo Herr R.

Ihre Frage wird sehr häufig diskutiert und die Antworten fallen unterschiedlich aus. Sie sollten sich fragen, ob Sie tatsächlich ein Wissensgebiet in einer einzigen Struktur speichern wollen. Das Gehirn tut dies eigentlich nicht. Ich empfehle immer, zusammengehörige Fakten in einer Raum oder auf einer Route abzuspeichern. Da bleibt allerdings die Frage, wo ein Schnitt gemacht werden sollte (bei den einzelnen Formeln oder der Formelsammlung).
Ihr Gehirn sollte kein Problem haben, Fakten unterschiedlichen Stellen mit verschiedenen Techniken abzulegen. Vermutlich ist es die äußere Ordnung (zum Beispiel ein Bücherregal oder ein Lexikon), die uns Techniken wie den „Gedächtnispalast“ so verführerisch aussehen lässt. Meine praktische Erfahrung hat fast immer gezeigt, dass es auch ohne so etwas geht (auch weil ein gut konstruierter Gedächtnispalast eine Menge Aufwand und Energie benötigt).
Aber solche Strukturen haben auch Vorteile: Man kann nämlich im Geiste durch sein Wissen spazieren und sich alles vor dem inneren Auge in Ruhe ansehen. Eine der Fragen, die Sie sich stellen sollten, wenn Sie etwas lernen: Wie muss ich mich später an das Wissen erinnern? Viel Wissen kann aus dem Kopf nach dem Schema von Frage und Antwort herausgeholt werden. Vorträge benötigen eine Route, damit Sie den Faden nicht verlieren. Für Wissensgebiete wie Studienfächer kann es auch eine Sammlung von Merktechniken sein (Eselsbrücken, Routen, Römische Räume usw.).
Experimentieren Sie einfach, welches Verfahren Ihnen am besten liegt. Wenn Sie bereits Erfahrung mit Merktechniken haben, dann versuchen Sie sich doch einmal an einem Gedächtnispalast. Sie werden merken, ob das ein Verfahren ist, dass Ihnen liegt.
Ich hoffe, Ihnen damit ein wenig weiter zu helfen!
Ulrich Bien

 

 

Leserbrief über ganz viele Vitamine und deren Wirkungen – Lernen für das Studium

Hier ein Leserbrief über das Merken von komplexen Informationen für das Studium:

Sehr geehrter Herr Bien,

zunächst möchte ich Ihnen sagen, wie gut ich ihre Videos auf YouTube oder auch ihren Blog finde. Endlich wird Lernen leicht gemacht…

Nachdem ich mir bereits einige Ihrer Informationen angeschaut habe, bleibt für mich dennoch eine Frage offen: Ich verstehe leider immer noch nicht, wie ich ein bestimmtes Fach für die Uni gut lerne. In sechs Wochen steht eine Prüfung an, von der die Zusammenfassung ca. 250 Seiten lang ist. Ich weiß jedoch nicht, wie mir Ihre Techniken helfen können, auch diese Informationen zu lernen.

Anbei schicke ich Ihnen ein Beispiel für das, was gelernt werden muss. Es wäre super, wenn sie mir erklären könnten, wie ich diese Informationen einfach behalten kann, da es doch sehr sehr viele sind:

Allgemeine Kriterien für eine adäquate Aufnahme von Vitaminen und Mikronährstoffen:

  • vermeiden eines klinischen Mangels mit anatomischer und funktioneller Störung
  • unter normalen Bedingungen keine Mangelerscheinung
  • Veränderung normaler Situationen führt zu Hinweisen auf schlechte Versorgung
  • metabolische Besonderheit ist ein gestörter KHD Stoffwechsel bei Thiaminmangel und Ausscheidung von Methylmalonsäure bei B12 Mangel
  • ungewöhnliche metabolische Reaktionen sind bei Folatmangel gestörte Metabolisierung von Histidin und bei B6 Mangel gestörte Metabolisierung von TRY

Fünf grundlegene Funktionen von Vitaminen:

  • Anti Oxidanzien
  • H+/ e+ Donatoren und Akzeptoren
  • Hormone
  • Coenzyme
  • Gentranskriptionsfaktoren

Vitamin A – Biologische Funktionen und Mangelzustände im Überblick

  • aktive Formen
    • Retinol
    • Retinal
    • Retinsäure
  • biologische Funktionen
    • Photosensitive Pigmentierung der Retina
    • Regulation der Epithelzelldifferenzierung
    • Regulation der Gentranskription
  • Mangelerscheinungen
    • Nachtblindheit
    • Xerophthalmie
    • Keratomalazie
    • gestörtes Wachstum

Und hier die Antwort:

Hallo,

vielen Dank für Deine E-Mail! Freut mich, dass Dir mein Blog gefällt.
Deine Frage kann ich ganz klar mit „ja“ beantworten. Mit Hilfe von Merktechniken lassen sich auch komplexe Themen deutlich leichter und schneller merken. Allerdings gibt es nicht die eine Methode, mit der sich alles ganz leicht einprägen lässt. Vielmehr solltest Du für jedes Thema die optimale Technik benutzen.
Deine Beispiele lassen sich aus meiner Sicht am Besten in Merkbilder verwandeln. Hier ein paar kurze, schnelle Ideen zum Merken der oben erwähnten Fakten: Die Aufnahme von Vitaminen und Mikronährstoffen würde ich in das Bild einer Person verwandeln, an einer Obsttheke mit bloßen Händen (Hinweis auf fünf folgende Kriterien) alles in sich hineinstopft, was die Auslage bietet, während der Verkäufer zufrieden dabei zusieht (außerdem wandern die Mikronährstoffe wie kleine Ameisen von unten sein Hosenbein hoch – um auch diesen Teil im geistigen Blick zu haben).
Alle weiteren Punkte werden jetzt in dieses Bild eingebaut: Zuerst schaut der Verkäufer, ob es dem Kunden auch gut geht (Punkt zwei von der Liste), denn wenn er nicht mehr so schnell futtert, dann muss der Verkäufer für Nachschub sorgen (Punkt drei auf der Liste). Schließlich hält der Verkäufer Sanitäter von seinem Kunden fern, die mit Zwangsjacke und Kopfmaske anrücken (wie in „Schweigen der Lämmer“), um die Person mitzunehmen (für den ersten Punkt auf der Liste) und so weiter (die folgenden zwei Punkte kann ich mangels Fachwissen leider nicht in Bilder verwandeln…)
Der zweite Punkt lässt sich hervorragend in dieses Bild ergänzen, in dem der Obstverkäufer mir eine Orange zeigt, die er in der Hand hält (die Finger sind wieder der Hinweis auf fünf folgende Punkte) und mir erklärt, was man alles damit machen kann: Zuerst reibt er die Orange auf einer rostigen Fläche, die dann wieder metallisch schimmert (Anti-Oxidation). Dann hält es sich zwei halbe Orangen wie Busen vor die Brust (Hormone)… Bis er schließlich die spiralförmige Schale der Orange am Ende abzeichnet, die aussieht wie eine DNA-Doppelhelix (Gentranskription).
Beim dritten Beispiel würde ich jedes Vitamin wieder in eine Szene verwandeln: Vitamin A (A wie Auge) lässt sich in die Person eines Fotografen verwandeln, der allerdings nicht mehr arbeiten kann und auf allen Vieren kriecht (vier Mangelerscheinungen), weil seine Augen winzig und verschrumpelt sind (Wachstumsstörungen), damit wie vertrocknete Rosinen in die Augenhöhlen liegen (Xerophthalmie), die Hornhaut trübe ist (Keratomalazie) und damit ist er blind wie die Nacht. So hättest Du die Mängel schon mit Hilfe einer guten Vorstellung im Kopf.
Ich hoffe, diese Beispiele helfen Dir als Inspiration zum Denken Bildern. Je besser Du die Vorstellungen ausschmückst und verfeinerst, desto zuverlässiger kannst Du Dir den Stoff merken. Auch wenn das aufwändig klingt, aber diese phantasievolle Vorgehensweise kann Dir eine Menge ödes Lernen und vor allem das Wiederholen ersparen. Probiere einfach aus, welche Bilder in Deinem Kopf am besten funktionieren.
Ganz viele Grüße,
Ulrich
 

Lernen mit Hilfe von Merktechniken – Erfahrungsbericht eines Lesers

Warum mache ich das? Auslöser, mich für das Thema zu interessieren, war meine Tochter, die im Moment noch die 4. Klasse der Grundschule besucht. Leider musste ich feststellen, dass unseren Kindern (wie zu meiner Schulzeit) immer noch keine Lernmethoden in der Schule beigebracht werden, w i e man am besten lernt und wie man sich beispielsweise verschiedene Dinge am besten einprägen kann. Es wird nur gefordert, sich auf die jeweiligen Prüfungen vorzubereiten. Das „Wie“ bleibt jedem selbst überlassen bzw. damit werden die Kinder alleine gelassen.
Deshalb war und bin ich bestrebt, selbst nach Wegen zu suchen, meinen Kindern den leidigen Kampf mit den täglichen Hausaufgaben zu erleichtern. Durch im Internet veröffentlichten Videos usw. über Merktechniken bin ich dann auf Sie, Herr Bien, gestoßen.

Ich war von Ihren geschilderten Lernmethoden so angetan, dass ich sie mittlerweile selbst anwende.

Allerdings muss eines dazu bemerkt werden: Es ist nicht alleine mit dem Lesen der Bücher getan. Man muss sich auch regelmäßig mit den beschriebenen Techniken befassen und im täglichen Leben anwenden. Somit gewinnt man auch immer mehr Gefallen daran und ist verblüfft, wie sich manches „ins Gehirn einbrennt“.

Wichtig ist natürlich auch vor allem, unseren Kindern Spaß und Freude am Lernen zu vermitteln, da damit die Aufnahmefähigkeit wesentlich verbessert wird, die Kinder motiviert werden und ihnen damit der Umgang mit neu zu erlernenden Dingen erleichtert wird. Das ist natürlich nicht immer leicht, denkt man beispielsweise an das Lernen von Vokabeln. Gerade aber durch das Anwenden von Merktechniken kann man beim Lernen von Vokabel doch etwas Spaß finden (unglaublich).

Eine meiner Töchter (4. Klasse Grundschule) musste für eine Prüfung in Musikschule die verschiedene italienischen Fachbegriffe (https://de.wikipedia.org/wiki/Tempo_(Musik) erlernen. Ich konnte Sie davon überzeugen, die Schlüsselwortmethode hierfür anzuwenden. Nach etwas Übung konnte sie sich damit viele Begriffe ohne Probleme schnell merken. Es ist zwar nicht immer leicht, ein gutes, sich einprägendes Schlüsselwörter zu finden, hat man jedoch mal eines gefunden, dann vergisst man dieses mit dem damit verbundenen Lerninhalt nie mehr. Die Schlüsselwörter, die man sich selbst ausdenkt, sind die besten, so unsere Feststellung.

Ich habe Ihre Bücher „Einfach. Alles. Merken!“, „Trainiere. Dein. Gedächtnis“, „Gehirn-Glühen“ gelesen, die Filme (auf DVD) zum Buch „Einfach. Alles. Merken!“ gesehen und mir die Hörbücher „Der Eckendenker“ und „Vokabeln merken“ angehört. Ich warte nun auf Ihr neues Buch „Vokabeln lernen“.

Vielen Dank für all die Tipps in Ihren Veröffentlichungen!

P.B.

 

Termine, Daten und einen ganzen Jahreskalender merken – Leserbrief

Hier ein Leserbrief zu einem eher speziellen Thema – dem Merken von ganzen Kalendern (was durchaus möglich ist):

Hallo Herr Bien,

seit einigen Tagen stöbere ich begeistert auf Ihrer Homepage www.denkreich.com und schaue mir die Videos auf YouTube an. Ebenso habe ich mir die Inhaltsbeschreibungen und Rezensionen zu Ihren verschiedentlichen Veröffentlichungen angesehen.

Besonders interessiert bin ich im Moment am Erlernen des Kalenderrechnens. Hierzu habe ich zwei Methoden auf Wikipedia gefunden (Doomsday, Wochentagrechnen). Auch ist in einem Ihrer Bücher (Einfach.Alles.Merken.) von Lernen eines „ewigen Terminkalenders“ die Rede.
Meine Fragen sind nun: In welcher Ihrer Veröffentlichungen wird das Kalenderrechnen behandelt? Ist dies nur in Einfach.Alles.Merken. oder auch in einem Ihrer Hörbücher enthalten? Da ich zu den Berufspendlern gehöre und viel Zeit auf der Strasse verbringe, bin ich eher an einem Hörbuch zu dem Thema interessiert.
Und hier die Antwort:
Hallo Frau B.

freut mich, dass Ihnen der Blog gefällt! Zu Ihrer Frage: Mit der Doomsday-Methode lässt sich nur der Wochentag zu einem bestimmten Datum ermitteln. Mit dem Merken eines Kalenders hat das nur wenig zu tun. Mein Verfahren zum Einprägen eines Jahreskalenders ist nur in Einfach. Alles. Merken. beschrieben. Der Vorgehensweise sind darin nur drei oder vier Seiten gewidmet.
Hier eine kurze Beschreibung: Das Verfahren ist eigentlich recht einfach, weil Sie sich nur die Tage im Jahr einprägen müssen, an denen Sie sich etwas merken wollen (eigentlich belegen Sie umgekehrt das Ereignis mit dem entsprechenden Datum, können sich aber sowohl über das Datum als auch über den Termin wieder erinnern).
Das Prinzip dahinter ist, dass Sie sich jedes Datum nicht als komplexe Zahlenkombination (13.11. oder 7.4.) merken, sondern als einfache Zahl (Tag im Jahr von 1 bis 365) und diese dann als Majorbegriff mit dem Ereignis verknüpfen.
So ist der 13.11. der 318. Tag, was den Begriff „Motiv“ ergibt, den Sie nun noch mit einem Ereignis verbinden müssen. An dem Tag wurde zum Beispiel im Jahr 1990 die erste Webseite veröffentlicht, auf der „kein Motiv“ zu sehen war (sie bestand nur aus Text). Damit haben Sie sich dieses Datum zuverlässig eingeprägt. Die „90“ können Sie sich als „Bus“ im Bild zusätzlich vorstellen, weil die darauf gezeigten Zahlen ein „Bus“-Fahrplan waren (zumindest in Ihrer Vorstellung, um sich diese Zahl merken zu können).
Um schnell vom Datum auf die Tageszahl zu kommen, brauchen Sie sich nur 11 Stützstellen einprägen. Eine davon ist der 31. Oktober als 305. Tag mit dem Merkbild „Meißel“. Von dort müssen Sie nur 13 Tage addieren, um zum 13.11. (318. Tag) zu gelangen.
Ich hoffe, damit haben Sie einen raschen Einstieg in die Technik erhalten.
Viele Grüße,
Ulrich Bien
 

Feinschliff am Majorsystem zum Merken von Zahlen – Leserbrief

Hier eine Anmerkung zur ausführlichen Liste der Majorbegriffe im gleichnamigen Artikel auf Wikipedia:

Hallo,

auf der Wikipedia-Seite zum „Major-System“ befindet sich ein Link „Ausführliche Tabelle mit Begriffen für das Major-System von 00 bis 99„, der zu einer Tabelle führt, die nach der Bemerkung „Für weitere Informationen schauen Sie auf unsere Website: www.denkreich.com“ zu urteilen von Ihnen stammt. Aus diesem Grunde schreibe ich Ihnen.

Einige Einträge in dieser Tabelle kann ich nicht nachvollziehen. Das sind insbesondere die Einträge „Gage“ und „Rage“ in der 7-er-Spalte. Ein Grundprinzip des Major-Systems ist doch, dass „nur der phonetische Wert gilt, nicht der orthografische“ (Wikipedia). Weicher als in „Gage“ und „Rage“ kann ein „g“ doch gar nicht ausgesprochen werden. Warum stehen diese Einträge dann nicht in den jeweiligen Feldern der 6-er-Spalte?

Für einige aufklärende Worte wäre ich Ihnen dankbar.

Und hier die Antwort:

Hallo Herr B.,

vielen Dank für den Hinweis. In der Tat würden diese Begriffe nach den Angaben von Wikipedia in andere Zahlen übersetzt werden. Ich habe in der Tabelle eine entsprechende Fußnote eingefügt, damit Leser der Seite nicht verwirrt werden.
Bitte beachten Sie bei der Anwendung des Majorsystems, dass es sich nicht um ein allgemein gültiges und standardisiertes System handelt. Auf der einen Seite gibt es zahlreiche Varianten, und auf der anderen Seite sollten Sie für sich und Ihr Gehirn ein optimales Übersetzungsverfahren entwickeln. Da ich zum Beispiel Majorbegriffe in mehreren Sprachen benutze, halte ich mich nur an die Schreibweise von Wörtern – und nicht an die Aussprache.
Beides funktioniert gleichermaßen gut – Sie können es als eine Art Dialekt ansehen. Ich kenne einen anderen Anwender des Systems, der die nicht „belegten“ Buchstaben im Alphabet für sich selbst definiert hat. Das „x“ steht für eine doppelte null, das „h“ zeigt ihm an, dass die nächste Ziffer sich verdreifacht („Haut“ ist also 111, „Heim“ ist 333 und „Haus“ steht für 000).
Ich hoffe, das beantwortet Ihre Frage!
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit dem Majorsystem und viele Grüße,
Ulrich Bien
 

Leserbrief: Komplexe Themen mit Hilfe von Mnemotechniken lernen?!

Hier ein Leserbrief über das Potenzial von Mnemotechniken: 

Hallo,

ich würde gern wissen, ob es auch möglich ist sich mittels Mnemotechniken komplexere Informationen zu merken? Ich habe den Eindruck, dass sich diese Techniken lediglich zum Auswendiglernen von Fakten eignen. Oder gibt es mittlerweile in dieser Hinsicht Weiterentwicklungen?

Vielen Dank!

Und hier die Antwort:

Hallo E.,

prinzipiell können mit Hilfe von Merktechniken alles lernen. Die Basistechniken fokussieren zunächst auf das Verarbeiten von Einzelinformationen. Fortgeschrittene Verfahren ermöglich durchaus das Merken komplexer Themen (und das weitaus effektiver als mit herkömmlichen Lernverfahren).
So können Sie zum Beispiel mit Hilfe der Routenmethode tausende Fakten in Reihenfolge merken (und die gleiche Technik zum Beispiel benutzen, um sich den Text für ein Drehbuch, eine Rede oder den Inhalt eines Buchs einzuprägen). Eine Abwandlung sind die so genannten Römischen Räume, in denen sich ebenfalls sehr viele Fakten ablegen lassen – allerdings ist hier keine Reihenfolge nötig. Beide Techniken mit ein paar kleineren Erweiterungen ergeben schließlich einen Gedächtnispalast – eher eine Art zu denken als eine Merktechnik, mit dessen Hilfe prinzipiell das komplette Wissen organisiert und leichter gemerkt werden kann.
Ich hoffe, damit Ihre Frage zu beantworten!
 

Leserbrief: Ganze Vorlesungen merken mit Hilfe von Merktechniken?

Hier ein Leserbrief zum Merken von kompletten Vorlesungen, Vorträgen und Büchern:

Hallo Herr Bien,

ich hab eine Frage zum Thema viel Wissen in kurzer Zeit lernen.

Kann man wenn man verschiedene Mnemotechniken lange trainiert ein Stadium erreichen in dem man sich viel  Faktenwissen aus Vorträgen (z.B. Namen der Medikamente und deren Wirkung (im Pharmaziestudium)) sofort merken kann? Sodass das Wissen nach der Vorlesung gespeichert ist und man diese nicht noch zeitintensiv nacharbeiten muss?

Ich versuche besonders mit Verbildern und mit dem Gedächtnispalast zu lernen, aber noch brauche ich immer eine Weile bis ich eine Eselsbrücke gefunden habe. Deswegen frage ich mich ob es geistig überhaupt möglich ist einer Vorlesung zu folgen und das Wissen gleichzeitig noch mit passender Verbindung an verschiedenen Gegenständen abzulegen.

Das wäre echt praktisch wenn das ginge.

Viele Grüße,

D.G.

Und hier die erste Antwort:

Hallo G.,

wenn Sie lange genug mit Merktechniken arbeiten, werden viele Lernvorgänge leichter, schneller, vielleicht sogar völlig automatisch ablaufen. Ich sehe Zahlen so zum Beispiel überhaupt nicht mehr als Zahlen, sondern nur noch als Majorbegriffe. Viele Teilnehmer meiner Trainings berichten von ähnlichen Erfahrungen.

Natürlich ist es reizvoll, eine Vorlesung oder ein Fachbuch im Stück im Kopf abzuspeichern – auch das geht mit Hilfe von Mnemotechniken. Allerdings kann ich nur empfehlen, dabei immer einen Schritt einzubauen (und in vielen Fällen geht es auch nicht anders, denn Ihr Dozent oder ein Autor wird anders denken als Ihr Gehirn es tut). Sie sollten solche Informationen nach dem Hören oder Lesen immer passend für Ihr Gedächtnis aufbereiten und dann erst mit Hilfe von Merktechniken das Ganze ins Gehirn schaufeln.
Auch wenn das auf den ersten Blick etwas aufwändiger aussieht, aber eine saubere Verarbeitung der Fakten passend für Ihren Kopf wird Ihnen extrem beim Merken helfen und die Qualität (also das Erinnern) deutlich verbessern. Sie können das selbst einfach ausprobieren, denn es ist gar nicht so einfach, im Gleichschritt zum Tempo eines Dozenten die Fakten zum Beispiel auf einer Route abzulegen.
Viele Grüße,
Ulrich Bien
Hier die Rückantwort:
Hallo Herr Bien,
danke für ihre schnelle Antwort. Es ist wirklich erstaunlich was mit Merktechniken alles machbar ist. Ich habe aber noch nicht ganz verstanden welchen Schritt sie zwischen dem Lesen/Hören der Information und dem Lernen einbauen würden. Denn die zu lernenden Informationen werden doch durch das Anwenden der Merktechniken schon gehirngerecht verarbeitet und wenn ich mir selbst Bilder ausdenke um mir etwas zu merken, dann sind diese Bilder doch immer für mein Gedächtnis geeignet, da sie ja meiner Fantasie entstammen.
(Oder sehe ich den Schritt von dem sie sprechen einfach als selbstverständlich an, auch wenn er gar nicht zur eigentlichen Merktechnik gehört? Natürlich sollte man sich vor dem Lernen überlegen welche Informationen relevant und welche unwichtig sind bevor man mit dem Lernen beginnt, meinen sie das mit dem Schritt?)
Ich werde auf jeden Fall ausprobieren die Informationen während einer Vorlesung auf einer Route abzulegen.
Viele Grüße,
D.G.
Und zuletzt noch die zweite Antwort darauf:
Hallo G.,

die Verarbeitung von einzelnen Fakten – zum Beispiel das Verwandeln in bildhafte Vorstellungen – ist von Ihnen völlig richtig beschrieben. Allerdings bedarf das Verarbeiten komplexer Sachverhalte etwas Vorbereitung: Stellen Sie sich vor, den Inhalt eines Buchs auf einer Route abzulegen oder in einem Gedächtnispalast zu verarbeiten.
Sie müssen definieren, welche Themen auf welchem Punkt liegen sollen und vor allem, wie Sie das Wissen später abrufen wollen – schauen Sie sich dazu zum Beispiel die Artikel zum Merkden des Periodensystems der Chemischen Elemente in diesem Blog an. In diesem Fall werden die Gruppen bestimmten Bereichen einer mittelalterlichen Burg zugeordnet.
Diese Strukturierung wird Ihnen kaum während eines Vortrags gelingen. Jedenfalls schaffe ich das nicht und ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, das komplette Material im Anschluss in Ruhe zu sichten und zu ordnen (dazu gehört auch das gezielte ausfiltern unwichtiger Fakten).
Hoffentlich bringt Sie das beim Lernen etwas weiter! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg…
Ulrich Bien