Schlagwort-Archive: Leserbrief

Leserbrief: Chemische Elemente im Periodensystem merken – Lerntipps

Hier ist der Leserbrief von B.Y. mit ein paar guten Beispielen dafür, wie leicht (und kreativ) das Lernen für den Chemieunterricht sein kann: 

Abend Herr Bien,

ich muss mir als Schüler die Hauptgruppen des Periodensystem merken und habe dafür von ihnen bereits vorgestellten Merktechniken angewandt. Dafür habe ich nur 15 Minuten benötigt, dank ihrer hilfreichen Tipps. Ich habe auch einige Klischees aufgegriffen und es ein bisschen abstrakt gestaltet, um es mir möglichst gut einzuprägen.

Hier sind die Merkhilfen für die Elemente einiger Hauptgruppen:

Hauptgruppe 3

Drei Nils Bohrs (Bor) Packen Aluminium aus und legen ihre Galle (Gallium) darauf und in Indien (Indium) bewerfen sie damit die Täler (Thallium).

Hauptgruppe 4

Für vier Euro wollte ich im Dönerladen Kohle (Kohlenstoff) kaufen, doch die Verkäuferen gab mir stattdessen eine Hand voller Sand (Silicium) . Vor Verzweiflung rief ich die Germanen (Germanium) die nach dem Sinn (Zinn) fragten und der Frau ein Bleiimplantat (Blei) verpassten 😉

Hauptgruppe 5

Ich wollte den Rasen mit einer Hand (fünf Finger) düngen (Stickstoff) und musste dabei „furzen“ (Phosphor). Das haben aber alle gesehen (Arsen). Ich rief mein Pokemon Antimon und bekämpfte Bismark (Bismut).

Hauptgruppe 6

Ich ließ meiner Atmung (Sauerstoff)  freien Lauf. Plötzlich bewarfen mich Mayas mit Schwefelbomben (Schwefel), worin sich verlorene Seelen (Selen) befanden. Ich wurde auf einem Teller (Tellur) serviert welcher später von einem Polen (Polonium) gestohlen wurde.

Hauptgruppe 7

Ich stand im Flur (Flur) und zerbrach ein Spiegel… Von nun an habe ich also sieben Jahre Unglück. Plötzlich wurde ich von einem Chlorgasangriff (Chlor) überrascht. Ich nahm ein stück Brot (Brom) in die Hand und schlug die Idioten (Iod) mit einem langen Ast (Astat) :-)))

Vielen Dank für die tollen Eselsbrücken. Vielleicht können wir damit auch andere Leser inspirieren!

 

Leserbrief: Chemische Strukturformeln merken

Hier ein Leserbrief zum oft nachgefragten Thema Chemie:

Hallo Herr Bien,
ich suche seit langem eine Technik, um mir chemische Strukturformeln merken zu können, z.B. die der Aminosäuren.
Unten habe ich zwei Links zu Abbildungen (ersetzt gegen die Bilder unter) mit den Strukturen. Das Problem ist nicht unbedingt, dass die Strukturen sehr komplex sind, sondern vor allem oft sehr ähnlich…

Über eine Hilfe würde ich mich freuen.
A.W.
Und hier die Antwort:
Hallo Frau W.,

ich bin kein Chemie-Experte, aber die Strukturen sind einfach zu merken, WEIL sie so ähnlich sind. Genauer gesagt: Weil es sich immer um die selbe Grundstruktur handelt und die Unterschiede minimal sind.
Sie brauchen zum Beispiel bei Serin und Cystein nur eine Basisstruktur zu kennen. Dann verbinden Sie die Namen und die Unterschiede der jeweiligen Moleküle: Bei Cystein ist es die SH-Gruppe (Merkhilfe: die brauchen Sie, um aus dem C ein komplettes SCH zu machen – „SCHlau“, oder?).
Oder bei Serin ist es nur der Wasserstoff (verbinden Sie hier die trockene „Seringeti-Savanne“ (auch wenn die nicht so geschrieben wird) mit dem Wasser(stoff), den sie braucht, um wieder ein wenig grüner zu werden.)
Viel Erfolg beim Merken!
Ulrich Bien
 

Bewegungsabläufe im Sport mit Mnemotechniken besser erlernen – geht das?

Ein Leser hat die Frage gestellt, ob sich Bewegungsabläufe im Sport ebenfalls mit Merktechniken schneller und besser vermitteln lassen – und zwar speziell für Kinder.

Merktechniken helfen beim Lernen, wichtige Fakten zuerst einmal fehlerfrei, leicht und schnell in den Kopf zu bekommen. Gerade wenn praktische Tätigkeiten gelernt werden, helfen Mnemotechniken, die Abläufe im Kopf zu haben, was den Übergang zur Routine beschleunigen und vereinfachen kann. Das Üben selbst kann keine Denk-Technik ersetzen.

Spitzensportler trainieren und wiederholen bestimmte Abläufe viele Jahre lang, bis sie eine Präzision erreichen, die sie zu Siegern macht. Der englische Journalist und Tischtennisspieler Matthew Syed hat ein faszinierendes Buch darüber geschrieben, in dem er die Geheimnisse erfolgreicher Musiker und Sportler genau analysiert hat: Was heißt schon Talent?: Mozart, Beckham, Federer und das Geheimnis von Spitzenleistungen (absolut lesenswert).

Merktechniken können tatsächlich im Sport helfen: Kleine Kinder erlernen zum Beispiel Schwimmen, indem die grundlegenden Bewegungen mit denen eines Gebets (Hände zusammen halten) und eines Maulwurfs (Händen wieder nach hinten nehmen) in eine vorstellbare und vergleichbare Bewegung übersetzt werden.

Je anschaulicher das Bild, desto leichter wird sich das Kind die Bewegung vorstellen und übernehmen können.

Etwas vergleichbares gibt es beim Segeln: Um Kindern (und Erwachsenen) zu erklären, wie der relativ schwierige Palstek geknotet wird, erzählen viele Surf- und Segellehrer meistens eine kleine Geschichte:

„Eine Schlange taucht aus dem Teich, windet sich um einen Baum und taucht dann wieder zurück in den Teich.“

Die Geschichte bzw. das vorstellbare und leicht zu merkende Bild erklärt, wie das Seil geführt werden muss, damit der Knoten richtig gemacht wird. Der Ablauf wird dabei in eine vom Gehirn besser zu verarbeitende Information umgewandelt, die besser im Kopf bleibt als das abstrakte Gewirr von Seilen.

 

Leserbrief: Mathematische Formeln mit Mnemotechniken merken – Prozentrechnung

Hier die Frage eines Lesers, wie man sich Formeln mit Hilfe von Merktechniken besser einprägen kann:

Erstmal möchte ich mich bei Ihnen für dieses tolle Buch (Einfach.Alles.Merken) bedanken, es hat mir schon viel weitergeholfen. Es ist ihnen wirklich gut gelungen.

Aber ich verstehe eine Sache noch nicht: Nämlich wie man sich Formeln merkt.

Sie haben auf Seite 104 die Formel A= a²/4 * Wurzel aus 3 verbildert. Ich verstehe diese Lösung aber nicht. Ein Dreieck an ein Quadrat zu kleben, das ist doch nichts besonderes, so kann ich mir das irgendwie nicht merken. Und wie Sie auf eine Wurzel kommen ist mir auch schleierhaft.

Und wie mache ich das bei:

  • G = W * 100 / p
  • W = G * p / 100
  • p = W / G * 100

Diese Formeln kann ich mir einfach nicht merken, ich vergesse sie jeden Tag…

Liebe Grüße,

N.E.

Und hier die Antwort:

Hallo Herr E.,

das Bild im Buch bezieht sich auf den Teil hinter dem Gleichheitszeichen: a zum Quadrat (an ein Quadrat kleben) und in Viertel zersägen (/4). Wenn Sie eins der Quadrate eingraben, dann ist es unter der Erde (Wurzeln) und nur noch eine Ecke (ein Dreieck) sichtbar (3).

Was Ihre Formeln betrifft, würde ich vorschlagen, Sie machen sich erstens klar, wofür die Buchstaben stehen: W = ProzentWert, G = Grundwert und p = Prozentsatz (lässt sich eigentlich anhand der Namen gut merken). Zweitens sind die Formeln jeweils Ableitungen voneinander. Wenn Sie also schnell umstellen können, brauchen Sie sich eigentlich nur eine dieser Formeln zu merken.

Zum Merken würde ich die dritte Formel vorschlagen, weil Sie sich (für mich) am besten in ein Bild verwandeln lässt: Der (Prozent)Satz beginnt damit, dass wir einen (Prozent)Wert durch einen (guten) Grund(wert) teilen, damit zerkleinern und durch einen (schönen und glänzenden) Stern (Multiplizieren) wieder auf hundert (mal 100) bringen.

Können Sie sich das vorstellen?

Es ist wichtig, dass Sie ein eigenes Bild aufbauen, in dem Sie die Formel „sehen“ können. Entweder eine statische Szene oder eine Abfolge von Ereignissen.

Oben ist das eine vorstellbare Abfolge für Sie: Ein Satz entsteht, indem man etwas wertvolles durch Teilung in eine (Grund-)Bestandteile zerlegt und dann wieder auf 100 bringt.

Ich hoffe das hilft Ihnen weiter & viele Grüße,

Ulrich Bien

Dieser Artikel bezieht sich auf Seite 104 im Buch „Einfach. Alles. Merken.